Lesen Sie hier einen Text aus dem Schwarzbuch.

Ein Schritt... für eine Welt ohne Minen (Plakatmotiv) Heinz von Heydenaber
Es braucht verschiedene Formen, um eine breite Öffentlichkeit mit dem so bedrückenden Thema Landminen zu erreichen - das wie so vieles eng mit unserer deutschen Politik und Wirtschaft verflochten ist und sich dennoch vor allem weit weg von uns auswirkt. Eine spannende Form ist es, wenn sich verschiedene KünstlerInnen aus ihren jeweiligen Perspektiven mit diesem Thema auseinandersetzen und durch die Ergebnisse dieses Prozesses wiederum andere Menschen zum Nachdenken anregen. Deshalb hat Handicap International in Deutschland eine thematische Sammelausstellung mit Werken verschiedener KünstlerInnen aus München und Umgebung organisiert. Nach der ersten Präsentation 1998 im Gasteig Kulturzentrum München war sie noch fünf mal an verschiedenen deutschen Orten zu sehen, u.a. in der Humboldt-Universität zu Berlin.
„Ein Schritt" – dieser vielzitierte und vieldeutige Titel war ein Vorschlag der Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung. Er steht für den ersten wichtigen Schritt, den die Internationale Kampagne für ein Verbot von Landminen erreicht hat, und dem noch viele Schritte folgen müssen. Für Handicap International als Hilfsorganisation, die Schritte der Hoffnung schaffen möchte, steht er auch für den ersten Schritt, den ein Opfer nach seinem Unfall wieder wagen kann. Für die meisten Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung, die sich mit dem erschütternden Thema Landminen befasst haben, steht der Titel aber für den endgültigen Schritt – den Tritt auf eine Mine, der den Opfern das Leben zerstört.
Auch wenn der Ausgangspunkt übereinstimmt, sind die Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Es gibt Werke von erschreckendem Naturalismus und Werke, die deutlich auf die politischen Tatsachen weisen. Es gibt Werke, die uns Betrachtende dazu auffordern, aktiv ein Gespür für die ausweglose Situation der Betroffenen zu bekommen; und es gibt Werke, die Schönheit dem Grauen entgegensetzen. Die Bandbreite reicht bis zu dem Künstler, der nach immer neuen Entwürfen die Konsequenz gezogen hat, alle Deutlichkeit hinter einem Bleimantel zu verschließen - auch als ein Zeichen dafür, daß dieses Thema irgendwann nicht mehr existieren darf.
Die Bilder der Ausstellung sind zum größten Teil auf Anregung von Handicap International zu diesem Anlass entstanden.

Thomas Schmelzer "Minenacker"
Alle beteiligten Künstlerinnen und Künstler machen durch ihren Beitrag deutlich, dass der Betroffenheit Taten folgen müssen:
Wir Bürgerinnen und Bürger müssen Stellung beziehen und wenn möglich durch unseren persönlichen Beitrag den Opfern helfen. Wir bitten Sie um Unterstützung unserer Kampagne und unserer wichtigen Projektarbeit.
Bitte unterstützen Sie unseren Einsatz mit einer Spende auf das Konto 595 bei der Bank für Sozialwirtschaft BLZ 70020500 oder spenden Sie online.
Wer sich oder einen möglichen Veranstalter über die Ausstellung informieren möchte, kann bei uns im Büro den Katalog beziehen, in dem fast alle Exponate abgebildet sind und dazu einige interessante Texte, die zum großen Teil aus dem "Schwarzbuch" stammen.
Den Katalog senden wir natürlich auch allen, die die Ausstellung verpasst haben, gerne zu (für den privaten Gebrauch zum Preis von 8,- € inkl. Porto)!