Jemen: Hilfsorganisationen verurteilen Bombenangriff auf Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen

Gemeinsame Presseerklärung vom 16.8 2016

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Oxfam, Care, Save the Children und Handicap International verurteilen den gestrigen Bombenangriff der von Saudi-Arabien geführten Koalition auf ein von Ärzte ohne Grenzen unterstütztes Krankenhaus in der Stadt Abs im Gouvernement Haji.

Die Hilfsorganisationen fordern eine unabhängige Untersuchung des Angriffs, der sich nur zwei Tage nach einem anderen Luftschlag im Gouvernement Saada ereignete, bei dem 10 Kinder ums Leben kamen und 28 verletzt wurden. Schon früher waren drei Krankenhäuser von Ärzte ohne Grenzen im Jemen das Ziel von Militärschlägen.

Sajjad Mohammad Sajid, Oxfams Landesdirektor im Jemen, sagt: “Erneut wurden im Jemen kranke und verwundete Menschen das Ziel eines schrecklichen Angriffs. Politiker in aller Welt dürfen nicht länger ihre Augen vor dem Leid von unschuldigen und schutzlosen Menschen verschließen. Wir fordern alle Konfliktparteien auf, eine politische Lösung herbeizuführen, damit endlich das Blutvergießen beendet wird.”

Edward Santiago, Landesdirektor von Save the Children im Jemen, ergänzt: „Die saudisch geführte Koalition behauptet, Maßnahmen zum Schutz von Kindern getroffen zu haben. Wenn allerdings weiterhin Schulen und Krankenhäuser angegriffen und Kinder getötet und verletzt werden, bleibt festzustellen: Diese Maßnahmen wirken nicht.“

Seit dem Scheitern der Friedensgespräche in der letzten Woche sind die Kämpfe erneut aufgeflammt und die Zivilbevölkerung wieder ins Visier geraten.  Die Eskalation der Gewalt und die Schließung des wichtigsten Flughafens im Jemen bringen Millionen Menschen in höchste Gefahr.

Im vergangenen Jahr waren Luftangriffe für 60 Prozent der 785 getöteten und 1.168 verwundeten Kinder verantwortlich.  Den Vereinten Nationen zufolge ist in den vergangenen Wochen die Zahl der zivilen Opfer angestiegen – zwischen Mitte April und Mitte August wurden 272 Tote und 543 Verletzte dokumentiert.

Über 2,8 Millionen Menschen mussten seit Ausbruch des Krieges aufgrund der massiven Gewalt fliehen. Die Vereinten Nationen und glaubwürdige Menschenrechtsorganisationen haben über zahlreiche Hinweise auf Kriegsverbrechen durch alle Konfliktparteien berichtet.

Mit einer aktuellen Petition bittet Handicap International um Unterstützung für die Forderung „Nein zu Bomben auf Wohngebiete!“ https://www.handicap-international.de/petition-nein-zu-bomben-auf-wohngebiete

Pressekontakt:

Handicap International: Dr. Eva Maria Fischer, Tel.: 089-547606-13, 0176-99284135, E-Mail: EFischer@handicap-international.de

Oxfam: Nikolai Link, Tel.: 030-45 30 69 712, E-Mail: nlink@oxfam.de

Save the Children: Anna Blässer, Tel.: 030 - 27 59 59 79 – 280, E-Mail: presse@savethechildren.de

Care: Sabine Wilke, Tel: 0228 975 63 -46, E-Mail: wilke@care.de

Veröffentlicht am 16.08.16

Für Fragen und Interviewwünsche stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Eva Maria Fischer

Dr. Eva Maria Fischer
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 089/54 76 06 13

E-Mail: efischer(at)handicap-international.de