ComIn - Ein Münchner Lichtblick 2007

Eine große Ehrung konnten wir für das Projekt ComIn für behinderte Flüchtlinge und MigrantInnen Ende Januar 2007 entgegennehmen: Der Verein „Die Lichterkette“ verlieh zusammen mit dem Münchner Ausländerbeirat und Oberbürgermeister Christian Ude dem Projekt den Preis „Münchner Lichtblicke“.

Seit nunmehr sieben Jahren werden jährlich jeweils ein Projekt, eine Institution und eine Einzelperson für ihren Einsatz gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ausgezeichnet und dann im Rahmen eines Empfangs vor – diesmal 460 – geladenen Gästen im Alten Rathaus auch der Presse und Öffentlichkeit vorgestellt.

Mitarbeiterinnen und TeilnehmerInnen von ComIn bei der Preisverleihung

Mitarbeiterinnen und TeilnehmerInnen von ComIn bei der Preisverleihung mit Oberbürgermeister Ude © Ausländerbeirat München

Die Ehrung für ComIn unterstreicht, wie wichtig dieses Projekt ist. Gerade die Situation behinderter Flüchtlinge ist nach wie vor sehr problematisch: Mit der Bleiberechtsregelung müssen auch behinderte Menschen mit einer „Duldung“ eine Arbeit sowie Grundkenntnisse in Deutsch und eine Wohnung nachweisen, um einen sicheren Aufenthalt zu bekommen. Ohne Behindertenausweis und ohne staatliche Finanzierung für die bei einer Berufstätigkeit notwendigen Hilfsmittel ist das für die Betroffenen unmöglich. Chancengleichheit wird hier zwar immer wieder zugesichert, aber trotz Bundes- und Landesgleichstellungsgesetzen bleibt dies Theorie.

Besonders zäh entwickelt sich auch nach wie vor die Unterstützung von schwerstbehinderten und bettlägerigen Menschen in den Flüchtlingsunterkünften. Während des laufenden Asylverfahrens bleiben sie nach wie vor ohne physiotherapeutische bzw. ergotherapeutische Versorgung und werden nur mit den allernotwendigsten Hilfsmitteln ausgestattet – damit bleibt aber das Grundrecht auf Mobilität außen vor. Und statt dann die Deutschkenntnisse oder andere notwendige Qualifikationen erwerben zu können, müssen sie weiter in der Unterkunft auf bessere Zeiten warten.

Durch die Kursangebote, die auf die speziellen Bedürfnisse behinderter Flüchtlinge ausgerichtet sind, versucht ComIn, diesen Menschen trotzdem Möglichkeiten zum Lernen zu bieten. Eine Chance für diejenigen, die inzwischen Aufenthaltserlaubnis und Behindertenausweis erhalten haben, könnte ein neues Konzept bei ComIn sein: Flüchtlinge und MigrantInnen mit Behinderung sollen bezahlte Dozententätigkeiten für allgemeine Computereinführungen bzw. speziell für Blinde und Sehbehinderte, Braille-Schrift (Kurz- und Vollschrift) sowie Internet-Recherche und Homepage-Gestaltung übernehmen.

Zudem betreuen wir dieses Jahr einzelne behinderte MigrantInnen mit Sehbehinderung bzw. Blindheit als PraktikantInnen, um ihnen dadurch möglicherweise die Chancen für eine Ausbildung oder Berufstätigkeit zu bieten.

Stand: 03/2007

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