
Ein Fahrzeug von Handicap International, das von einer Mine getroffen wurde © Handicap International
Für die Staaten, die das Abkommen von Ottawa unterzeichnet und ratifiziert haben, ist jeglicher Umgang mit Anti-Personen-Minen verboten. Nicht verboten ist jedoch die Produktion und Verlegung von Anti-Fahrzeug-Minen, obwohl diese einen wichtigen Teil des Landminenproblems darstellen: denn sie bedrohen genauso wie Anti-Personen-Minen auch Zivilisten, legen die Infrastruktur eines Landes lahm und verhindern somit den Wiederaufbau nach einem Krieg. So werden z.B. Anti-Fahrzeug-Minen bewusst gegen Zivilisten eingesetzt, indem man sie zusammen mit Anti-Personen-Minen verlegt, um deren Zerstörungskraft zu erhöhen. Besonders Gebäude, Eisenbahntrassen und Straßen werden häufig mit Anti-Fahrzeug-Minen blockiert, um die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung zu verhindern - so geschehen z.B. in Ruanda oder im angolanischen Bürgerkrieg.
UNO-Statistiken belegen schon lange, wie groß die Gefahr durch Anti-Fahrzeug-Minen für die Zivilbevölkerung ist. Allein in Angola wurden in der ersten Hälfte des Jahres 2000 allein 251 Personen als Insassen von Fahrzeugen durch Minen schwer verwundet oder getötet.
Aus Afghanistan gibt es ähnliche Berichte, z.B. von einem schrecklichen Unfall Ende 1998, bei dem eine ganze Hochzeitsgesellschaft betroffen war: 41 Tote und 39 schwer Verletzte. Die Verminung der Straßen hat hier in vielen Teilen des Landes Transporte unmöglich gemacht oder eingeschränkt.
26 % der US-Soldaten, die während der Operation "Restore Hope" in Somalia starben, waren Opfer von Anti-Fahrzeug-Minen.
Handicap International fordert daher ein weltweites Verbot der Entwicklung, der Produktion, des Exportes und des Einsatzes aller Typen von Landminen, also auch von Anti-Fahrzeug-Minen.
Stand: 08/2008