Wer sind die Opfer von Landminen und Streubomben?

Der verwundete Dam auf einer Liege

Dam nach seinem Unfall © Handicap International

Landminen und Streubomben

  • bedrohen die Bevölkerung auch Jahrzehnte nach einem Krieg
  • liegen in über 70 Ländern weltweit
  • töten oder verletzen alle 90 Minuten einen Menschen  

500.000 Menschen wurden bis heute durch Minen und Blindgänger schwer verletzt und brauchen dringend Unterstützung.  

Laos: Dam, 7 Jahre

Dam und seine Freunde stoßen beim Honigsammeln auf eine kleine Metallkugel – beim Spielen explodiert sie. Über 25 Jahre nach Ende des Vietnamkriegs fordert wieder ein Blindgänger aus Streubomben ein Opfer. Am ganzen Körper erleidet Dam tiefe Wunden, sein linker Oberschenkel ist gebrochen, die Splitter fügen ihm schwere innere Verletzungen zu. 

Das kleine Mädchen Gnep beim Anlegen der Prothese

Genp beim Anlegen ihrer Prothese © Arnaud de Wildenberg

Kambodscha: Gnep, 7 Jahre

Als Gnep sieben Jahre alt war, trat sie auf dem Weg zum Wasser holen auf eine Mine: "Ich habe auf mein rechtes Bein geschaut – und das war plötzlich gar nicht mehr da! Das war so schrecklich!“ Gnep hat ihr rechts Bein verloren und muss fortan mit einer Prothese leben. Vor dem Unfall wollte sie Tänzerin werden – doch dieser Traum ist brutal geplatzt. 

Opfer sind nicht nur die Getöteten oder Verletzten, sondern auch ihre Familien und alle, deren Lebensumfeld durch Minen und Blindgänger bedroht ist.

 

Das Verbot von Landminen und Streubomben

Rehabilitationsübungen mit einem Minenopfer in Kambodscha

Rehabilitationsübungen mit einem Minenopfer in Kambodscha © C. Hermann

Ottawa-Vertrag über das Verbot von Anti-Personen-Minen

1997 wurde in Ottawa ein Verbot der Produktion, Lagerung und Verwendung von Anti-Personen-Minen beschlossen. Dafür hat die Internationale Kampagne gegen Landminen den Friedensnobelpreis erhalten. 2010 haben über 150 Länder, darunter Deutschland, den Vertrag unterzeichnet. Ein Erfolg!

  • Doch: Es fehlen wichtige produzierende Staaten (z.B. USA, Russland, China, Pakistan)
  • Anti-Fahrzeug-Minen sind nicht verboten, obwohl sie eine vergleichbare Bedrohung für die Zivilbevölkerung darstellen    

Oslo-Vertrag über das Verbot von Streubomben

2008 wurde in Oslo ein Verbot der Produktion, Verwendung, Lagerung und des Exports von Streubomben unterzeichnet. Er wurde bis 2010 von über 100 Ländern unterzeichnet und tritt am 1. August 2010 in Kraft. Ein Erfolg! Doch:

  • Einige Produzentenländer haben nicht unterzeichnet und wollen weiterhin Streubomben einsetzen (z.B. USA, China, Russland)
  • In Deutschland wird bereits alternative Munition entwickelt, so die „SMart 155“ der Firmen Diehl und Rheinmetall

Opferhilfe in den Verträgen

Jeder Vertragsstaat verpflichtet sich zur Unterstützung der Opfer durch:

  • Medizinische Versorgung und Rehabilitation
  • Psychologische Betreuung
  • Soziale und ökonomische Wiedereingliederung
  • Minenräumung und Aufklärung über die Gefahren von Minen
  • Gesetze und öffentliche Politik zum Thema Behinderung



Die Opfer können nicht warten!

Kinder in Angola halten Hefte mit Erklärungen und Comics über Minen in der Hand

Kinder mit Flugblättern zur Minenaufklärung in Angola © Badonnel für Handicap International

Opferhilfe muss viele Aspekte erfassen:  

Körperliche Rehabilitation:

  • Medizinische Versorgung
  • Bereitstellen von Gehstützen und Hilfsmitteln
  • Anpassung von Prothesen
  • Gehübungen, Massagen und Physiotherapie    

Psychologische Unterstützung

  • Umgang mit dem Trauma der Explosion / Leben mit einer Behinderung
  • Begleitung durch den Alltag    

Soziale und wirtschaftliche Wiedereingliederung

  • Rückkehr zu Schule oder Arbeit
  • Verdienstmöglichkeiten finden
  • Autonomie erlernen
  • Lebenswertes Leben gestalten    

Familie, Umfeld und Gemeinschaften

  • Aufklärung über die Gefahren von Kriegsresten
  • Unterstützung im Umgang mit Opfern
  • Stärkung von lokalen Organisationen von Menschen mit Behinderung
  • Räumung von Minen und Blindgängern zur Vermeidung weiterer Unfälle

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