Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

"Stop Bombing Civilians" Haushohes Graffiti in der Augsburger Schertlinstraße von Bürgermeisterin Wild eingeweiht

Das haushohe Graffiti im Augsburger Antonsviertel.

Das haushohe Graffiti im Augsburger Antonsviertel. | © Sebastian Bühler

Pressemitteilung, München 11.05.2023

Bürgermeisterin Martina Wild: „Friedensstadt Augsburg hat eine besondere Verpflichtung, sich für den Frieden einzusetzen.“

Der bekannte Street-Art-Künstler AKUT hat ein riesiges Graffiti an einer Hauswand in der Schertlinstraße 8 im Antonsviertel gestaltet, um auf die schrecklichen Folgen von Bombenangriffen auf die Zivilbevölkerung aufmerksam zu machen. Er unterstützt damit die Kampagne „Stop Bombing Civilians“ der Hilfsorganisation Handicap International (HI). Eingeweiht wurde das Graffiti am Donnerstag, 11. Mai 2023, von Bürgermeisterin Martina Wild. Das Graffiti auf der Hauswand zeigt riesige Hände, die Menschen, die besondere Hilfe benötigen, vor Bomben schützen. 

Die Vereine Handicap International e.V. und die Bunten e.V. sowie der Künstler AKUT (Falk Lehmann) wollen mit dem Kunstprojekt darauf aufmerksam machen, dass jährlich Zehntausende Zivilist*innen bei Bombardierungen getötet oder verletzt werden - in der Ukraine, Jemen, Sudan, Afghanistan und vielen anderen Ländern. Explosivwaffen fordern täglich neue Opfer und führen zu verheerender Zerstörung von ganzen Städten. Auch nach einem Angriff oder Konflikt verhindern explosive Kriegsreste eine sichere Rückkehr der Zivilbevölkerung, da Blindgänger noch jahrelang gefährlich sind.

Das Graffiti kann im Antonsviertel, Schertlinstraße 8, jederzeit besichtigt werden.

Bürgermeisterin Martina Wild: "Dieses Graffiti erinnert uns daran, was wir verlieren können, wenn wir unsere Werte nicht schätzen, schützen und verteidigen. Wir müssen uns immer ins Gedächtnis rufen, dass Frieden unser höchstes Gut ist, und dass wir alles tun müssen, um ihn zu bewahren. Gerade in der Friedensstadt Augsburg haben wir eine besondere Verpflichtung, um uns für den Frieden einzusetzen. Und gleichzeitig gilt es, auch einen Blick auf die katastrophalen Folgen von Bombenangriffen auf die Zivilbevölkerung zu richten. Ich danke Handicap International und AKUT für die Initiative und gute künstlerische Umsetzung."

Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland, schilderte die verheerenden Auswirkungen von Explosivwaffen in Wohngebieten und wies darauf hin, dass 90% der Opfer von Angriffen mit Explosivwaffen aus der Zivilbevölkerung kommen. „Wir wollen mit unserer Kampagne „Stop Bombing Civilians“ darauf aufmerksam machen, dass sich die internationale Staatengemeinschaft mehr für die Opfer und für die Entminung von bombardierten Gebieten einsetzen muss. Diese menschenverachtenden Bombardierungen der Zivilbevölkerung müssen beendet werden,“ betonte Fischer.

Künstler AKUT: "Durch Aufklärung der Zivilbevölkerung ein Bewusstsein für den dringend notwendigen Schutz eben jener in Kriegsgebieten zu schaffen und konsequent Maßnahmen auf politischer Ebene zu erwirken, ist eine Mammutaufgabe, für die es nahezu Superheldenkräfte braucht. Wenn ich einen kleinen Teil beitragen kann, ist es mir Bedürfnis und Ehre zugleich, durch meine künstlerische Arbeit einen anderen Zugang zur schweren Thematik zu gewähren. Ich denke, dass wir unsere Augen nicht vor belastenden Realitäten verschließen, sondern diese in unser Leben integrieren sollten, um uns unserer Privilegien bewusst zu bleiben."

Über die Kampagne „Stop Bombing Civilians"
Einsätze von Bomben und Raketen in Wohngebieten haben verheerende Auswirkungen. Explosivwaffen töten oder verletzen jedes Jahr zehntausende Zivilist*innen weltweit, hinterlassen verwüstete Städte u.a. im Irak, in Afghanistan, Syrien, Jemen und seit über einem Jahr nun auch in der Ukraine. Bombardierungen und Beschuss führen zu starken psychologischen Traumata, zu Vertreibung und Verarmung der Bevölkerung, zerstören lebensnotwendige Infrastrukturen und zerrütten das soziale und wirtschaftliche Gefüge. Wenn Explosivwaffen in bewohnten Gebieten eingesetzt werden, sind 90% der Opfer Zivilist*innen. Besonders die Flächenwirkung vieler Explosivwaffen macht ihren Einsatz in Wohngebieten verhängnisvoll. Deshalb setzt sich Handicap International (HI) mit der Kampagne „Stop Bombing Civilians“ seit vielen Jahren für den Schutz der Zivilbevölkerung vor dem Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten (EWIPA) ein. Am 18. November 2022 haben Vertreter*innen von über 80 Staaten nach jahrelangen Verhandlungen eine politische Erklärung gegen diese menschenverachtenden Angriffe unterzeichnet. Handicap International war von Anfang an dabei und hat mit seiner unermüdlichen Kampagnenarbeit dazu beigetragen, Politiker*innen und Regierungen weltweit von der Notwendigkeit und entscheidenden Inhalten dieser Erklärung zu überzeugen. Nun geht es darum, dass die Erklärung auch wirkungsvoll umgesetzt wird. Hier finden Sie mehr Infos über Explosivwaffen.

Über Handicap International e.V.
Handicap International (HI) ist eine gemeinnützige Organisation für Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit, die in rund 60 Ländern aktiv ist. Wir setzen uns für eine solidarische und inklusive Welt ein. Wir verbessern langfristig die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung und unterstützen diejenigen, die besonderen Schutz benötigen. Außerdem kämpfen wir für eine Welt ohne Minen und Streubomben sowie gegen Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung. HI ist Co-Preisträgerin des Friedensnobelpreises von 1997.

Über den Künstler AKUT
In der ehemaligen DDR geboren, verschönerte AKUT, mit bürgerlichem Namen Falk Lehmann, bereits in den frühen 90ern als einer der ersten seine Stadt mit figürlichen Arbeiten im fotorealistischen Stil. Später wurde er als Mitbegründer des legendären Graffiti-Kollektivs Ma'Claim weltweit bekannt. An der Bauhaus-Universität in Weimar ausgebildet, beeindruckte seine fotorealistische Präzisionsarbeit ab 2004 als Teil des Street-Art-Duos HERAKUT international mit gigantischen Murals und auf Leinwänden. Das Porträt, als eines der ältesten Sujets der Kunst, ist für AKUT seit jeher das interessanteste. Mit diesem Fokus und einem Schwerpunkt auf gesellschaftlichen Themen, erforscht er stets das Zusammenspiel verschiedener Techniken, Materialien, Werkzeuge und Disziplinen.

    
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Huberta von Roedern, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
+49 151 73 02 32 06, [email protected] 

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