
Boniface Kapindo und sein Freund Amos Muhindo klettern über die Dorfbrücke von Kitholhu. Für die beiden Minenüberlebenden hält ihre Umwelt so manche Barriere bereit. © Till Mayer www.tillmayer.de / Handicap International
„Was haben dieses Land und seine Menschen in den vergangenen Jahrzehnten ertragen müssen. Diktatoren wie Idi Amin und einen grausamen Bürgerkrieg mit vielen Fronten: Tod, Gewalt, Verstümmelungen. Hundertausende bezahlten mit ihrem Leben. Die Körper meiner Gesprächspartner berichten davon. Minenüberlebende, denen die Sprengsätze Beine, Arme oder selbst das Augenlicht geraubt haben. Der Krieg hat ihnen ein Stück ihres Körpers genommen, nicht selten ihre Seele tief verletzt. Dagegen waren sie völlig machtlos. Sie werden ihr Leben lang an den Folgen tragen.
Das ist ein Stück Traurigkeit, die ich bei meiner Ugandareise erfahren habe. Aber es ist nur ein Teil der Geschichte, die ich erzählen will. Ich habe Menschen getroffen, deren Tapferkeit Mut macht. Wie Kule Phaninas, der beide Beine verloren hat, als er auf eine Mine trat. Jeden Tag schuftet er bis zur Erschöpfung, damit alle seine Kinder ihre Schule beenden können. Er hat einen Traum: Sein ältester Sohn geht auf die Universität ... Ein Traum nur, denn die Kosten liegen weit jenseits von dem, was er sich jemals wird leisten können.
Oder Boniface Kapindo, ebenfalls an beiden Beinen amputiert, der mit einem kleinen Laden eine bescheidene Lebensgrundlage aufgebaut hat. Auch er hat einen Traum: Ein Dreirad, mit dem er seine Waren transportieren und sein Geschäft ausweiten könnte. Boniface hat immer Pläne geschmiedet, und sie Stück für Stück umgesetzt. Auch wenn durch seine Behinderung die Schritte kleiner und langsamer ausfielen. Er gehört zu den Dorfältesten. Sein Rat ist gefragt.
Das sind die Geschichten, die ich erzählen will. Von starken Menschen, die sich selber helfen. Denen man aber auch einen Partner wünscht, der einen Traum zum erreichbaren Ziel machen kann. Weil es einfach ein Stück Gerechtigkeit wäre.
In Rose Muhindo Mujungu und Sylvia Biira haben die Menschen, die ich auf meiner Reise traf, wertvolle Unterstützung gefunden. Die Mitarbeiterinnen von Handicap International besuchen Minenopfer und andere Menschen mit Behinderung in ihren Dörfern. Sie besorgen Gehhilfen und Rollstühle und organisieren die Reise ins Orthopädiezentrum, wo Prothesen angepasst werden können. Und sie begleiten die Menschen, die so Schlimmes erlebt haben durch psycho-soziale Betreuung und ermöglichen ihnen Gespräche mit Psychologen. Das sind wichtige Schritte auf einem langen und steinigen Weg durchs Leben, nach der Mine. Herzlichen Dank an meine Gesprächspartner und an das engagierte, geduldige Team von Handicap International vor Ort!“
Till Mayer

Till Mayer aus Bamberg bereist seit über 15 Jahren Kriegs- und Krisengebiete, um die Folgen für die Zivilbevölkerung zu zeigen. Oft stehen dabei Menschen mit Behinderung im Fokus seiner Arbeiten. Für Handicap International reiste er im April 2012 ins westliche Uganda und dokumentierte das (Über-)Leben von Minenopfern. Die Langzeitfolgen von Kriegen zeigt er u.a. auch in seinem Bildband „Abseits der Schlachtfelder“, für den er 2012 den Coburger Medienpreis erhielt (im Buchhandel und unter www.erich-weiss-verlag.dezu beziehen). Als Redakteur des „Obermain-Tagblatt“ in Lichtenfels hat Till Mayer die Leseraktion „Helfen macht Spaß“ aufgebaut. Sie unterstützt in Zusammenarbeit mit den örtlichen Wohlfahrtsverbänden Menschen in der Region. Mehr unter www.tillmayer.de
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Ausstellung „Steiniger Weg“: Minenüberlebende in Uganda: „Steiniger Weg“ – kurz und prägnant beschreibt dieser Titel die drei- sprachige Ausstellung, die aus der Uganda-Recherchereise des Bamberger Journalisten und Fotografen Till Mayer im April 2012 entstand. Die Ausstellung kann ... >> mehr

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