Integration von Menschen mit Behinderung mitten in der Hauptstadt

In Mosambik spielt Minenräumung weiterhin die wichtigste Rolle für die humanitären Akteure vor Ort. Doch auch die zugehörige Versorgung der Minenopfer und der Menschen mit Behinderung ist unabdingbar.

Minenerklärung im Nhamatanda Dorf

Minenaufklärung im Nhamatanda Dorf© Handicap International

Luis, der nationale Koordinator des Netzwerks zur Unterstützung für Minenopfer  - ein lokaler Partnerverein von Handicap International – betont die Bedeutung des Projekts „Stadt und Behinderung“ für die Versorgung von Menschen mit Behinderung.
Ziel der Partnerschaft zwischen Handicap International und dem Netzwerk ist es, besser auf die Bedürfnisse von Minenopfern und benachteiligten Menschen eingehen zu können. Dafür eröffneten sie das Projekt „Stadt und Behinderung“, das die „Integration von Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft verbessern soll“, erklärt Luis. „Es handelt sich dabei zunächst um eine Evaluierung, die in neun Vierteln der Peripherie der Hauptstadt Maputo durchgeführt wird. Dabei werden Fragen zur Zugänglichkeit und Infrastruktur der Stadt gestellt. Diese Umfrage soll Auskunft darüber geben, in welchem Maße soziale Dienste vorhanden sind und inwiefern sie inklusiv und auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung angepasst sind. Im Anschluss kümmern wir uns darum, die bedürftigen Menschen an geeignete Servicestellen zu überweisen.“

Das nationale Netzwerk wurde im Jahr 2005 gegründet. „Davor wurde weder in Bezug auf Versorgung noch in Bezug auf Rechte viel unternommen, um auf die speziellen Bedürfnisse der Opfer von Landminen einzugehen“, so Luis. „Nachdem in Maputo 2007 ein Waffenlager explodierte, mussten zahlreiche Menschen amputiert werden. Diese Überlebenden erhalten keinerlei Rehabilitationsmaßnahmen, finanzielle Hilfe oder Maßnahmen zur Wiedereingliederung in das Berufsleben. Deswegen haben wir uns gegründet, um die Entstehung solcher Dienstleistungen zu fördern und sie anschließend weiter zu entwickeln.“

Die Anzahl der Unfälle mit Minen und anderen explosiven Kriegsresten ist zwar in den letzen Jahren zurückgegangen, doch das Problem ist noch lange nicht gelöst: „Uns sind nicht alle Fälle von Minenunfällen bekannt, manche dringen gar nicht bis zu uns vor. Es ist schwierig, die genaue Anzahl der jährlichen Opfer abzuschätzen.“
Das Netzwerk ist sowohl im Distrikt als auch in der Hauptstadt Maputo aktiv und die Mitglieder gehen auch in die abgelegensten Gebiete, um den Opfern direkt vor Ort helfen zu können. Durch diese Mobilität können Minenopfer ausfindig gemacht und registriert werden, um ihnen im Anschluss angemessene Unterstützung in jeder Situation bieten zu können.

Handicap International trägt zur Verstärkung der technischen Kapazitäten des Netzwerks bei. Der nationale Koordinator bestätigt: „Mit der Unterstützung von Handicap International konnten wir unsere Aktivitäten sichtbarer machen. Wir hoffen sehr, dass wir unsere Arbeit auf eine nationale Ebene ausdehnen können. Durch die Unterstützung sind wir bekannter geworden und konnten viele Menschen für die Ziele der Organisation sensibilisieren: die Integration von Menschen mit Behinderung in alle Ebenen des sozialen Lebens. Und dafür, dass jeder Mensch unabhängig und in Würde leben kann – trotz einer Behinderung!“

Stand 09/2009

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