Handicap International fordert von der Regierung Bashar el Assads ein Ende der vermuteten Nutzung von Anti-Personen-Minen in Syrien.

Nachdem AP und andere Nachrichtenagenturen über den vermuteten Einsatz von Anti-Personen-Minen durch die syrische Armee berichtet haben, protestiert Handicap International entschieden gegen den Einsatz dieser unmenschlichen Waffen und fordert Syrien zu dessen sofortiger Beendigung auf.

Von libanesischer Seite aus ist ein Lager von syrischen Soldaten zu sehen

Syrische Soldaten an der Grenze zum Libanon ©REUTERS / Omar Ibrahim, courtesy Trust.org - AlertNet

Libanesische Zivilisten äußerten gegenüber AP  Beobachtungen über syrische Soldaten, die in der Nähe der Dörfer Knaysseh und Al-Hnayder, in der Region Homs, Minen auslegten. Am 27. Oktober bestätigte ein syrischer Funktionär, der wegen der heiklen Thematik anonym bleiben möchte, dass „Syrien zahlreiche Maßnahmen, wie auch den Einsatz von Minen, ergriffen hat, um seine Grenzen unter Kontrolle zu halten und den Waffenschmuggel nach Syrien während der momentanen Aufstände zu beenden." Über die Grenze versuchen auch syrische Bürger zu fliehen, die Familie im Libanon haben oder an Demonstrationen gegen die eigene Regierung beteiligt waren.

Handicap International protestiert gegen den Einsatz von Anti-Personen-Minen in einem offiziellen Schreiben an die syrische Botschaft. „Es gibt keine Rechtfertigung für die Verwendung dieser Waffen, die erwiesenermaßen so schwere Folgen für die Zivilbevölkerung haben“, betont der Geschäftsführer von Handicap International Deutschland in diesem Schreiben. Die meisten Länder verbieten die Nutzung dieser Waffen mittlerweile. Minen töten und verstümmeln Zivilisten, manchmal sogar noch Jahrzehnte nachdem die Kämpfe bereits beendet wurden. Viele Syrier suchen Schutz, indem sie die Landesgrenzen zum Libanon überqueren, weitab der von der eigenen Regierung ausgeübten Gewalt. Der Mineneinsatz könnte neue Opfer fordern. Handicap International richtet deshalb das Schreiben an den syrischen Botschafter, um eine deutliche Stellungnahme der Regierung über die Nutzung von Anti-Personen-Minen zu erhalten. Die Organisation fordert Syrien auf, zukünftig offiziell auf einen Mineneinsatz zu verzichten und das Minen-Verbots-Abkommen von Ottawa zu unterzeichnen. Alle derzeit innerhalb des Landes noch ausgelegten Minen müssen unverzüglich entfernt werden.

Es wird vermutet das Syrien das vierte Land ist, das  im Jahr 2011 Anti-Personen-Minen ausgelegt hat, nach Libyen im März, Israel im August und Myanmar. 2010 kam es ausschließlich in Myanmar  zu einem Mineneinsatz. Die immer häufigere Nutzung ist alarmierend.

 

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Stand 11/2011

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