Die Landminenkampagne – eine Erfolgsgeschichte

Ein Entminer im blauen Schutzanzug zeigt den Menschen auf dem Marienplatz, wie Minenräumung durchgeführt wird

Präsentation einer Entminung bei einem Aktionstag auf dem Münchner Marienplatz © Handicap International

Die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen war die erste große internationale Bewegung von Nicht-Regierungs-Organisationen, deren Engagement in einem offiziellen Staatenvertrag mündete. Sie wurde dafür mit dem Friedensnobelpreis belohnt.   

Ein kurzer Abriss der Entwicklung:   

1991: Viele Hilfsorganisationen kennen aus ihren Projekten das immense Leid, das Landminen verursachen. Sie starten Initiativen, um ein Verbot dieser besonders grausamen Waffen zu erreichen.

1992: Sechs dieser Organisationen – Handicap International, Human Rights Watch, medico international, Mines Advisory Group, Physicians for Human Rights und die Vietman Veterans of America Foundation – gründen die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen.   

1993: Auf der internationalen Landminenkonferenz treffen sich 40 Organisationen. Sie entwerfen eine Kampagnenstrategie und wählen die oben genannten Gründer in die Lenkungskommission. Hunderte Organisationen treten der Kampagne bei, und in zahlreichen Ländern beginnen nationale Initiativen. Weltweit werden die Menschen über die Gefahren durch Landminen aufgeklärt und für ein Verbot dieser heimtückischen Waffen sensibilisiert.   

1995: Belgien verbietet als erstes Land der Welt Einsatz, Produktion, Beschaffung und Verkauf von Anti-Personen-Minen. Bei den Genfer UN-Waffenkontrollverhandlungen CCW wird kein Konsens über Landminen erreicht.   

1996: Nach den erfolglosen Genfer Verhandlungen ruft die Landminenkampagne einige Staaten zusammen, die sich darauf einigen, auf ein Verbot von Landminen hinzuarbeiten. Deutschland beschließt, Anti-Personen-Minen nicht weiter zu verwenden, zu produzieren oder zu exportieren. Die Bestände der Bundeswehr werden vernichtet. Bei einer ersten Konferenz von 75 Staaten in Ottawa einigen sich 50 Regierungen darauf, einen Verbotsvertrag auszuarbeiten.   

1997: Lady Diana reist nach Angola, um besonders öffentlichkeitswirksam auf das Landminenproblem aufmerksam zu machen. Auf Initiative des Filmregisseurs Bertrand Tavernier und von Handicap International entstehen die „10 Filme gegen 100 Millionen Landminen“ und werden v.a. in Frankreich von zahlreichen Fernsehsendern und auf Festivals gezeigt. In mehreren Ländern werden Schuhpyramiden errichtet als Symbol für die Opfer von Landminen. Am 3. Dezember unterzeichnen 122 Staaten in Ottawa den Vertrag über ein Verbot von Anti-Personen-Minen. Er enthält einige Kompromisse: z.B. wurden Anti-Fahrzeug-Minen vom Verbot ausgenommen. Die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen erhält den Friedensnobelpreis.   

1999: Am 1. März tritt der Vertrag von Ottawa in Kraft.   

Bis April 2013 sind 161 Staaten dem Vertrag von Ottawa beigetreten. Die Kampagne geht weiter, damit ein weltweites Verbot erreicht wird und die Ziele des Vertrags umgesetzt werden. Jährlich wird der Landmine-Monitor veröffentlicht, der alle Daten über Produktion, Lagerung und Einsatz von Landminen und über die Opfer vereint. Zwar sind die Opferzahlen zurückgegangen, doch der Weg zu einer minenfreien Welt ist noch weit.

Stand: 04/2013

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