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Kambodscha

30 Jahre nach der Gründung der kambodschanischen Flüchtlingslager in Thailand kümmert sich Handicap International weiterhin um die Bedürftigsten. Tausende sind Überlebende von Unfällen mit Minen oder anderen explosiven Kriegsresten.

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30 Jahre nach der Gründung der kambodschanischen Flüchtlingslager in Thailand kümmert sich Handicap International weiterhin um die Bedürftigsten. Tausende sind Überlebende von Unfällen mit Minen oder anderen explosiven Kriegsresten.
30 Jahre nach der Gründung der kambodschanischen Flüchtlingslager in Thailand kümmert sich Handicap International weiterhin um die Bedürftigsten. Tausende sind Überlebende von Unfällen mit Minen oder anderen explosiven Kriegsresten.

Laufende Aktivitäten

Unsere Projekte in Kambodscha dienen unter anderem dazu, bleibende Behinderungen zu vermeiden, die zum Beispiel durch Verkehrsunfälle oder Unfälle mit explosiven Kriegsresten enstanden sind, den Zugang zu Gesundheitsversorgung und Rehabilitation für Menschen mit Behinderung zu erleichtern und deren soziale und wirtschaftliche Unabhängigkeit zu fördern.

Seit 1997 wurden offiziell über 64.000 Opfer von Minen und explosiven Kriegsresten verzeichnet , doch die Dunkelziffer ist weiterhin unbekannt. Viele der Überlebenden haben eine Behinderung. Die Lebensbedingungen sind nicht einfach für Menschen, die ihr Augenlicht verloren haben oder eine Amputation erleiden mussten – die größte Hoffnung auf Inklusion bietet eine Prothese. Um den Betroffenen dies zu bieten, haben wir bereits 1987 sieben Rehabilitationszentren im Land eingerichtet. Heute unterstützen wir lokale Rehabilitationszentren in Kampong Cham und Tbong Khmum und stellen dort die Qualität und Nachhaltigkeit sicher. Zu diesem Zweck bilden wir Fachkräfte aus und optimieren das Management der Zentren. In Kampong Cham erhalten jedes Jahr mehr als 2.000 Menschen mit Behinderung die so dringend benötigte Unterstützung. 2013 waren die Hälfte der Patientinnen und Patienten Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren.

Wir setzen uns in Kambodscha mit wichtigen Projekten gegen Minen, Streubomben und andere explosive Kriegsreste ein. Im Jahr 1992 mussten wir durch das Wiederaufleben von Minenunfällen den Einsatz verstärken, als rund 375.000 kambodschanische Flüchtlinge in ihre Heimat zurückkehrten. Entsetzt über das mangelnde Interesse der internationalen Gemeinschaft engagieren wir uns dafür, das Land von Minen zu säubern, die Bevölkerung auf die Gefahren, die von diesen Waffen ausgehen, aufmerksam zu machen und kambodschanische Minenräumerinnen und Minenräumer auszubilden. Zwischen 1993 und 2011 entminten wir gemeinsam mit CMAC (Cambodian Mine Action Centre)  330 km² Land – das entspricht etwa zwei Drittel des Landes!

Unsere Teams arbeiten außerdem an einem kompletten Programm im Bereich Behinderung: von Prävention bis hin zu Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema Behinderung. Das Programm zielt vor allem auf den Zugang zu Rehabilitation und die Früherkennung von Behinderungen bei Babys. Wir arbeiten auch an der Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt um Armut und soziale Ausgrenzung nachhaltig zu reduzieren. Außerdem helfen wir dabei, die Ausbreitung von Behinderungen z.B. mit Mutter-Kind-Gesundheitsversorgung oder Informationsveranstaltungen zur Verkehrssicherheit zu reduzieren.

Einsatzbereiche

Helfen Sie mit

Hintergrund

Kambodscha ist mit der vermutlich weltweit höchsten Zahl von Minen im Land berüchtigt für seine tragische Geschichte. Außerdem beherbergt es eine der ältesten Kulturen der Welt. Dank einer relativ stabilen Periode hat das Land aktuell wieder die Möglichkeit, das Wirtschaftswachstum weiter voranzubringen.

 

In Kambodscha herrscht seit 1998 Frieden, doch durch das Erbe von 40 Jahren Krieg ist das Land trotzdem stark auf internationale Hilfe angewiesen. Nichtsdestotrotz verändert sich etwas im Land.

Seit 1998 sorgt eine relativ stabile politische Lage dafür, dass das Land begrenzt, aber signifikant vom Wirtschaftswunder der Region profitieren kann. Die langsame aber sichere Entwicklungsdynamik hat zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen für eine wachsende Einwohnerzahl geführt. Die Bevölkerung hat nun eine nahezu ununterbrochene Stromversorgung in den Städten und zunehmend auch in ländlichen Gebieten. Es werden mehr und mehr Privat- und  Geschäftsgebäude gebaut. Die große Mehrheit der Kinder geht zur Schule und die Kindersterblichkeitsrate ist deutlich zurückgegangen.

Nichtsdestotrotz herrscht immer noch große Armut und Ungleichheit. Es gibt anhaltende Korruption und Straffreiheit für die reichsten Mitglieder der Gesellschaft und zahlreiche ungelöste Probleme. Die immer noch schwache Wirtschaft des Landes bringt wenig staatliche Einnahmen – dies wiederum erklärt die andauernden Schwachstellen im Gesundheits- und Bildungssystem.

Die Gründe für eine Behinderung sind zahlreich und umfassen beispielsweise Krankheiten, Minenunfälle und sehr häufig Verkehrsunfälle. Die fehlende Verkehrssicherheit in Kambodscha ist ein schwerwiegendes Problem. Menschen mit Behinderung, vor allem Kinder, sind die bedürftigste und verwundbarste Gruppe in der kambodschanischen Gesellschaft. Unterstützung für Menschen mit Behinderung hat keine Priorität für die Regierung, sodass internationale Organisationen nach wie vor die Hauptakteure in Sachen Behinderung und Rehabilitation sind.

Anti-Personen-Minen, in großen Mengen, über einen Zeitraum von 15 Jahren verlegt, behindern die Entwicklung des Landes in dem 80 % der Menschen in ländlichen Gebieten leben. Man vermutet mehrere Millionen Minen und andere Kriegsreste im Land. Kambodscha zählt zu den am stärksten minenverseuchten Ländern der Welt und leidet zudem unter einem weiteren Fluch: Submunitionen aus Streubomben. Während des Vietnamkriegs (1955-1975) warfen die USA über 26 Millionen dieser Waffen über dem Land ab. Diese Bombardements hinterließen bis zu 5,8 Millionen nicht explodierter Kriegsreste im Boden . 2013 gab Kambodscha an, dass mindestens 1.915 km² des Territoriums immer noch von Minen und explosiven Kriegsresten verseucht sind . Die Entminung wird noch viele Jahre dauern.

Key figures - Handicap International
Key figures - Handicap International
Weltweites Engagement:

Partner

  • Mother and Child health

    • Ministry of Health, ministry of Education Youth and Sport, ministry of Social Affairs Veterans and Youth Rehabilitation
    • Capacity building for disability cooperation (CABDICO)
    • Ang Duong Ear hospital and Eye Hospital
    • NGO All Ears Cambodia

    Road Safety 

    • National road safety committee and Provincial road safety committee
    • Ministry of Interior, Ministry of Health
    • Queensland University of Technology
    • Johns Hopkins University
    • US Centers for disease control and prevention
    • Asia injury prevention Foundation

    Supporting provincial physical rehabilitation centers

    • Ministry of Social Affairs, veterans and youth rehabilitation, and its provincial counterparts
    • Disability action council
    • Persons with disabilities foundation.

    Livelihood Projects

    • Operations Enfants du Cambodge
    • Cambodian Disabled People’s Organization (CDPO)
    • Nak Akphivath Sahakum NGO (NAS)
    • Capacity building for disability cooperation (CABDICO)
    • District Federation of Kralanh and Srei Nam districts