
Ein Entminer und sein Hund © DLVT / Handicap International
„Heute bin ich Koordinator des Hunde-Räumungsteams“, erklärt Norberto. „Ich leite drei Teams, die mit Hunden arbeiten und jeweils aus einem Minenräumer und zwei Hunden bestehen. Rofino arbeitet mit seinen beiden deutschen Schäferhunden Izzy und Carlo, die zweite Gruppe besteht aus José und seinen beiden Hunden Martha und Thasika. Das letzte Team besteht aus Assana begleitet von den zwei Hunden Jacko und Cybel. Wir spielen viel mit den Hunden, um unsere Verbundenheit zu stärken.“ Denn ein enges Verhältnis zu den Hunden ist wichtig, um die Mission von Norberto und seinem Team erfolgreich werden zu lassen: Mit ihren deutschen Schäferhunden führen sie unter der Aufsicht von Handicap International Minenräumung in Mosambik durch.
Warum Hunde, wenn die Organisation doch auch schon über Motorsensen zur Verstärkung der Männer verfügt? „Mit Hunden kann man schneller große Flächen entminen. Es ist sehr schwierig, die Effektivität von Hunden mit der von Maschinen zu vergleichen. Sie sind in Wirklichkeit voneinander abhängig. Beide machen zwar eine Arbeit, die sehr unterschiedlich ist, doch nur gemeinsam führen sie zu exzellenten Ergebnissen. Die Hunde zeigen ihrem menschlichen Partner an welcher Stelle sie den Sprengstoff riechen. Sobald sie etwas aufgespürt haben, bleiben sie stehen und setzen sich hin. Der Hundeführer markiert dann das Gebiet und ruft anschließend einen Entminer, der das Gebiet sondiert, um das gefundene Objekt zu identifizieren.
Deutsche Schäferhunde sind es also, die vor Ort eingesetzt werden. „Sie sind sehr gehorsam und leicht abzurichten. Sie konzentrieren sich fest auf ihre Aufgaben und sind leicht zu verstehen. Dennoch muss der Trainer des Hundes aufpassen, was er seinem Hund gegenüber vermittelt. Vor allem, wenn ein Hund müde wird, muss die Arbeit unterbrochen werden, sonst riskiert man, dass er die Minen nicht mehr aufspürt. Deswegen bilden wir die Hunde sechs bis neun Monate lang aus. Und dann werden sie während ihrer Laufbahn immer weiter trainiert, damit sie effizient bleiben. Die Trainer und die Hunde lernen sich immer besser kennen. Es ist eine wichtige Voraussetzung für ihre Arbeit, dass sie sich gegenseitig vertrauen, bevor sie mit der Minenräumung beginnen. Denn in diesem Job dürfen keine Fehler passieren.“

Norberto © A.Ismael / Handicap International
Norberto ist erst 35 Jahre alt, in Zambèze (einer Provinz in Mosambik) geboren, aber er hat schon viel Erfahrung in der Minenräumung gesammelt: „Ich habe in diesem Bereich schon vor 15 Jahren angefangen, damals war ich Übersetzer für ein Entminungsprogramm der Vereinten Nationen in Mosambik. In diesem Jahr habe ich dann auch eine Ausbildung zum manuellen Minenräumer begonnen. Danach habe ich für eine südafrikanische Firma gearbeitet, die mit dem Internationalen Institut für Minenräumung in Mosambik kooperierte. Dort wurde ich zum speziellen Hundetrainer ausgebildet. Im Jahr 2000 bin ich in eine Entminungsfirma nach Israel gegangen, wo ich mit der Koordination der Hundetrainerteams und der manuellen Entminer betreut wurde. Dort habe ich drei Jahre lang Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt und war in Jerusalem und in Kroatien tätig. Daraufhin arbeitete ich für zwei Jahre im Nationalen Institut für Minenräumung in Mosambik, wo ich die Firmen und ihre Hunde-Räumungsteams anleitete. Ich hatte darauf zu achten, dass nationale Standards bei der Minenräumung eingehalten wurden. Im Jahr 2005 habe ich schließlich damit begonnen, für Handicap International zu arbeiten, denn ich hatte die nötigen Kenntnisse, Kapazitäten und zugleich die Erfahrung, die für die Arbeit mit Hunde-Räumungsteams gesucht wurden. Es ist eine sehr wichtige Aufgabe, denn wir tragen dazu bei, dass mein Heimatland minenfrei wird.“
Stand 09/2009

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