Die Podiumsveranstaltung mit Prof. Edmund Lengfelder, Vorsitzender des Otto Hug Strahleninstitutes - MHM und weiteren Experten, griff viele Aspekte rund um das Thema Uranmunition auf. Marie-Claude Bianco, taz-Redakteurin; Jürgen Rose, Mitglied des Darmstädter Signals; Dr. Karl Demmer, Generaloberstabsarzt a.D. und Prof. Manfred Mohr, erzählten während der von BR-Journalist moderierten Veranstaltung von sehr wichtigen persönlichen Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit Uranmunition.
DU – Depleted Uranium, abgereichertes Uran – ist ein Abfallprodukt, das bei der Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke übrig bleibt. Die Entsorgung übernehmen oft Waffenfirmen, die es für panzerbrechende Wuchtgeschosse verwenden. Ein gutes Geschäft für beide Seiten!
Kritiker warnen, dass die Wuchtgeschosse große Gebiete kontaminiert hinterlassen und eine gesunde Nutzung des Landes über Jahrzehnte hinweg unmöglich machen.
Die Podiumsdiskussion vom 26.01.2012 sollte Licht ins Dunkel bringen und offene Fragen klären. Nach einleitenden und sehr bewegenden Szenen aus den Filmen „Uranio 238“ von Pablo Ortega und „Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra“ von Frieder Wagner zu Beginn der Veranstaltung, eröffnete Prof. Edmund Lengfelder die Veranstaltung im Gasteig mit seinem Vortrag. Er erläuterte vor den ca. 120 Interessierten, die zu der Veranstaltung gekommen waren, die Risiken von Uranmunition insbesondere aufgrund der Verbreitung gefährlicher Nanopartikel. Im Anschluss deckte eine sehr intensive Diskussionsrunde mit den weiteren Experten aus Wissenschaft, Militär und Medien, viele wissenswerte Aspekte rund um die Thematik auf.
Erfahrungsberichte aus betroffenen Regionen der einzelnen Diskussionsteilnehmer lieferten reale Beispiele für die Gefahren von Uranmunition für Mensch und Umwelt. So berichtete die taz-Autorin Marie-Claude Bianco z.B., dass rund um ein militärisches Übungsgelände in Sardinien, auf dem auch Uranmunitionstests vermutet werden, vermehrt Tiere, aber auch Menschen mit Behinderungen und Deformationen geboren werden und ein Anstieg der Krebsrate zu verzeichnen ist. Die anwesenden Vertreter der Bundeswehr machten deutlich, dass es durchaus ernsthafte Bedenken auch hoher Militärs aufgrund der Gefährdung von Soldaten in Einsatzgebieten gab und gibt.
Das Publikum blieb bis zum Ende der fast dreistündigen Veranstaltung u.a. mit interessierten Nachfragen dabei. Sicherlich konnten nicht alle offenen Fragen geklärt werden, doch die Podiumsveranstaltung war eine wichtige Gelegenheit im Kontext der baldigen Münchner Sicherheitskonferenz, auf die Wirkweisen von Uranmunition hinzuweisen und Möglichkeiten zu diskutieren, die offiziell erlaubte Nutzung von DU für die Zukunft zu ändern.
In Kürze wird es die Veranstaltung auf Video zu sehen geben.






v.l.n.r.: Das Veranstaltungsplakat am Eingang zur Black Box; Prof. Lengfelder während seines Vortrags; Die Diskussionsrunde der DU-Experten; Veranstaltungsbesucher besuchen die Ausstellung zum Thema DU; Gäste informieren sich über das Thema DU.
Kann die Nutzung von Atommüll als Waffe wirklich gut gehen?
Dieser preisgekrönte Film beleuchtet die Thematik auf sehr unterhaltsame Art näher. >>Zum Film
01/2012