Umfassende Versorgung der Opfer und Bau von Unterkünften

In provisorischen Zelten werden die Patienten von Handicap International betreut
Unser mobiles Team bei der Versorgung einer amputierten Patientin © William Daniels für Handicap International

Mehr Gesundheitspersonal vor Ort

Die Anzahl der Mitarbeiter von Handicap International in Haiti beläuft sich mittlerweile schon auf ca. 200 Personen und wird in den kommenden Wochen noch weiter ansteigen, um den immensen Bedürfnissen der verletzten und obdachlosen Menschen nachkommen zu können. Aktuell befinden sich 29 Auslandsmitarbeiter in unseren Projekten in Haiti, vor allem in den Bereichen Logistik und medizinische Versorgung.  

Unsere Projekte konzentrieren sich momentan auf fünf Regionen: Port-au-Prince, Cap Haïtien, Gonaïves, Jacmel und Petit-Goâve Die 160 logistischen Mitarbeiter vor Ort sind auf diese fünf Hauptquartiere verteilt und betreuen eine Flotte von 45 Allrad-Lastwagen und drei Zwischenlagern mit einer Fläche von über 6000 m². Das medizinische Team von Handicap International verfügt über etwa dreißig Mitarbeiter (davon 11 Auslandsmitarbeiter), die sich auf sechs mobile Teams verteilen. Zwei dieser Teams agieren direkt in den acht Krankenhäusern von Port-au-Prince, in denen nur die am schwersten getroffenen Patienten behandelt werden, die meisten von ihnen müssen amputiert werden.

Die anderen vier mobilen Versorgungsteams durchstreifen vier Viertel und Vorstädte von Port-au-Prince (Carrefour, Carrefour Feuilles, Christ-Roi, Pétionville), um dort in den Zeltlagern der obdachlosen Menschen medizinische Versorgung zu bieten und Gehhilfen zu verteilen. Ihre Aufgabe besteht auch darin, eine Bestandsaufnahme der Verletzungen zu machen und die schwer betroffenen Menschen in Krankenhäuser zu bringen. Außerdem werden Angehörige von Verletzten darin geschult, wie sie sie am besten pflegen können.  

In zwei bis drei Wochen soll das medizinische Team auf ca. 100 Mitarbeiter erweitert werden. Diese werden nötig sein, wenn ab März wird mit der Lieferung und Anpassung von Prothesen für die amputierten Menschen begonnen wird.

Eine Physiotherapeutin gibt dem Jungen Anweisungen, wie er sein Bein bewegen soll
Unsere Physiotherapeutin macht Rehabilitations- übungen mit einem Jungen, der bald eine Prothese benötigen wird © William Daniels für Handicap International

Beginn der Herstellung von Prothesen

Laut Schätzungen unseres Teams vor Ort wird es zwischen 2000 und 4000 bedürftige Menschen geben, die auf Grund des Erdbebens vom 12. Januar eine Amputation erleiden mussten. Vor der Katastrophe gab es in Haiti nur ein einziges Orthopädiezentrum für Prothesen, dieses wurde völlig zerstört. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Handicap International nach der Abheilung der Wunden der amputierten Menschen mit der Beschaffung von Prothesen beginnt. Im Laufe der nächsten sechs Monate werden mehrere Hundert Notprothesen und Orthesen hergestellt werden. Diese Übergangslösungen werden anschließend durch endgültige Prothesen ersetzt werden müssen. Unser Ziel ist es daher,  eine langfristige Versorgung mit Rehabilitation und orthopädischen Hilfsmitteln aufzubauen und zu koordinieren, in der auch haitianisches Personal geschult wird, damit das Projekt eines Tages auch ohne unsere Hilfe fortbestehen kann.  

 

Psychologische und soziale Unterstützung

Zwei Wochen nach der Katastrophe hat unter Team auch damit begonnen, den traumatisierten Menschen psychologische Unterstützung zu bieten. Viele Überlebende haben eine Behinderung davongetragen, einen Teil ihrer Familie verloren oder stehen immer noch unter Schock. Für diese Menschen werden von Handicap International Gesprächsgruppen organisiert, in denen bereits über 300 Opfer teilgenommen und über ihre Erlebnisse geredet haben. Zwei französische Krankenschwestern, die auf Schmerzbewältigung spezialisiert sind, sind speziell zu diesem Zweck in unserem Team aktiv.

Eine Physiotherapeutin von Handicap International macht Übungen mit einer amputierten Patientin
Physiotherapeuten bei der Behandlung einer amputierten Patientin © William Daniels für Handicap International

Verteilung von Nothilfepaketen und Bau von Unterkünften

Über eine Million Einwohner Haitis sind durch das Erdbeben obdachlos geworden. Da ihre Häuser mit all ihrem Hab und Gut zerstört wurden, haben sie nichts. Dafür hat Handicap International damit begonnen, Nothilfepakete zu verteilen, die aus Decken, Seilen, Matten, Wasserfiltern, Kanistern und Küchenutensilien bestehen. Jedes der Pakte hat einen Wert von 58 €. Weiterhin werden Hygiene- und Nahrungsmittelpakete verteilt. Für Anfang Februar bereitet Handicap International vorübergehende Unterkünfte in Petit-Goâve und Grand-Goâve vor. Diese beiden Regionen, die nur 10 km vom Epizentrum des Bebens entfernt lagen, wurden zu 60 % zerstört und in ihnen leben etwa 50.000 betroffene Menschen. Die geplanten Unterkünfte werden zunächst aus Zelten bestehen und dann Schritt für Schritt in mittelfristige Unterkünfte weiterentwickelt werden, die auf Stahl- oder Holzgestellen erbaut werden, ein Dach besitzen und mit leichten Platten umhüllt und stabilisiert werden. Diese Platten können dann langfristig je nach Bedarf durch härtere Materialien ersetzt werden, vor allem für die Zyklonzeit in den Sommermonaten.  

Bei der Zuteilung der Unterkünfte werden die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung, älteren und schwächeren Menschen berücksichtig werden, vor allem im Bezug auf ihre Mobilität.  

Aufräumarbeiten und Projekt „Cash for work“

Ab Anfang Februar wird Handicap International mit dem Aufräumen der Trümmer in bestimmten Regionen beginnen und dabei gegen Entlohnung die Einwohner mit einbinden, um ihnen die Möglichkeit zu geben, Geld zu verdienen. 500 Pakete mit geeignetem Werkzeug (Schaufeln, Spitzhacken, Stützbalken, Hammern, Eimern, Helmen, Schutzhandschuhen und Warnwesten) mit einem jeweiligen Wert von 80 € sind bereits auf dem Weg in die Regionen und werden an Gruppen von je zehn Personen verteilt werden.


Weitere Informationen über unseren Einsaz in Haiti:

Stand: 30.01.2010

Bitte helfen auch Sie!

Bitte unterstützen Sie unseren Einsatz mit einer Spende unter dem Stichwort HAITI auf das Konto 595 bei der Bank für Sozialwirtschaft BLZ 70020500 oder spenden Sie online.


nach oben

Link zur Spendenseite
Newsletter abonnieren!
Link zur Kinderseite
Link zur Jugendseite
Zu den Fachpublikationen
Link zu den Videos
Link zu ComIn
Zum Pressebereich