Erklärung von Handicap International, Kambodscha 1992
„Die derzeitige Rückführung von 350.000 kambodschanischen Zivilisten, die momentan in den Lagern an der thailändischen Grenze zusammengepfercht sind, legt in verschärfter Form das Problem von Millionen Anti-Personen-Minen auf kambodschanischem Boden offen.

Weltweit finden in den 1990-er Jahren Protest-Veranstaltungen der Landminenkampagne statt. © Kjell Knudsen - ICBL
In den letzen 15 Jahren haben mehr als 30.000 Kambodschaner durch Unfälle mit Minen ein Bein verloren. Mindestens genauso viele – mit Sicherheit sogar noch mehr – sind gestorben, da es keine ausreichenden Behandlungsmöglichkeiten gab. Sie starben oft ganz allein und unter schrecklichen Qualen. Handicap International arbeitet seit über zehn Jahren in Kambodscha und versucht, den Überlebenden zu helfen. Doch die Schäden durch diese heimtückischen und in ihrer Wirkung sehr fragwürdigen Waffen reichen weit: Die zerstörerischen Folgen für die Zivilbevölkerung verurteilen die betroffenen Regionen zu einer andauernden wirtschaftlichen Unterentwicklung. Die Anti-Personen-Minen treffen unterschiedslos Zivilisten wie Militärs, Tausende von Frauen und Kindern, töten und verstümmeln sie. Die weite Verbreitung der Minen macht Landwirtschaft unmöglich und führt so zurück zu einer wahrhaften Politik der „verbrannten Erde“.
In einer alarmierenden Zahl von Ländern hat dieses Problem solche Dimensionen angenommen, dass die Minenräumung, die immer als militärische Aufgabe betrachtet wurde, heute zum unumgänglichen Teil humanitärer Arbeit wird. Ohne eine Räumung der Minenfelder in Friedenszeiten ist kein ländliches Entwicklungsprojekt möglich.

Die Verleihung des Friedensnobelpreises 1997 an die Internationale Kampagne für das Verbot von Landminen © Handicap International
Aufgrund unserer inzwischen zehnjährigen Erfahrung bei der Arbeit in Kambodscha und 25 anderen Ländern haben wir uns entschieden, für eine Verringerung der Opferzahlen zu kämpfen und dazu beizutragen, dass das Massaker an Zivilisten und Kindern nicht weiter auf internationale Gleichgültigkeit stößt.“