Jahrelang lagerten in unsicheren Waffenlagern in Mauretanien Waffen und Munition aller Art – und stellten eine Bedrohung für die umliegende Bevölkerung dar. Dank dem Einsatz von Handicap International konnten Millionen Waffen entfernt und zerstört werden.

Keine der 19 Munitionsdeponien in Mauretanien entsprach den internationalen Richtlinien für Waffenlager. Sie stellten eine enorme Bedrohung für die umliegende Bevölkerung und die dort Beschäftigten dar. Vier der Munitionsdeponien waren in der Nähe von Nouakchott, der Hauptstadt von Mauretanien, angesiedelt. Eine Explosion in einem dieser Lager hätte schwerwiegende Folgen gehabt.
Seit April 2011 hat Handicap International die lokalen Verantwortlichen in der Beseitigung der alten Munition unterstützt, da die Lagerung nicht mehr den Sicherheitsstandards entsprach. Innerhalb eines Jahres konnte die Arbeit erledigt werden: Teams von Handicap International und die mauretanische Armee neutralisierten 1,975 Tonnen Munition, was 13 Millionen Waffen entspricht.
Alle 19 Waffenlager wurden geleert und anschließend zerstört:
„Durch den Einsatz von Handicap International wurde die Gefahr der Zivilbevölkerung im täglichen Leben beseitigt. Mauretanien ist nun ein gutes Beispiel dafür, wie man mit alter Munition, die aktuell noch in vielen Ländern höchst riskant gelagert ist, umgehen soll“, erklärt Frederic Maio, Programmleiter der Minenabteilung von Handicap International.

Unter den gefunden Waffen befanden sich auch unzählige Waffen der Typen Sturmgewehr 44 von C. G. Haenel Waffen und Fahrradfabrik, das 1942 in Deutschland für den zweiten Weltkrieg entwickelt wurde, sowie Mauser Kar 98K, das 1898 in Deutschland entwickelt wurde – und vor allem in Deutschlands trauriger Kolonialvergangenheit eingesetzt wurde.
In Mauretanien konnte die Gefahr eines Unfalls mit Waffenlagern rechtzeitig gebannt werden, doch auch in vielen anderen Entwicklungsländern befinden sich die Waffendeponien oft in dicht besiedelten Regionen. Diese Lager voll mit alten, unbrauchbaren Waffen stellen stets eine latente Gefahr dar. Die Explosion einer Waffendeponie in Brazzaville in der Republik Kongo im März 2012 gibt ein tragisches Beispiel dafür, was passieren kann: bei der Explosion wurden 250 Menschen getötet und 3 000 schwer verletzt. Die kongolesische Hauptstadt wurde durch die Explosion außerdem stark kontaminiert: Munition und Granaten wurden über einen Umkreis von mehreren Kilometern in einem dicht besiedelten Gebiet verstreut.
Als Reaktion auf diesen Notfall schickte Handicap International sofort ein Team in das Gebiet. Seit Anfang März wurden bereits 400 großkalibrige Munitionen vernichtet und fast 12 000 m² der bewohnten Gegend geprüft und gesichert.

Das Projekt wurde vom Auswärtigen Amt bezuschusst.
Stand: April 2012