BBC berichtet über Streubomben-Einsatz in Syrien

  • Syrien

Streubomben töten und verletzen Zivilisten

Die BBC berichtet über den Einsatz von Streubomben in Dablan, im Osten von Syrien. Es gab mindestens 15 Tote. Handicap International verurteilt den Einsatz dieser von der Oslo-Konvention verbotenen Waffen. Mehr als 90 Prozent der Opfer von Streubomben sind Zivilisten. Ein Großteil der aus den Bomben verstreuten Munition explodiert nicht beim Aufprall und hinterlässt somit Blindgänger, die bei jeder Berührung explodieren können – also wie Minen wirken. Lange nach dem Ende von Kämpfen können diese explosiven Kriegsreste noch Menschen töten oder verletzen.
 

 

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Streubomben hinterlassen bei jedem Einsatz Blindgänger, oft mitten im Wohngebiet.
Streubomben hinterlassen bei jedem Einsatz Blindgänger, oft mitten im Wohngebiet.
Beispiel Libanon: Streubomben hinterlassen bei jedem Einsatz Blindgänger, oft mitten im Wohngebiet.

„Streubomben kamen in Syrien vermehrt zum Einsatz, obwohl ihre verheerende Wirkung auf die Zivilbevölkerung bekannt ist. Wir rufen die Staaten auf, Druck auf ihre Verbündeten auszuüben, die Streubomben verwenden“, damit sie deren Einsatz beenden, so Eva Maria Fischer, Leitung Advocacy bei Handicap International Deutschland.

Streubomben: geächtet und trotzdem im Einsatz

Das Streubombenverbot von 2008 hat schon viele Menschenleben gerettet und Streumunition weltweit zur Tabu-Waffe gemacht. Ihre Verwendung ist seither zurückgegangen - wobei sie in den letzten Jahren in Staaten, die den Verbotsvertrag nicht unterzeichnet haben, leider wieder zunimmt. Handicap International hat entscheidend zur Entstehung des Verbotsvertrags beigetragen und engagiert sich heute für dessen weltweite Anerkennung und Umsetzung. Wir sind aber auch an der Seite der Opfer: Denn trotz der Fortschritte leiden die Überlebenden von Unfällen ihr Leben lang an den Folgen ihrer Verletzungen. Durch unseren Einsatz in der Opferhilfe ermöglichen wir ihnen ein würdevolles Leben.

 

Der Oslo-Vertrag

Streubomben (Streumunition) wirken nach einem Konflikt wie Landminen. Zwischen 5 und 40 Prozent der abgefeuerten Mini-Bomben („Submunitionen“) explodieren nicht bei ihrem Aufprall, sondern bleiben als explosive Blindgänger liegen. Zahlreiche Länder sind betroffen: Über Laos warfen die USA während des Vietnamkrieges zum Beispiel 260 Millionen Submunitionen ab, im Libanon warf Israel in nur wenigen Tagen über vier Millionen ab.

Durch unsere Projekte mit den betroffenen Menschen erkannten wir die verheerenden Folgen dieser Waffen für die Zivilbevölkerung. Als Gründungsmitglied der internationalen Kampagne für ein Verbot von Landminen wussten wir zudem, was für ein großartiger Erfolg das Landminenverbot wurde. Wir sagten Streubomben den Kampf an und gründeten 2003 mit vielen anderen Organisationen die Internationale Kampagne gegen Streumunition (Cluster Munition Coalition). Sie wurde ein voller Erfolg!

Der Vertrag über ein Verbot von Streumunition wurde am 3. Dezember 2008 in Oslo von rund 100 Ländern unterzeichnet. Es verbietet seinen Vertragsstaaten Streumunition zu verwenden, herzustellen, zu exportieren und zu lagern. Die beigetretenen Staaten verpflichten sich außerdem zur Räumung von Blindgängern auf eigenem Gebiet oder auch, betroffene Länder bei der Räumung zu unterstützen. Außerdem enthält der so genannte Oslo-Vertrag umfassende und notwendige Bestimmungen zur Opferhilfe, an denen Handicap International dank der Erfahrung in den Projektregionen entscheidend mitwirkte.

 

Unverantwortliche Investitionen

Deutschland ist Mitgliedsstaat des Streubombenverbotvertrags. Doch noch immer gibt es deutsche Finanzinstitute, die mit ihren Investitionen Streubombenhersteller unterstützen in Ländern, die die Waffen noch nicht verboten haben. So wird unter anderem Geld aus Deutschland verwendet, diese in Deutschland verbotenen Waffen zu produzieren. Zu diesen Finanzinstituten gehörten 2015 noch die Deutsche Bank, Siemens und die Allianz. 2016 gab es nur noch bei der Allianz solche "explosiven Investitionen".

Veröffentlicht am 29.06.17

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