Kinder mit Behinderungen gehören zu den Bevölkerungsgruppen, die weltweit die größte gesellschaftliche Benachteiligung erfahren. Sie sind von der Teilnahme am sozialen Leben ausgeschlossen und sehr häufig Opfer von Vernachlässigung und Missbrauch. Vor allem behinderte Mädchen werden innerhalb ihrer Familien und Gemeinschaften noch weiter an den Rand gedrängt. Sie stehen einer zweifachen Diskriminierung durch die traditionellen Geschlechterrollen und –verantwortlichkeiten gegenüber.
Diese gesellschaftliche Unsichtbarkeit von Kindern mit Behinderungen trägt dazu bei, dass diese Kinder von den lokalen Schulsystemen und nationalen Bildungskonzepten ausgeschlossen werden.

Nicaragua © Ph. Revelli für Handicap International
Die Diskriminierung, die Kinder und Jugendliche mit Behinderungen erleben, wird noch verschlimmert durch die schlechten Wirtschaftsbedinungen. In diesem Rahmen entsteht aus Armut gepaart mit Behinderung ein Teufelskreis. Deshalb ist es entscheidend für die soziale, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung von Individuen, Familien, Gemeinschaften und Ländern, die Miteinbeziehung von Menschen mit Behinderungen in den nationalen Bildungssystemen voranzutreiben.
Der Zusammenhang von Behinderung und Bildung ist klar: Kinder mit grundlegender und höherer Schulbildung werden mit größerer Wahrscheinlichkeit selbständig und können durch ihre wirtschaftliche Eigenständigkeit ihre Familien unterstützen.

Kambodscha © Nicolas Axelrod für Handicap International
Die aktuelle nationale Bildungspolitik in Entwicklungsländern begrenzen die Bildungsmöglichkeiten für Kinder mit Behinderungen. Während es auf politischer Ebene ein wachsendes Interesse an Inklusion gibt, bleibt die praktische Umsetzung vage oder nicht existent.
Es gibt keine genauen Statistiken darüber, wie viele Kinder mit Behinderungen eine Ausbildung erhalten. Man schätzt, dass von den 77 Millionen Kindern, die weltweit keinen Zugang zu Bildung haben (UN Global Monitoring Report 2006) über ein Drittel eine Behinderung haben (Missing Millions Report FTI 2007). In Afrika gehen weniger als 10 % aller Kinder mit Behinderungen zur Schule. Bildungsmöglichkeiten für behinderte Kinder gibt es vor allem in speziellen Schulen in städtischen Gebieten, wo die Infrastruktur weiter entwickelt ist. Aber dieser Ansatz ist vor allem in Entwicklungsländern kein sinnvoller Weg: Allein die ausschließende Natur der Lernumgebung, die Kosten für diesen Typ der Schulbildung (Infrastruktur und Ressourcen) und der begrenzte Zugang für Kinder außerhalb des Stadtgebietes machen dieses Konzept untragbar.

Somaliland © C. Smets / Luna für Handicap International
Handicap International unterstützt lokale Initiativen und stärkt die Kapazitäten von Partnerorganisationen, damit diese am Aufbau einer Politik der Inklusion mitwirken können und damit ihre Erfahrung in Inklusiver Schulbildung als Beispiel dienen kann.
Bitte unterstützen Sie unseren Einsatz mit einer Spende unter dem Stichwort SCHULE auf das Konto 595 bei der Bank für Sozialwirtschaft BLZ 70020500 oder spenden Sie online.
Stand: 08/2009