
© U. Meissner für Handicap International
Anfang 2003: Die Menschen in Sierra Leone stehen auf der Schwelle zu einem neuen Leben – nach zehn Jahren Bürgerkrieg bzw. Bandenkrieg vor dem Hintergrund des weltweiten Diamantenhandels. In dieser Zeit wurden Zehntausende aus Sierra Leone vertrieben und häufig mit unvorstellbarer Grausamkeit verstümmelt. Zahlreichen Frauen, Kindern, Männern hackten die so genannten Rebellen Hände oder Füße ab. Die Täter waren in vielen Fällen Kindersoldaten.
Die Fotojournalistin Ursula Meissner hat in den Jahren 2001 und 2003 Opfer und Täter besucht - im Auftrag von Handicap International. Bilder und Eindrücke, Fragen und Antworten dieser Reise finden sich in ihrer Ausstellung wieder. Thema sind die Geschichten von Menschen, die nach der Rückkehr aus den „amputee camps“ wieder bei ihren Familien leben. Sie wollen mit ihren Behinderungen ein möglichst normales Leben führen und mit Hilfe ihrer Prothesen wieder arbeiten. Thema der Ausstellung sind auch die Schicksale der ehemaligen Kindersoldaten, die auf der Straße leben oder mit verschiedenen Projekten wieder in die Nachkriegs-Gesellschaft integriert werden sollen.
„Was bringt die Leute dazu, solche Grausamkeiten wie in Sierra Leone zu begehen? Tausenden Frauen, Männern und kleinen Kindern die Hände abzuhacken? Was wurde aus den Opfern und Tätern? Was machen heute die ehemaligen Kindersoldaten, die über Jahre von den Rebellen benutzt wurden? Sie mussten alles das tun, was die Rebellen auch taten. Jetzt werden sie in das "normale Leben" integriert. Lernen Häuser zu bauen, die sie früher zerstört haben. Lernen Schneidern und Lesen. Es sind immer die Menschen, die mich berühren und ganz besonders diese Kindersoldaten, die keine Chance hatten und jetzt im "Frieden" eine Chance bekommen.“
Ursula Meissner
Wenn Sie sich für die Ausstellung interessieren (30 große Fototafeln und 5 Texttafeln auf Kapablock, 50 x 70 cm), nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf: Ruppert Grund, Tel.: 089/54 76 06 29
Kosten: Übernahme der Transportkosten (je nach Ort ca. 50-70 €); wenn möglich zusätzliche Spende.
Weitere Informationen zur Ausstellung (die Texte stammen aus der Ausstellung, sind also auf dem Stand der Drucklegung von 2003):