Bruno ist Logistikkoordinator in Libyen und trainiert Mitglieder des Teams von Handicap International in der Organisation von Einsätzen. Er wurde außerdem Augenzeuge von den Schäden, die dem Land durch den Einsatz von Landminen und anderen nicht explodierten Kriegsresten zugefügt wurden. Die Organisation hat das Ziel, die Bevölkerung auf die Gefahren durch Landminen und andere explosive Kriegsreste sowie Kleinwaffen aufmerksam zu machen.
„Wir werden konstant an die Unwissenheit der Bevölkerung über die durch Landminen und andere explosive Überresten des Krieges hinterlassenen Gefahren erinnert. Erst vor wenigen Wochen spielten Kinder mit einer Bombe, die dadurch explodierte. Kinder wollen gerne mutig wirken, indem sie mit den Sprengstoffen ihre Zeit vertreiben, die Konsequenzen sind allerdings sehr tragisch…daher klären wir die Kinder über die Gefahren dieses Zeitvertreibs auf. Unsere Zusammenarbeit mit lybischen Pfadfindern ist dafür sehr bedeutsam. Um die hundert Freiwillige haben in ihrer Arbeit mit den Kindern ein traditionelles und sehr bekanntes Spiel abgewandelt, um unsere Botschaft zu vermitteln.“
Handicap International setzt sich zudem mit den Gefahren von Kleinwaffen und Leichtgeschossen auseinander. „Libyer bewahren in ihren Häusern ein große Anzahle von Waffen auf, die sie sich aus den Waffenlagern der früheren Regierung genommen haben, “ erklärt Bruno. „Die Menschen verletzen sich selbst, während sie ihre Waffen reinigen und Kinder verunglücken beim Spielen damit…und dann gibt es die Opfer durch feierliche Geschützfeuer, die manchmal sogar hunderte Meter vom Ort der Salven entfernt sind. Vor nicht langer Zeit hörte ich selbst eine dieser Schießereien, die die ganze Nacht über andauerte. Am nächsten Tag fand ich dann riesige Mengen an Munitionshülsen auf dem Dach unseres Büros…“
„Unser Einsatz trägt dennoch Früchte. Die Anzahl an Unfällen durch Schusswaffen wurde verringert, Moscheen und Radiostationen arbeiten mit uns zusammen daran, unsere Botschaft zu verbreiten und die Menschen sind generell vorsichtiger im Umgang mit Minen und deren Risiken. Diese Fortschritte bedeuten jedoch nicht, dass unser Einsatz damit beendet ist. Libyen wird noch für einen langen Zeitraum mit Landminen und anderen explosiven Überresten des Krieges leben müssen. Es liegen noch viele Jahre an Arbeit vor uns“, erklärt Bruno.
„Ich bin für das Training unserer lybischen Kollegen verantwortlich. Bis vor kurzem waren nur sehr wenige Nicht-Regierungsorganisationen in Libyen aktiv, und deshalb haben unsere Partner kaum Erfahrung im Umgang mit Finanzträgern. Um unsere Aktivitäten ausweiten zu können, benötigen wir aber Geldmittel dieser Finanzträger. Deshalb müssen wir uns an sehr strikte und transparente Vorgehensweisen halten. Meine Arbeit ist es, den einheimischen Kollegen die richtige Vorgehensweise beizubringen.“
„Zudem gehören Recherche und Planungen zu meiner Arbeit“, ergänz Bruno. „Libyen ist in einem Entwicklungsprozess, dennoch sind die Konflikte hier immer noch sehr präsent… häufig ist Benzin knapp. Die Menschen stehen dann stundenlang an, in der Hoffnung, wenigstens noch einen Kanister Benzin für ihre Öfen zu bekommen. Dies muss ich für die Planung unserer Fahrzeugeinsätze berücksichtigen. Zudem ist es wichtig, Bestellungen an Printmaterialien und anderen Bedarfsmitteln für unsere Aktivitäten gut zu durchdenken. Je weniger Zeit und Ressourcen wir dafür benötigen, umso schneller können wir mit weiteren Projektmaßnahmen beginnen und somit weitere Verletzungen von Menschen verhindern.“
Profilinformation
Bruno, 33, ist in Bellegem, in der Nähe von Courtrai in Belgien, geboren.
Er studierte Politikwissenschaften in Louvain und arbeitete viele Jahre im privaten Sektor. Derzeit arbeitet er für Handicap International in Libyen.
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Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt bezuschusst.
Stand: 10/2011