„Aufrecht leben“ in unseren Reha-Zentren

Erste Schritte

Für Menschen mit Behinderung ist die Anpassung einer Prothese in einem Reha-Zentrum oft der erste Schritt in ein neues Leben. Physiotherapeut Bernard Franck berichtet von einer eindrücklichen Begegnung in Kambodscha:
„Chindas Blick zeigte gemischte Gefühle, als er mit seinen Gehübungen im Reha-Zentrum von Kompong Cham begann. Wie die meisten zögerte er, sein Gewicht auf den fremden Gegenstand zu verlagern, der einmal sein neues Bein werden sollte.
Dennoch: Die Phase der Rehabilitation ist von größter Bedeutung, um seine Selbstachtung wieder zu erlangen. Aufmerksame Physiotherapeuten und Orthopädietechniker, die einem helfen, mit den verschiedenen Emotionen von Wut bis zur Freude umzugehen, helfen sehr.
Auch in anderer Hinsicht ist das Wieder-Gehen-Können eine Herausforderung: Um mit einer Prothese „normal“ laufen zu können, muss ein amputierter Mensch 30 % mehr Muskelkraft aufbringen als ein gesunder Mensch!“

Bernard Franck, Physiotherapeut in Kambodscha

Laufübungen mit der Prothese

Laufübungen mit der Prothese © Claire Herrmann / Handicap International

Arbeiten im Reha-Zentrum

Arbeiten im Reha-Zentrum © Claire Herrmann / Handicap International

Die Rehabilitation

Prothesen, Gehstützen, Rollstühle … die Techniken, die unsere Teams verwenden, sind immer an die lokalen Gegebenheiten und Materialien angepasst – und an die individuellen Bedürfnisse jedes Betroffenen. So müssen Prothesen regelmäßig der körperlichen Entwicklung angepasst werden, z. B. weil ein Kind wächst. Eine langfristige Begleitung unserer Patientinnen und Patienten ist daher für uns selbstverständlich.
Physiotherapeuten, Orthopädietechniker oder Psychomotoriker – besonders in armen Gegenden gibt es meist nur wenige oder gar keine Fachkräfte. Dabei sind diese von entscheidender Bedeutung für den Genesungsprozess. Um den Mangel zu beheben, bilden wir einheimisches Personal aus.

Von Thoeun, 14 Jahre alt, wurde Opfen von einer Minenexplosion.

Von Thoeun, 14 Jahre alt, wurde Opfen von einer Minenexplosion. © P. Jérôme / Handicap International

Roger unterrichtet einen haitianischen Mitarbeiter von Handicap International.

Roger unterrichtet einen haitianischen Mitarbeiter von Handicap International. © William Daniels / Handicap International

Der Weg zu neuer Selbstständigkeit

Sich anziehen, sich waschen oder essen …für Menschen mit einer Prothese beginnt die Selbstständigkeit mit dem Wiedererlernen alltäglicher Dinge. Doch die Rehabilitation ist anstrengend. Sie verlangt den Betroffenen oft mehr ab als das Training eines Hochleistungssportlers.

Danigou in der Schule.

Danigou in der Schule. © J-J. Bernard / Handicap International

„Ich erinnere mich noch, wie ich Danigou zum ersten Mal gesehen habe. Er konnte nicht im Hof mit seinen Freunden spielen.“
Virginie Hallet ist Lehrerin und verantwortlich für das Bildungsprojekt in Togo. Sie kümmert sich um Danigou, der sich heute dank seiner Orthesen wieder frei bewegen kann. Unser Ziel ist es, die Integration behinderter Kinder in der Schule zu verbessern, um ihnen eine bessere Zukunft zu  ermöglichen.


Erschreckende Fakten

Phet Chinda (12) lernt wieder zu gehen.

Phet Chinda (12) lernt wieder zu gehen. © Nicolas Axelrod / Handicap International

  • 10 % aller Menschen weltweit haben eine Behinderung.
  • 80 % davon leben in Entwicklungsländern.
  • Alle 30 Sekunden muss ein Mensch wegen Diabetes eine Amputation erleiden.
  • Ein Drittel aller Minenopfer sind Kinder.
  • 98 % aller behinderten Kinder in Entwicklungsländern gehen nicht zur Schule.
  • Jedes Jahr brauchen 30 Millionen Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika eine Prothese oder Orthese.

Bitte helfen Sie uns, Menschen mit Behinderung durch Reha-Maßnahmen den Weg zurück in ein aufrechtes Leben zu ebnen!

Bitte helfen auch Sie!

Bitte unterstützen Sie unseren Einsatz mit einer Spende unter dem Stichwort REHA auf das Konto 595 bei der Bank für Sozialwirtschaft BLZ 70020500 oder spenden Sie online.


Stand 09/2011

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