Mohammeds Unfall

Mohammed

Mohammed © M. Faris

Mohammed lebt im Lager von Khan Younes mitten im Gazastreifen. Am 11. August 2002 wird er auf dem Weg zur Schule bei einem Übergriff der israelischen Armee von Granatsplittern schwer verletzt. Erst im Krankenhaus Nasir kommt die Entwarnung: Mohammed ist außer Lebensgefahr. Aber: Seine Sehnen sind durchtrennt; er kann nicht mehr laufen; er hat schwere Brandverletzungen an den Beinen und an seiner rechten Hand; zwei Finger müssen amputiert werden. Mohammed ist gerade mal sechs Jahre alt.

In den folgenden vier Wochen übersteht der kleine Junge Operationen, Transplantationen und die orthopädische Notversorgung. Schon zu diesem Zeitpunkt nimmt das mobile Team vom El Wafa Krankenhaus mit ihm Kontakt auf. Das El Wafa Krankenhaus ist das einzige orthopädische Rehabilitationskrankenhaus im Gazastreifen,doch da es im Norden liegt, ist es wegen der wiederholten Blockaden der besetzten Gebiete oft nicht erreichbar. Das mobile Team von El Wafa lernt Mohammed schon im Krankenhaus Nasir kennen und begleitet seine Genesung.

Als Mohammed endlich nach Hause zu seiner Familie kann, ist das für alle ein Fest. Aber auf die Familie kommen schwere Aufgaben zu, denn Mohammed kann sich kaum selbst bewegen und braucht ständige Betreuung. Das mobile Team von El Wafa hilft der Familie zunächst, diese Situation anzunehmen. Es stellt für Mohammed ein bewegungstherapeutisches und dermatologisches Programm zusammen und löst die Angehörigen bei der Pflege ab. Über viele Monate muss Mohammed jeden Tag sehr anstrengende und schmerzhafte Übungen machen. Die verbrannte Haut an den Beinen und an der Hand muss besonders gepflegt und gedehnt werden. Er muss wieder ganz neu laufen lernen. Und er muss lernen, mit nur drei Fingern an der rechten Hand zurecht zu kommen.

Mohammed beim Fußballspielen

Mohammed beim Fußballspielen © M. Faris

Die täglichen Übungen verlangen von dem kleinen Jungen sehr viel Kraft, Geduld und Ausdauer. Trotzdem gibt er nie auf. Er macht gute Fortschritte. Nach einem Monat kann er das erste Mal wieder aufstehen und mit Hilfe seiner Mutter ganz langsam ein bisschen gehen. Zwei Monate später macht er ganz alleine wieder seine ersten Schritte. Acht Monate, nachdem der 6jährige so schwer verletzt wurde, hat er seine Motorik weitest gehend wieder erlangt. Er zeigt große Geschicklichkeit, auch mit der rechten Hand, an der zwei Finger fehlen. Er spielt jetzt endlich wieder Fußball und er geht auch wieder in die Schule auf dem Weg, den die Bombardierung unterbrochen hatte.

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