Die Räumung der vielen Millionen Minen und Blindgänger, die in ehemaligen Kriegsgebieten verstreut liegen, ist eine große Herausforderung. Im Zentrum dieser Arbeit stehen Menschen, die unter hohem persönlichem Risiko ihrer mühsamen und lebenserhaltenden Tätigkeit nachgehen. Auf den Einsatz dieser Menschen können wir auch mit den besten technischen Mitteln nicht verzichten – aber es gibt eine sinnvolle Auswahl von Hilfsmitteln, um ihre Arbeit einfacher, sicherer und schneller zu gestalten.
Notwendig sind zunächst Spezialanzüge zum persönlichen Schutz der Räumkräfte, die im Falle einer Explosion den Körper möglichst vor Metallsplittern schützen sollen – die Hände bleiben jedoch immer schutzlos der Gefahr ausgesetzt. Ein grundlegendes Hilfsmittel sind Detektoren, die auch kleinste Mengen von Metall im Boden aufspüren können. Wenn der Boden besonders hart und das Gestrüpp dicht ist, bringen wir wiederum Maschinen zum Einsatz, die das Gelände zumindest vorbereiten, so dass die Teams nur noch nacharbeiten müssen. Die von uns genutzten „Tempest“-Maschinen stammen ursprünglich von einer nicht kommerziellen Organisation in Kambodscha und können von unseren Leuten mit lokal verfügbarem Material gewartet werden. Leider sind jedoch Minen häufig auch in dichten Wäldern, Vorgärten, an Brunnenrändern etc. verlegt, oder Blindgänger von Streumunition hängen in Zweigen – hier macht der Einsatz von Maschinen wenig Sinn.

Minenräumer mit Hund © Handicap International
Wirtschaftlichkeit ist sehr wichtig, weil Entminung extrem teuer ist. Wir müssen also so schnell wie möglich arbeiten, aber wir legen großen Wert darauf, dass wir dabei unser Personal möglichst wenig gefährden und dass unsere Ergebnisse nicht an Qualität verlieren: Eine hundertprozentige Räumung ist unser Ziel. Unser wichtigstes „Hilfsmittel“ dazu ist sicherlich die besonders gute Ausbildung unseres Personals und die strengen Arbeitsrichtlinien, die immer und überall eingehalten werden: Nur wenn man ständig auf der Hut ist, kann man einen Unfall vermeiden.
Wichtige Einsatzkräfte sind auch Hunde, die uns beim Aufspüren von Minen helfen. Diese Tiere sind sehr gut ausgebildet und können im Zusammenspiel mit ihren ebenso gut ausgebildeten Führern anzeigen, wo Sprengstoff vergraben liegt. Sie entdecken auch kleinste Mengen und sind deshalb besonders hilfreich, um Minen zu finden, die nur wenig Metall enthalten.
Letztlich hängt die effektivste Methode der Entminung immer von den jeweiligen Umständen ab – in der Regel ist es eine Kombination von Mensch, Hund und Maschine.
Inzwischen gibt es auch Versuche, tansanische Ratten als Alternative zu Hunden auszubilden. Spezialist ist hier die belgische Firma APOPO in Mosambik, mit der wir in einer Textphase zusammenarbeiteten. Wir testeten ihre Tiere im Einsatz, aber wir verlassen uns bisher noch nicht vollständig auf sie. Die Resultate sind zwar meistens gut, aber es gibt immer noch einige Bedenken, die uns daran hindern, unsere Hunde durch Ratten zu ersetzen. Ratten sind einerseits billiger, leichter und einfacher zu halten als Hunde, aber andererseits haben die Entminer oft mehr Vertrauen in Hunde als traditionell treue Begleiter des Menschen. Mit Hunden haben wir schon seit langen Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht haben – und noch nie ist dabei ein Unfall geschehen.
Stand: 08/2008


Bitte unterstützen Sie unseren Einsatz mit einer Spende auf das Konto 595 bei der Bank für Sozialwirtschaft BLZ 70020500 oder spenden Sie online.