
Das Krankenhaus Canapé Vert in Port-au-Prince verfügt über einen Operationsbereich, der glücklicherweise nicht durch das Erdbeben zerstört wurde und weiter benutzt werden kann. Im Krankenhaus selbst wird nur operiert, die Patienten müssen daher draußen unter kleinen Zelten warten.
Ein Team von Handicap International, bestehend aus Orthopäden und Physiotherapeuten, hat das Krankenhaus und die Verletzen besucht und kümmert sich vor allem um diejenigen mit Brüchen und Amputationen. Das Team verteilt Gehhilfen und Rollstühle. Sie geben den betroffenen Menschen Rat und helfen aus, wo sie nur können. Dort treffen die Mitarbeiter von Handicap International auf Juline, die ihnen ihre Geschichte erzählt.
Juline ist von Beruf Kosmetikerin. In dem Moment, als das große Erdbeben über Haiti hereinbrach, war sie selbst nicht in ihrem Haus und hatte dort jemanden, der auf ihr Baby aufpasste. Nachdem ihr bei dem Beben nichts passiert war, rannte sie so schnell sie konnte nach Hause. Ihr Haus war völlig zerstört worden und zu großen Teilen eingestürzt. Der Babysitter war geflüchtet und hatte das Kind allein im Haus zurückgelassen. Juline suchte verzweifelt nach ihrem Baby – aber sie konnte es nur noch verschüttet unter den Trümmern bergen. Es war bereits tot.
Während ihrer Suche stürzte eine weitere Mauer ein und ihr fiel ein Trümmerstück auf den linken Fuß. Die Quetschung war so schlimm, dass sie ins Krankenhaus Canapé Vert gebracht werden musste, wo die Ärtze die Amputation der Zehen nicht mehr verhindern konnten.
Stand: 23.01.2010
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