Philippinen: Phase 2 der Nothilfemaßnahmen

Mobile Teams helfen den besonders Schutzbedürftigen

 
 Ab dem 20. Februar 2012 wird ein Handicap International Team den schutzbedürftigsten Menschen, beispielsweise Menschen mit Behinderung oder isoliert lebenden, helfen. Notwendig machte diese Maßnahmen der Taifun Washi, der die Leben von über 1,1 Millionen Menschen betraf. 

Männer tragen durch die Überschwemmungen angespülten Müll weg.
Aufräumarbeiten nach den Überschwemmungen. © Handicap International

Als Ergebnis einer ersten Evaluierung Ende Dezember in Cagayan de Oro wurden zunächst die überlebenswichtigsten Gegenstände, wie Materialien zum Bau von Notunterkünften, Hygiene-Sets und Schutzpakete Anfang Januar verteilt. Im Zuge dieser Verteilungen konnte die Bedürfnisse der Menschen vor Ort detailliert ermittelt werden. 

Informationen wurden von diversen Quellen bezogen. Von Evakuierungszentren, lokalen Regierungsvertretern in den Städten und Dörfern (Bürgermeister, Gemeindevorsteher, Sozial- und Gesundheitspersonal etc.), Opfern der Katastrophe und Menschen mit Behinderung. Außerdem nahm Handicap International an mehreren Koordinierungstreffen mit anderen humanitären Akteuren und Behörden teil. 

Aus diesem Grund wird sich Handicap International auf folgende Aufgaben konzentrieren:

Errichtung von Anlaufstellen für Menschen mit Behinderung und andere besonders Schutzbedürftige (Disability and Vulnerability Focal Points - DVFPs), um:

  • Menschen mit Behinderung und anderen besonders Schutzbedürftigen (ältere Menschen, schwangere Frauen, alleinstehende Kinder etc.) den Zugang zur allgemeinen Nothilfe zu ermöglichen
  • die speziellen Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung zu ermitteln und spezielle, medizinische oder technische Lösungen anbieten zu können, wenn das notwendig wird. 


Zwei mobile Teams werden zusätzlich formiert, um ebenfalls bestimmte Dörfer und Evakuierungszentren versorgen zu können, die vor allem in den Gebieten liegen, die am weitesten von der Innenstadt entfernt sind. Sie werden außerdem die Bedürfnisse der besonders schutzbedürftigen Menschen ermitteln und, wie in den Anlaufstellen, angepasste Hilfe anbieten, wo immer sie nötig ist. 

Handicap International wird zudem mit anderen Akteuren der humanitären Hilfe zusammenarbeiten, um ein System zu schaffen, dass die Opfer der Katastrophe an die richtigen Stellen vermittelt. Parallel soll auch die Aufmerksamkeit für das Thema Behinderung bei den Behörden und den anderen humanitären Akteuren erhöht werden – und gewährleistet werden, dass Menschen mit Behinderung in sämtliche Hilfsmaßnahmen mit einbezogen werden. 

Gleichzeitig wird Handicap International Organisationen von Menschen mit Behinderung dabei unterstützen, ihre eigenen Möglichkeiten weiterzuentwickeln. Sie sollen so dauerhaft besser auf die lokalen Behörden einwirken können, um die Umsetzung von Gesetzen für Menschen mit Behinderung  voranzubringen. Außerdem sollen sie in der Lage sein, anderen Menschen mit Behinderung zu helfen, wenn es beispielsweise um Risikoprävention in Bezug auf Naturkatastrophen geht. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Koordination mit anderen internationalen Akteuren. Langfristig sollen die betreuten Organisationen nach dem Ende des Engagements von Handicap International im Notfall als Anlaufstellen für Menschen mit Behinderung und andere besonders Schutzbedürftige dienen und auf deren besondere Bedürfnisse speziell eingehen.  

Hintergrund


Am Freitag den 16. Dezember 2011 hat der Taifun Washi, unter den Einheimischen auch als Tropensturm Sedong bekannt, innerhalb von 10 Stunden anhaltender, sintflutartiger Regenschauer die Region Mindanao – im Süden der Philippinen liegend – komplett geflutet. In der Region, in der solche Zyklone eher unüblich sind, kamen innerhalb von nur einer Nacht fast 1000 Menschen ums Leben. Berichten der Vereinten Nationen zufolge, wurden mehr als 50000 Häuser verwüstet und die Existenz von rund 1,1 Millionen Menschen stark angegriffen. Einen Monat später finden noch immer 26.000 Überlebende in überfüllten Evakuierungszentren in Cagayan de Oro und Iligan Unterkunft. Weitere 200.000 Menschen suchen Asyl in provisorisch eingerichteten Camps oder bei benachbarten Familien.

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Stand 02/2011

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