Da wir uns in Krisensituationen umgehend vor Ort befinden, können wir Verletzte, bei denen ein hohes Risiko bleibender physischer oder psychischer Schäden besteht, rasch auffinden und medizinisch versorgen. Im Einzelnen bedeutet das:

© Handicap International
Wir sorgen dafür, dass Menschen mit Behinderung schnell gefunden werden und ihnen gezielte Hilfe zukommt. Da sie in Krisen- und Katastrophensituationen in besonderem Maße gefährdet sind, helfen wir ihnen sich zu orientieren. Wir sind vom ersten Augenblick an vor Ort präsent und bieten eine den jeweiligen Umständen angepasste Unterstützung an. Dabei verfolgen wir zwei Ziele:
Dazu haben wir ein spezifisches Maßnahmenpaket entwickelt, das Informationen, Orientierung und Unterstützung zum Thema Behinderung umfasst (Disability Focal Points).
Katastrophen sind keine vereinzelten Ereignisse, sondern treten immer häufiger auf. Naturkatastrophen, wie die Folgen des Tsunamis, Wirbelstürme, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche oder Erdbeben, aber auch humanitäre Notlagen nach Epidemien und bewaffneten Konflikten, betreffen gerade die ärmsten Bevölkerungsgruppen in Entwicklungsländern am stärksten. Ganz besonders jedoch Menschen mit Behinderung: Sie gehören auch im Bereich humanitärer Nothilfe zu der am stärksten vernachlässigten Bevölkerung. Auf Grund ihrer fehlenden Berücksichtigung in Evakuierungsplänen sowie mangelndem Zugang zu Nothilfemaßnahmen und Notunterkünften, sind Menschen mit Behinderung kaum in der Lage, in Katastrophensituationen Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Dies hat zur Folge, dass die Todesrate während einer Katastrophensituation bei Menschen mit Behinderung besonders hoch ist.
Ein Bündnis entwicklungspolitisch und humanitär tätiger Organisationen, darunter Handicap International, traf sich vom 7. - 8.11.2007 in Bonn zur internationalen Fachtagung "Katastrophen betreffen Alle! Menschen mit Behinderung in humanitären Notsituationen". Dabei wurden Erfahrungen und Konzepte in Bezug auf die adäquate Berücksichtigung behinderter Menschen ausgetauscht, mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung nicht nur bei allen entwicklungspolitischen Aktivitäten, sondern auch im Bereich der humanitären Hilfe angemessen zu berücksichtigen und praktische Umsetzungsmöglichkeiten dafür zu finden. Mit der gemeinsam erarbeiteten Bonner Erklärung (PDF) soll ein Appell und praktische Handlungsempfehlungen an diejenigen Akteure gehen, die bislang die Belange behinderter Menschen nicht berücksichtigen. Damit will das Bündnis einen Beitrag zur Durchsetzung der rechtlichen Ansprüche im Sinne der UN-Behindertenkonvention leisten und die Forderung nach Humanitärer Hilfe für alle verwirklichen.
(Mehr Infos unter http://www.bezev.de)
Studie von Handicap International und HelpAge 2012: Eine neue Studie von HelpAge International und Handicap International zeigt, dass die humanitäre Hilfe für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung deutlich unter dem eigentlichen Bedarf dieser Bevölkerungsgruppen liegt. >>mehr