Landminen und Streubomben und ebenso Uranmunition und vergleichbare Waffen sind eine Geißel der modernen Menschheit. Während sie von kriegsführenden Parteien oft als kriegsnotwendig eingestuft werden, wirken diese Waffen vor allem auch nach dem Krieg. Sie wirken zur Demoralisierung der Bevölkerung, sie wirken gleichermaßen gegenüber den Siegern und den Besiegten. Sie verhindern über Jahre hinaus, dass ein Land zur Ruhe kommt, wieder Landwirtschaft betrieben werden kann, Arbeits- und Wohnflächen benutzt werden können. Die Menschen müssen inmitten einer fruchtbaren Umgebung hungern, die wenigen nutzbaren Flächen werden ökologisch zerstört. Landminen, Streubomben oder Uranmunition wirken auch gegen die zivile Gesellschaft, die eine große Zahl von schwerst geschädigten Menschen aufnehmen muss. Medizinische Betreuung und soziale Rehabilitierung ist oft nur unzureichend vorhanden. Die Folge: Millionen von Menschen, durch Kriegsfolgen verstümmelt oder beeinträchtigt, müssen in menschenunwürdigen Umständen ihr Leben verbringen.
Mit der perversen Logik der Militärs im Rücken geht die todbringende Entwicklung der Waffenproduzenten aber weiter. Minen oder Munition werden mit „Intelligenz“ versehen, neue Technologien werden eingesetzt. Das alles ändert nichts daran, dass die Kriegsschauplätze der Welt auf Jahre hinaus verwüstet, radioaktiv verseucht sowie durch liegen gebliebene Restmunition in gefährliche Trümmerfelder verwandelt werden. Worüber zum Beispiel nur wenig berichtet wurde: Fast der gesamte Süden Iraks ist verseucht, verursacht durch liegen gebliebene Landminen, Streubomben, andere explosive Kriegsreste sowie radioaktive Uranmunition (und dies bereits seit dem ersten Golfkrieg 1991). Es leidet immer die Bevölkerung, schwere Krankheiten und Behinderungen nehmen massiv zu.
In solchem Kontext stehen viele der Projekte von Handicap International, in denen in Zusammenarbeit mit den Betroffenen Opfer von Minen und Streubomben versorgt und unterstützt werden und z.B. in Entminungsprogrammen die Bedrohung vermindert werden soll. Gleichzeitig engagiert sich Handicap International seit vielen Jahren für die Ächtung von Minen und Streubomben, damit sie gar nicht erst zum Einsatz kommen, und dafür, dass diejenigen, die sie eingesetzt haben, auch für die Folgen zur Verantwortung gezogen werden.
Dieses politische Engagement, das direkt aus den Erfahrungen unserer Projektarbeit entstanden ist, ist auch das Thema des Arbeitskreises Kriegsfolgen von Handicap International Deutschland.
Recherchen betreiben, um die Grundlagen unserer Arbeit zu vertiefen und andere informieren zu können
Zusätzlich zu den Kampagnen gegen Minen und Streubomben, in denen Handicap International seit vielen Jahren Erfahrung gesammelt hat, möchte der Arbeitskreis nun auch dazu beitragen, dass das Problem der Uranmunition öffentlich wahrgenommen wird.
Wir rufen alle interessierten Menschen und Gruppen auf, mit uns daran zu arbeiten, dass diese Geißeln der Menschheit endlich beseitigt und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.
Der Arbeitskreis trifft sich monatlich im Büro von Handicap International in München:
Ganghoferstr. 19
80339 München
Deutschland
"Die Tötung und/oder Verstümmelung von Zivilpersonen wird in den meisten Ländern als Körperverletzung, Totschlag oder als Mord bestraft. Streumunition zerfetzt Körperteile von Zivilisten und/oder tötet sie – OHNE jegliche Sanktionen für die Verantwortlichen. Der unerträglich hohe Anteil der betroffenen Zivil(!!!)-Personen und besonders an verstümmelten Kindern und deren unsägliches Leid ist die Hauptmotivation, weshalb ich mich bei Handicap International ehrenamtlich engagiere. Ich habe selbst Kinder und möchte sie schützen und ihnen ein Leben in einer Welt ohne Minen und Streubomben ermöglichen. Mein Ehrenamt ist ein soziales Engagement, das es mir ermöglicht, mich in einem berufsfremden Bereich (ich bin ich in der IT-Branche tätig) mit meinen Vorstellungen und Werten einzubringen und positive Veränderungen zu bewirken. Übrigens: Gerade die perfide Argumentation der Streubombenbefürworter ist eine permanente Provokation, die mein Gerechtigkeitsbewusstsein anspricht und mein Engagement nochmals verstärkt."
Günter Kaindl
"Wer wie ich im Gesundheitsbereich tätig ist, hat sich daran zu gewöhnen, dass Krankheit und Behinderung zum Leben gehören. Was mich aber immer wieder besonders erschüttet, ist, wie durch menschengemachte Technik noch zusätzlich unnötiges Leid in die Welt gebracht wird. Und das aus Profitgier der eh schon reichsten Länder. Um hier wenigstens ein bisschen zum Umdenken beitragen zu können, finde ich die Aktionen des Arbeitskreises so wichtig. Ich halte mich eigentlich für einen sehr unpolitischen Menschen. Doch im Arbeitskreis komme ich an Informationen aus erster Hand und treffe Gleichgesinnte."
Georg Kiechle
Stand: 04/2010