Handicap International in Somaliland

In den Jahren 2006 und 2007 hat Handicap International seinen Einsatz in Somalia und Somaliland geplant und entwickelt. Die beiden Gebiete sind seit 1991 voneinander getrennt - damals hatte Somaliland seine Unabhängigkeit erklärt.

Handicap International arbeitet dort für Menschen mit Behinderung, HIV-infizierte Menschen und andere Risikogruppen, wenn es um Vorbeugung, den Zugang zu medizinischer Versorgung und die soziale Integration geht. Die Organisation bietet zudem ein Sensibilisierungsprogramm, um Minenunfällen vorzubeugen.

Einsatz unter Extrembedingungen

Sensibilisierung für die Gefahr von explosiven Überresten ist gerade für Kinder enorm wichtig

Sensibilisierung für die Gefahr von explosiven Überresten ist gerade für Kinder enorm wichtig © Handicap International

Somaliland im Nordwesen von Somalia ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die selbsternannte Republik – sie wurde bisher noch von keinem Staat der Welt anerkannt – befindet sich in einem desolaten Zustand. Die Gesundheitsversorgung ist unzureichend oder oft auch völlig zerstört.Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist akut von Minen und Blindgängern bedroht. Jedes zweite Minenopfer ist ein Kind unter 15 Jahren. Die allgemeine Lebenserwartung liegt bei 47 Jahren und die Kindersterblichkeit ist sehr hoch. Von den ca. 300 000 Menschen mit einer Behinderung sind laut Weltgesundheitsorganisation geschätzte 45.000 direkte Kriegsopfer. Der akute Bedarf an Rehabilitation ist deshalb enorm. Seit seiner de facto Unabhängigkeit von Somalia erholt sich Somaliland langsam von den jahrelangen Konflikten.

Doch trotz aller Fortschritte ist die Versorgung mit Prothesen und Mobilitätshilfen wie Rollstühlen oder Gehstützen und das Physiotherapie- Angebot in Somaliland nach wie vor sehr eingeschränkt. Damit fehlt die Grundvoraussetzung, um Menschen mit Behinderung zu mehr Mobilität, Unabhängigkeit und einem selbstbestimmten Leben zu verhelfen. Leider macht es ihnen auch die Gesellschaft nicht leicht, am alltäglichen Leben, geschweige denn an Wirtschaft oder Politik teilzunehmen. Oftmals sind Menschen mit Behinderung in Somaliland sozial stigmatisiert.

Vor allem Kinder sind durch die Blindgänger gefährdet

Vor allem Kinder sind durch die Blindgänger gefährdet © Handicap International

Als Folge davon ist ihnen der Zugang zu Bildung und Beruf erschwert. Eine diskriminierende Gesetzgebung verstärkt diese ungerechte Situation immer wieder. Besonders schlimm sind Frauen mit Behinderung betroffen. Diese Situation will Handicap International zusammen mit dem lokalen Partner DAN (Disability Action Network) ändern.

Seit 1992 führt Handicap International Projekte zur Minenaufklärung, Unterstützung von Behindertenverbänden, inklusiver Bildung und Opferversorgung durch. Das Versorgungs- und Ausbildungsprojekt von DAN im Zentrum für Physische Rehabilitation der Hauptstadt Hargeisa versorgt Patienten mit Prothesen, Gehhilfen, Rollstühlen und physiotherapeutischer Behandlung. Wie in all unseren Projekten legen wir bebesonderen Wert auf die Ausbildung von Einheimischen. Auch die Unabhängigkeit und Einbeziehung von Personen mit Behinderung in die Gesellschaft soll gefördert werden. Zudem werden speziell die von Minen betroffenen Gemeinden über die vorhandenen Rehabilitationsangebote informiert. Seit 1992 konnten so 21 000 Patienten im Rehabilitationszentrum von Hargeisa versorgt werden.

Die Regierung von Somaliland möchte den Opfern der Konflikte helfen. Wir unterstützen sie dabei. Deshalb ist es unser Anliegen, eine qualitativ hochwertige Rehabilitation anzubieten. Menschen mit Behinderung sollen wieder vollwertige Mitglieder der Gesellschaft werden. Denn nur so können sie ihre Eigenständigkeit erlangen und schließlich ihre Potenziale vollständig ausschöpfen.

 

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt bezuschusst


Stand 05/2011

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