
Dank seiner neuen Prothese kann Sébastien wieder laufen © S. Sommella / Handicap International
Am 12.01.2010 erschütterte ein schweres Beben Haiti und begrub tausende Menschen unter ihren Häusern. 300.000 wurden durch das Erdbeben verletzt, 1.5 Millionen verloren ihr Zuhause.
Viele der Überlebenden trugen zerquetschte Gliedmaßen, offene Brüche und tiefe Wunden davon – auch tiefe seelische Wunden. Ärzte konnten oft nur noch Amputationen durchführen, um den Verwundeten nach dieser Katastrophe wenigstens das Leben zu retten.
Handicap International war bereits vor dem Erdbeben in Haiti engagiert, und so waren die ersten Teams sofort in der Lage, die Menschen mit den notwendigsten Hilfsmitteln zu versorgen. Dazu gehörte beispielsweise die Verteilung von Lebensmitteln, Zelten und Gebrauchsgegenständen für den Alltag. Parallel zur überlebensnotwendigen Soforthilfe liefen Programme der Rehabilitation an. Ein Orthopädiezentrum sowie mehrere Anlauf- und Beratungsstellen wurden in der Folge errichtet. Hiermit sollte gewährleistet werden, dass auch Menschen mit Behinderung und andere besonders schutzbedürftige Menschen Zugang zu den Hilfsmaßnahmen haben. Als die Cholera im September ausbrach, verteilte Handicap International dann auch vor allem an diese benachteiligten Gruppen Hilfsmittel wie Hygienesets, und leistete Aufklärungsarbeit zur Verminderung der Ansteckungsgefahr.
Die Hilfe von Handicap International in Haiti ist mehr als Nothilfe und postoperative Versorgung: Die Möglichkeit, nach dieser Katastrophe wieder ein selbstbestimmtes Leben zu führen, gibt den traumatisierten Menschen ihr Selbstwertgefühl zurück und ist ein Grundstein für die Wiedereingliederung in die Gesellschaft.
Der Film gibt einen umfassenden Überblick über die Situation, in der sich die Menschen in Haiti nach dem Erdbeben befinden. Er erzählt von dem unfassbaren Leiden vieler Menschen, aber auch von ihrem Lebenswillen und ihrem Mut, trotz des Verlustes von Angehörigen und trotz Amputation, weiter zu machen. Dabei helfen ihnen die Teams von Handicap International.
Stand 12/2010
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Mitarbeiter von Handicap International tragen Alexandra Jean zum Gesundheitszelt © ADH