Der Arbeitskreis Kriegsfolgen, eine Gruppe ehrenamtlicher Aktivisten von Handicap International Deutschland, hat auf der Grundlage einer Ausstellung von Alexander Stöcker und Romy Schreiber im Berliner Anti-Kriegs-Museum eine Ausstellung entwickelt, die erstmals im April 2010 im Münchner EineWeltHaus gezeigt wurde:

DUst & Death 

Staub und Tod – die humanitären Folgen von Munition aus abgereichertem Uran (DU*)

* Abk. für engl. Depleted Uranium 


Hier können Sie sich die gesamte Ausstellung im PDF-Format ansehen.

Wir freuen uns, wenn die Ausstellung an weiteren Orten präsentiert wird! Wenn Sie sich dafür interessieren, sie auszuleihen und in Ihrer Gemeinde, Schule, Kulturzentrum o.ä. zu zeigen, wenden Sie sich bitte an
Ruppert Grund, Tel. 089-54 76 06-29, rgrund(at)handicap-international.de

Im Rahmen der Münchner Ausstellung fand eine interessante Vortragsveranstaltung statt.

Besucher der Ausstellung im EineWeltHaus München

Die Ausstellung lockte viele Besucher an © H. May für Handiacp International

Die Ausstellung

Foto eines wahrscheinlich irakischen Mädchens, das für Leyda steht

© Alan Pogue

Leyda war früher immer ein fröhliches Kind gewesen, obwohl in ihrem Land Irak viele schlimme Dinge passierten. Leyda und ihre Freunde hatten eine Idee: Ein kaputter, liegen gebliebener Panzer diente als Schloss, Leyda durfte die Prinzessin spielen und ihre Freunde sollten sie vor einem großen Monster retten…   

In den Kriegen im Irak und auf dem Balkan wurde Munition aus abgereichertem Uran (engl. Depleted Uranium, DU) eingesetzt. Auch in Afghanistan, im Libanon und in Somalia weist vieles auf einen Einsatz dieser Waffen hin; er wurde jedoch nicht bestätigt. Durch das schwere Uran-238 erhält die Munition eine sehr hohe Durchschlagskraft. Sie durchbohrt Panzer und Häuser wie Butter. Bei einem Treffer entzündet sich das Uran, und Uranoxid wird freigesetzt, das als Nanostaub durch die Winde bis hoch in die Stratosphäre gewirbelt wird. So kann sich der radioaktive Staub auch rund um den Erdball verteilen. Die winzigen Partikel des hochgiftigen und radioaktiven Schwermetalls können sich über verschiedene Aufnahmewege im Körper einlagern, ihn vergiften, Krebs und weitere schwere Krankheiten auslösen und die DNA, die menschliche Erbinformation, verändern.   

So sind Leyda und ihre Freunde auch noch lange nach dem Einschlag der Munition gefährdet, wenn sie gemeinsam den verseuchten Panzer erobern und ihn zu ihrem Schloss verwandeln. Die Ausstellung „DUst & Death erzählt von ihrem Schicksal – eine erfundene Geschichte, die sich so oder ähnlich in Gebieten, in denen Uranmunition verschossen wurde, abspielt. Sie berichtet von den humanitären Folgen von Uranmunition und von der internationalen Kampagne zur Ächtung dieser Waffe.   

Anders als bei Landminen oder Streumunition, wo der direkte Bezug zwischen Waffe und Opfer ganz offensichtlich ist, lässt sich der kausale Bezug von Ursache und Wirkung im Fall von Uranmunition nicht so einfach nachweisen. Manche staatlichen und halbstaatlichen Untersuchungen (darunter auch die der WHO) verneinen einen solchen Zusammenhang nach wie vor. Auf der anderen Seite unterstreicht die UN schon in einer Resolution von 2007 die ernstzunehmenden Gesundheitsrisiken beim Einsatz von Uranmunition. Das EU-Parlament fordert die Mitgliedsstaaten der EU und der NATO auf, Uranmunition zu ächten. Belgien und Costa Rica haben diese Waffen bereits verboten, und andere Länder bereiten ein solches Verbot vor. Auch mehren sich Gerichtsurteile, die kontaminierten Soldaten Schadenersatz zuerkennen.   

Der Arbeitskreis Kriegsfolgen von Handicap International Deutschland möchte mit der Ausstellung „DUst & Death“ dazu beitragen, dass das Problem der Uranmunition öffentlich wahrgenommen und diskutiert wird. Wir unterstützen die Forderung der International Campaign to Ban Uranium Wepaons (ICBUW) nach einer internationalen Konvention zur Ächtung der Waffen nach dem Vorbild der Konventionen zur Ächtung von Anti-Personen-Minen (1997) und von Streubomben (2008). 

Uranmunition - Risiko für Mensch und Umwelt?

Zwei Frauen mit Schutzanzügen und einer Kamera in der Hand gehen von einem ausgebrannten Wrack weg in Richtung Kamera

Prof. Lengfelder, Vorsitzender des Otto Hug Strahleninstitutes - MHM und weitere Referenten thematisierten viele wissenswerte Aspekte während einer sehr interessanten und aufschlussreichen Veranstaltung in München. >>mehr


Film: Uranio - 238

zu sehen sind Fässer, in denen Uran 238 gelagert wird

Kann die Nutzung von Atommüll als Waffe wirklich gut gehen?
Dieser preisgekrönte Film beleuchtet die Thematik auf sehr unterhaltsame Art näher. >>Zum Film


Link zur Spendenseite
Newsletter abonnieren!
Zu den Fachpublikationen
Link zu ComIn