Studie über die Ursachen und die Art der Verletzungen in Syrien

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Zum Auftakt der Friedenskonferenz Genf II haben wir eine Studie über die Ursachen und die Art der Verletzungen veröffentlicht, die die Teams der Organisation bei den intern vertriebenen Menschen in Syrien antreffen. 60% der befragten Verletzten wurden Opfer von explosiven Waffen und erlitten schwere physische Schäden.

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Der vierzehnjährige Qusay sitzt auf einem Stuhl. Neben ihm stehen seine beiden Prothesen.
Der vierzehnjährige Qusay sitzt auf einem Stuhl. Neben ihm stehen seine beiden Prothesen.
Der 14-jährige Qusay verlor bei einem Luftangriff in Syrien beide Beine

Die Studie kommt du dem Schluss, dass viele Syrerinnen und Syrer aufgrund des Konflikts dauerhafte Behinderungen haben werden. Wir rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, den Einsatz explosiver Waffen in dicht bevölkerten Gebieten zu beenden und den Zugang der Zivilbevölkerung zu humanitärer Hilfe und Pflegeleistungen zu garantieren.

Zwischen November 2012 und Oktober 2013 hat Handicap International 1.847 Interviews mit intern Vertriebenen in Syrien zur Verbesserung ihrer physischen und psychologischen Betreuung durchgeführt.

  • Fast die Hälfte der Befragten (913 Personen) wiesen Verletzungen aufgrund des aktuellen Konfliktes auf.
  • Jeder Fünfte war unter 17 Jahre alt.
  • 60 % dieser Verletzten waren Opfer von explosiven Waffen
  • davon 31% durch Schusswaffen

Personen, die durch explosive Waffen verletzt wurden, weisen oft schwere physische Schäden auf:

  • Mehr als 60% haben Frakturen oft komplexer Art
  • 25% mussten amputiert werden
  • bei 21% wurde das periphere Nervensystem verletzt
  • 7% weisen irreparable Schäden des Knochenmarks auf

„Diese Verletzungen müssen schnellstmöglich behandelt werden und benötigen sofortige und angepasste Nachsorge, um bleibende Behinderungen zu verhindern und je nach Fall sogar das Leben des Patienten zu retten." -François De Keersmaeker, Geschäftsführer von Handicap International Deutschland.

88,5 % der Befragten geben allerdings an, keinen ausreichenden Zugang zu Rehabilitationsmaßnahmen gehabt zu haben.

Opfer von explosiven Waffen brauchen oft ihr ganzes Leben lang medizinische, ökonomische und soziale Unterstützung. Handicap International hat in zahlreichen, sich nach einem Konflikt im Wiederaufbau befindenden Länder (Kambodscha, Angola, Vietnam, etc.) festgestellt, dass der Bedarf an Gesundheits- und Rehabilitationseinrichtungen, die Ausbildung von Fachpersonal und die ökonomische und soziale Begleitung der betroffenen Menschen stark unterschätzt wurden.

Veröffentlicht am 21.01.14

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