*Quelle: Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), 2010

Frauen gehen die Wäsche im Norden von Inhambane waschen © J-J. Bernard / Handicap International
Seit den Friedensverträgen von 1992, die dem Bürgerkrieg ein Ende setzten, ist Mosambik in eine Phase der politischen, ökonomischen und administrativen Reform eingetreten. Dank eines starken Wirtschaftswachstums, das durch die internationale Gemeinschaft und private Investitionen unterstützt wird, und getragen von der Politik, erholt sich das Land sehr schnell.
Ende 2004 wurde nach dem Abschied des Präsidenten Chissano, seit 1986 an der Macht, eine politische Neuorientierung des Landes unternommen. Doch mit dem überwältigenden Sieg der Frelimo (Mosambikische Befreiungsfront), die seit der Unabhängigkeit des Landes die Zügel in der Hand haben, waren die Änderungen nur gering.
Die Regierung bemüht sich sehr, ihre Abhängigkeit von internationaler Hilfe zu reduzieren. Nichtsdestotrotz sind die größten Bedrohungen für ein stabiles und andauerndes Wachstum die rasende Ausbreitung von HIV/Aids, die Anzahl der Minen, die immer noch im Land gegenwärtig sind, das Gesundheitssystem und das sehr niedrige Bildungsniveau. Diese Faktoren bremsen die wirtschaftliche Entwicklung des Landes erheblich.
Im Jahr 2010 hat Handicap International seine Aktivitäten fortgesetzt:
Die Aktivitäten von Handicap International gehen auf einen durch den Bürgerkrieg notwendig gemachten Noteinsatz im Jahr 1986 zurück. In diesem Zusammenhang wurden orthopädische Werkstätten und physiotherapeutische Dienste in verschiedenen Provinzen des Landes eröffnet. Diese wurden später der Regierung übergeben, aber weiterhin von Handicap International strukturell und logistisch
unterstützt.
Mit der Unterzeichnung der Friedensabkommen im Jahr 1992 unterstützt Handicap International die Gründung von ADEMO (Verein für Menschen mit Behinderung in Mosambik) und ADEMIMO (Verein für Soldaten mit Behinderung in Mosambik) und entwickelt ein Programm zur Vorbeugung von Minenunfällen (PEPAM) zunächst in der Provinz Inhambane, später in den Provinzen Tete und Zambézia.
1997 startet Handicap International ein Projekt der institutionellen Unterstützung des Ministeriums für Frauen und die Koordination sozialer Aktivitäten (MMCAS), um für eine bessere Hilfe für Menschen mit Behinderungen zu sorgen. Dies führt zwei Jahre später zu der Zustimmung des Ministerrates zu einer nationalen Politik im Bereich Behinderungen.
1998 beginnen die ersten Entminungsprojekte in der Provinz Inhambane sowie weitere Entwicklungsprojekte im Feld der Bildung und sozialer Infrastruktur. In Folge von Überschwemmungen muss Handicap International 2002 ein Notprogramm für die Opfer starten. Dies geschieht insbesondere durch eine intensive Sensibilisierungskampagne, die auf die Gefahren von durch das Hochwasser versetzte Minen aufmerksam machte.
2007 werden die ersten Aktivitäten auf den Weg gebracht, die die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die nationale Strategie gegen HIV/Aids fördern.
2008 schließlich zielt das erste Projekt zu Handisport darauf ab, dass Menschen mit Behinderung sozial integriert werden. Dieses Projekt hat es ermöglicht, dass Mosambik von da an bei den Paralympischen Spielen vertreten ist.
Aktuell entwickelt sich das Programm von Handicap International entlang von drei Achsen:
Die Strategie des Programms wurde im November 2010 neu definiert, um eine umfassende Logik des Einsatzes für Personen mit Behinderungen und gefährdete Gruppen zu entwickeln.
Die drei Achsen, die in dem Programm entwickelt wurden, sind:

Regina war Opfer einer Mine © J-J. Bernard / Handicap International
Das Programm zielt auf eine sehr große Öffentlichkeit ab. Insbesondere sollen Behinderungen vorgebeugt, Menschen mit Behinderungen begleitet und für ihre Rechte eingestanden werden; darüber hinaus setzen wir uns für Menschen, die mit HIV infiziert sind, ein.
Kampf gegen Aids und die sozialen Folgen
Das Projekt von Handicap International im Rahmen des Kampfes gegen Aids sorgt sich speziell um Waisenkinder, deren Eltern dem Virus zum Opfer fielen. Damit baut es die Kompetenzen von Vereinen und öffentlichen Organisationen aus und kümmert sich um die Gesundheit und die soziale Eingliederung der Waisenkinder. Der Einsatz hat das Ziel, die Koordination zwischen den institutionellen Akteuren und der Zivilgesellschaft zu stärken, um damit das Leistungsangebot insbesondere durch die Umsetzung neuer Initiativen der Gemeinden auszubauen. Durch diese Aktivitäten haben es die gemeinschaftlichen und institutionellen Akteure geschafft, mehr als 10.000 Kindern den Zugang zu Basisdiensten zu ermöglichen und mehr als 50.000 Menschen für die Problematik von HIV zu sensibilisieren.
Seit 2007 arbeitet Handicap International mit den Vereinen in der Stadt Matola in der Provinz Maputo zusammen, die ebenfalls Strategien für den Kampf gegen HIV entwickeln. Das Projekt setzt sich zum Ziel, diese Vereine sowohl in struktureller Hinsicht als auch bei der Qualität der Leistungen, die sie anbieten, zu stärken. Die Präventionsangebote sind insbesondere für mit HIV infizierte Personen und davon indirekt betroffene Personen, zum Beispiel Waisen oder ältere Menschen, die sich um ihre Enkel kümmern müssen. Momentan kooperiert Handicap International mit zwei Netzwerken und mehr als 40 Vereinen.
Seit 2008 setzt Handicap International ein Projekt um, das es Vereinen von Menschen mit Behinderungen ermöglichen soll, HIV-Prävention systematisch in all ihre Aktivitäten zu integrieren. Ebenso sollen sie bei der Ausarbeitung der nationalen Strategie zum Kampf gegen HIV beteiligt sein, damit die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung bei der Formulierung von Lösungen ebenfalls bedacht werden.
Verhinderung von Minenunfällen
Sei es auf einem Feld von Kaschubäumen, um einen Brunnen oder eine
Frauenklinik, das Vorhandensein von Sprengkörpern bzw. allein schon der Verdacht darauf behindert Entwicklungsprozesse. Trotz des Endes des Bürgerkrieges vor zwölf Jahren besteht immer noch Gefahr für die Dorfbewohner.
Das Ziel von Entminungsprojekten ist ein positiver Einfluss auf die Lebensbedingungen der Einwohner. Diese Aktivitäten sind Teil des nationalen Strategieplans, der das Risiko von Unfällen durch Minen reduzieren und damit auch zur Verringerung der Armut beitragen soll. Zu diesem Zweck beschäftigt Handicap International in zwei zentral gelegenen Provinzen des Landes Entminungsteams. Wir hoffen, dass die Situation im Jahr 2013 unter Kontrolle sein wird.
Handisport
Zudem arbeitet Handicap International seit 2005 mit dem Sportverein für Menschen mit Behinderung in der Provinz Sofala (ASPHS) zusammen. Dieses Projekt ermöglicht es dem Verein, Aktivitäten für Menschen mit Behinderungen zu entwickeln und umzusetzen, Freiwillige für die Betreuung von Menschen mit Behinderungen auszubilden und die Organisation von Wettkämpfen und Sensibilisierungsmaßnahmen zu unterstützen. In Zusammenarbeit mit dem mosambikanischen Verband Handisport und ASPHS wurde 2007 entschieden, unsere Arbeit auszudehnen, damit eine größere Anzahl von Menschen mit
Behinderungen Zugang zu sportlichen Aktivitäten haben.
Diese neue Phase beinhaltet folgende Aktionen:
Im Rahmen dieses Projektes werden auch spezielle Aktionen für jungeMenschen mit Behinderung zur Prävention von HIV durchgeführt.
2011 arbeiten vier ausländische und 147 lokale Mitarbeiter in den
Projekten von Handicap International.
Stand 08/2010