Verkündet wurden die Preisträger bereits am 15. März in Genf von Judy M. Miller, der Vizepräsidentin und Direktorin des Hilton Humanitarian Prize – in Anwesenheit von Prominenz wie Prinzessin Salimah Aga Khan, Mitglied der Hilton Prize Jury, Bernard Kouchner, früherer französischer Außenminister und Direktor der UN Interimsverwaltungsmission im Kosovo und Cornelio Sommaruga, ehemaliger Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz und derzeitiger Ehrenpräsident des Internationalen Zentrums für humanitäre Minenräumung (GHICD). Nach den Worten von Ms. Miller waren ca. 200 Organisationen in diesem Jahr für den Preis nominiert. Es gibt einen strikten Überprüfungsprozess einschließlich Programmevaluierungen der Kandidaten in der letzten Auswahl. Ein Prüfer der Hilton Stiftung besuchte Handicap International in Kenia, wo die Organisation in Flüchtlingslagern für Somalier arbeitet. Die endgültige Auswahl wird von einer hochkarätig besetzten internationalen Jury vorgenommen.
In 60 Ländern setzt die Föderation von Handicap International mehr als 300 Projekte der Entwicklung und Nothilfe um. „In Notsituationen bewirkt die Schnelligkeit, in der eine Organisation ihre Unterstützung anbieten kann, einen bedeutenden Unterschied, nicht nur zwischen Leben und Tod, sondern sie kann auch entscheiden, ob eine Verletzung zu einer dauerhaften Behinderung wird oder nicht“, erklärte Jean-Baptiste Richardier, Mitgründer von Handicap International und heutiger Direktor der Föderation. Der Preis wird deshalb dazu genutzt werden, um die Kapazitäten zur raschen Vorfinanzierung von Hilfsprojekten in künftigen Notsituationen zu erweitern.
François De Keersmaeker, Mitgründer und Geschäftsführer von Handicap International in Deutschland, begrüßt es, dass ein Teil des Preisgeldes dazu beitragen wird, das Handicap International auch in Zukunft in Notsituationen schnell eingreifen kann: “Humanitäre Katastrophen, wie wir sie jetzt in Japan beobachten und Anfang letzten Jahres in Haiti, schockieren und lähmen, und erfordern doch besonders rasche Hilfe. Gleichzeitig wissen wir von früheren Notsituationen, dass die Begleitung der Verletzten während der Heilung, der Rückkehr ins Zuhause und in die Gemeinschaft genauso wichtig ist wie die Notversorgung selbst. Mit Hilfe des Preisgeldes kann Handicap International damit fortfahren, den vielen tausend Menschen aus Haiti zu helfen, die durch das furchtbare Erdbeben im Januar 2010 ihre Gliedmaßen verloren oder andere Verletzungen erlitten haben.“
Kristalina Georgieva, EU Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, lobte Handicap International mit folgenden Worten: “Diejenigen, die humanitäre Hilfe zu ihrem Beruf machen, werden durch eine ehrenwerte Aufgabe getrieben, nämlich das Leben anderer Menschen zu retten. Heute schließt die Hilton Stiftung an die Nobelstiftung an, indem sie die Arbeit von Handicap International anerkennt, doch die größte Anerkennung gehört all diesen Menschen, die dank des humanitären Einsatzes von Handicap International gelernt haben, wieder zu laufen – so wie ich es gesehen habe, als ich ein EU-finanziertes Projekt in Haiti besucht habe –, die ihre Würde wiedererlangt haben und wieder aufrecht leben.“
Stand 04/2011