Handicap International wurde 1982 von zwei französischen Ärzten gegründet, die kriegsverletzten Menschen in Kambodscha durch die Versorgung mit Prothesen und durch Rehabilitation eine langfristige Perspektive ermöglichten.
2010 ist Handicap International bereits in 60 Ländern tätig und hat die Aktivitäten aufgrund der vor Ort beobachteten Bedürfnisse erweitert: Die Projekte beschränken sich nicht mehr nur auf körperliche Behandlung in Orthopädiewerkstätten und Rehabilitationszentren, sondern beziehen die gesamte Lebenssituation der Betroffenen in die Hilfe ein. Dazu gehört psychologische Unterstützung und Hilfe bei der sozialen Integration, aber auch organisatorische Unterstützung von Selbsthilfeprojekten. Priorität der Projektarbeit generell ist die Arbeit mit lokalen Partnerorganisationen und die Ausbildung von lokalen, oft selbst behinderten MitarbeiterInnen. So gewinnen die Projekte Autonomie, um langfristig ohne Hilfe von außen weiter existieren zu können.
In vielen Nachkriegsregionen ist es notwendig, Unfälle mit Landminen und anderen explosiven Überresten von Kriegen zu verhindern: durch Aufklärung der Bevölkerung und Aufbau von Räumungs-Teams. Zur Prävention gehört auch das internationale politische Engagement für ein Verbot aller Minen und minenähnlichen Waffen wie Streubomben. Handicap International hat 1992 gemeinsam mit fünf anderen Organisationen die Internationale Kampagne für ein Verbot von Landminen gegründet, die 1997 den Friedensnobelpreis erhielt. Außerdem gehört die Organisation zu den Gründern der Internationalen Kampagne gegen Streubomben (Cluster Munition Coalition). Bis heute hat Handicap International führende Positionen in beiden Kampagnen.
Handicap International unterhält in mehreren europäischen Ländern Büros: in Frankreich, Belgien, Schweiz, Luxemburg, Großbritannien, Kanada, USA – und in Deutschland. Die deutsche Sektion arbeitet seit 1998 mit einem Büro in München und ehrenamtlichen AktivistInnen an anderen Orten. Hier geht es vor allem um Lobby- und Sensibilisierungsarbeit zum Thema Behinderung in der Entwicklungszusammenarbeit und um die Kampagnen gegen Minen und Streubomben.
Die Sektionen kümmern sich gemeinsam mit dem Hauptbüro in Frankreich auch um Spendenwerbung und institutionelles Fundraising.
Im Büro in München ist unser Projekt ComIn integriert, das praktische Unterstützung für MigrantInnen, speziell Flüchtlinge mit Behinderungen anbietet.