Taifung Washi - 4 Portraits überlebender Menschen mit Behinderung

Joshua, Terry, Trisha und Angel haben den Tropensturm Washi alle hautnah miterlebt. Eine weitere Gemeinsamkeit der vier Überlebenden des Taifuns ist, dass sie alle mit Behinderungen leben. Handicap International unterstütze diese besonders schutzbedürftigen Menschen nun mit Rollstühlen und Gehstöcken, um ihnen schnellstmögliche Rehabilitationsmaßnahmen zu ermöglichen. 

Joshua lacht und schenkt der Kamera ein Strahlen.
Joshua strahl in die Kamera. © Handicap International

Ein neuer Rollstuhl für Joshua

Am Freitag, den 16. December 2011, wurde der zehnjährige , an Zerebralparese leidende Joshua Diegas, in einer großen Blechwanne schwimmend aus seinem Haus gerettet. Handicap International hat seinen alten großen Rollstuhl durch einen neuen ersetzt.

Joshua Diegas ist ein zehnjähriger Junge, der an Zerebralparese leidet. Diese Krankheit beeinflusst die Muskulatur, die Bewegung, die Motorik und die Fähigkeit, sich koordiniert und zielgerichtet zu bewegen. 

Dank der Hilfe seines Vaters wurde Joshua in einer großen Blechwanne schwimmend aus dem Haus gerettet und überlebte so den schweren Tropensturm Washi. Da das Haus von den tosenden Fluten völlig verwüstet wurde, musste die siebenköpfige Familie das gemeinsame Zuhause in Isla de Oro in Cagayan de Oro City verlassen.

Ohne Geld und sonstige Mittel, blieb der Familie Diegas nichts anderes übrig, als in einem überfüllten Evakuierungszentrum in der städtischen Schule unterzukommen. Fast 200 Familien suchen in den Klassenräumen und Sporthallen der Schule Schutz.

Trotz dieser Tragödie haben Joshuas Eltern noch Hoffnung auf ein besseres Leben. Sein Vater Nicolas, ein Bauarbeiter und seine Mutter Magdalena, eine Reflexologin, planen einen Neubeginn, sobald sie eine neue Unterkunft zugewiesen bekommen. Sobald die Eltern über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, wollen sie Joshua eine Therapie in einem Gesundheits-und Rehabilitationszentrum ermöglichen.

Joshuas Eltern freuen sich sehr über den neuen Rollstuhl von Handicap International, da er viel besser für Joshuas Größe geeignet ist, als sein alter Rollstuhl. Nur mit einem neuen Rollstuhl kann Joshua seine Selbstständigkeit weiter verbessern. Darüber hinaus gewährleistet ein solcher Rollstuhl Joshuas Sicherheit und lindert seine gesundheitlichen Beschwerden.


Eine Betreuerin kümmert sich um die im Rollstuhl sitzende Angel.
Angel wird von einer Betreuerin gepflegt. © Handicap International

Ein bequemer Rollstuhl für Angel

Die zehnjährige, an Zerebralparese leidende Angel KhayAcido , hatte Glück während des Taifuns Washi: Dank ihrer Geschwister, die sie auf das Dach hoben, wurde sie von den Fluten verschont. Von Handicap International hat sie einen Rollstuhl und einen Nachtstuhl bekommen.

Um ihre Muskeln zu trainieren und ihr möglichst viel Eigenständigkeit zu ermöglichen, wurde Angel KhayAcido für Therapieeinheiten in das private Gesundheitszentrum Nazareth Cagayan de Oro gebracht. Wegen finanzieller Probleme mussten die Eltern diese Therapieeinheiten nun jedoch vorerst abbrechen.

Angel wurde dank ihrer Familie von der verheerenden Bedrohung durch den tropischen Sturm Washi verschont. Da sie sich selbst nicht in Sicherheit bringen konnte, war Angel auf die Hilfe ihrer Familie angewiesen. Als die tobende Flut das Haus der Familie zu überschwemmen drohte, wurde sie von ihren Geschwistern auf das Dach gehoben. Glücklicherweise haben auch die übrigen Familienmitglieder das Unglück überlebt.

Wenn die Familie endlich wieder genug Geld hat, will sie Angels Therapiestunden wieder finanzieren und sie in einer Bildungseinrichtung zur speziellen Förderung anmelden. Angel Khays Familie freut sich sehr über den Roll- und den Nachtstuhl, die sie von Handicap International bekommen hat, da diese ihrem besonderen Engel sehr zu Gute kommen.


Trisha wird von einem Betreuer getragen.
Trisha wird von einem Betreuer getragen. © Handicap International

Trishas erster Rollstuhl

Trisha Gueen D. Baculio, ein zehnjähriges Mädchen das an infantiler Zerebralparese leidet, lebt in Macanhan Carmen Cagayan de Oro. Handicap International traf sie in einem Evakuierungszentrum.

Während des durch den Taifun Washi entstandenen Hochwassers, brachte man Trisha mit einem großen Waschkorb durch das Fenster ihrer nun zerstörten Heimat in Sicherheit. Obwohl sie alles verloren haben, ist Trishas Familie glücklich überlebt zu haben und kein Familienmitglied verloren zu haben. „Wir konnten zwar unseren Besitz nicht retten, aber es ist mir ohnehin viel wichtiger, meine Familie immer noch um mich herum zu wissen“, sagt Ricky, Trishas Vater. Trisha´s Familie konnte zunächst einmal bei der Verwandtschaft in Kauswagan unterkommen.

Am 05. Januar 2012 traf Handicap International die Familie Baculio in der zu einem Evakuierungszentrum umfunktionierten städtischen Schule von Cagayan de Oro. „Wir sind sehr dankbar über den Rollstuhl, da er für Trisha eine große Erleichterung darstellen wird. Wir hatten bislang kein Geld, ihr einen Rollstuhl zu kaufen, doch jetzt kann sie endlich lernen, wie es ist, sich selbstständig zu bewegen“, sagt Ricky.


Terry beschäftigt sich mit ihrem neuen Gehstock.
Terry mit ihrem neuen Gehstock. © Handicap International

Terry möchte einen Neubeginn wagen

Die 57-jährige Witwe Terry Cagaanan ist eine von vielen Überlebenden der Überschwemmungen, die durch den tropischen Sturm Washi entstanden. Vor einigen Jahren erlitt sie einen Herzinfarkt. Vor ihrem Herzinfarkt hatte Terry als Funkoffizierin für die Stadtverwaltung von Cagayan de Oro gearbeitet. Aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme war sie jedoch 2008 gezwungen in Ruhestand zu gehen.

Als Rente erhält sie 140 Euro, die gerade mal ausreichen, um ihre tägliche Medizin und ihre Unterkunft zu finanzieren. Das Schicksal meinte es nicht gut mit ihr – ihr kleines An-und Verkauf- Geschäft ging Bankrott und die Regierung strich ihr daraufhin die 53 Euro als Zuschuss für ihren Lebensunterhalt. Vor dem Taifun hat sich Terry ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von Kerzen verdient. Damals hat sie pro Tag einen Euro verdient – ein sehr geringes Einkommen, mit dem sie und ihr neun-jähriger Enkel Niño über die Runden kommen mussten. Niño pflegte seine Großmutter und leistete ihr Gesellschaft. 

Als der Taifun Washi über die Stadt hinweg zog, wurden beinahe 1.000 Häuser in Isla de Oro durch die starken Fluten zerstört. Auch Terrys Haus blieb von den wütenden Überschwemmungen nicht verschont. Lola Terry stand vor dem Nichts – auch das Ersparte aus dem täglichen Verkauf ihrer Kerzen war weg.
Trotz dieser Tragödie ist Terry dankbar, dass ihr Enkel und sie überlebt haben. Mit der Hilfe ihres Gehstocks konnten sie den Fluten durch das Dach entkommen. „Für mich und meinen Enkel ist das Geschehene ein Albtraum“, erklärt Lola Terry.

Sie hofft, dass die Stadtverwaltung von Cagayan de Oro einmal mehr ihre finanzielle Unterstützung ausdehnen und eine neue Unterkunft fördern wird, damit sie zusammen mit ihrem Enkel einen Neubeginn wagen und ein neues Zuhause aufbauen kann.  

Währenddessen freut sich Terry, dass Handicap International ihren alten Rattan-Gehstock gegen einen neuen langlebigeren ausgetauscht hat.


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Stand 02/2012

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