Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Peru

Im Herzen des peruanischen Amazonasgebiets und der Anden stärkt Handicap International (HI) Frauen, junge Menschen und Menschen mit Behinderungen im Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels.

Zwei Frauen stehen Rücken an Rücken in einer kraftvollen Pose und blicken lächelnd in die Kamera.

In Peru stärkt HI die Autonomie von Frauen. | R. Barranzuela / HI

Laufende Aktivitäten

In Peru ist der Klimawandel eine tägliche Realität – veränderte Jahreszeiten, häufigere Überschwemmungen und Erdrutsche. Um dies anzugehen, hat Handicap International ein Projekt gestartet, das Bewohner*innen in zwei Regionen, Huánuco und Loreto, im Norden und Zentrum des Landes schult. Landwirt*innen, Schulkinder, Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und gewählte Amtsträger*innen lernen über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf den Alltag.

Gemeinsam arbeiten sie daran, Bewältigungsstrategien und Maßnahmen zur Abschwächung der Folgen zu entwickeln – etwa durch die Erforschung lokaler und inklusiver Lösungen wie das Pflanzen von Obstbäumen, Aufforstungsinitiativen mit einheimischen Pflanzenarten, Anbaudiversifizierung oder das Anlegen von Hecken.

Durch einen intersektionalen Ansatz fördert HI die Teilnahme von jungen Menschen, Frauen und Menschen mit Behinderungen an lokalen Präventionspolitiken, um sicherzustellen, dass ihre spezifischen Bedürfnisse berücksichtigt und erfüllt werden. Die Organisation unterstützt auch lokale und nachhaltige Initiativen, die die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden gegenüber klimabedingten Gefahren stärken und zum Erhalt ihrer Ressourcen beitragen.

  • Anzahl der HI-Mitarbeiter:innen: 11 Personen
  • Anzahl der direkten Begünstigten: 1.980 Personen
  • Anzahl der indirekten Begünstigten: 5.940 Personen
  • Start des Programms: 2018

Hintergrund

Einsatzkarte HI in Peru

Peru, ein südamerikanisches Land mit über 34 Millionen Einwohner*innen, steht vor großen humanitären und sozioökonomischen Herausforderungen, die durch wiederkehrende Katastrophen und anhaltende Ungleichheiten verschärft werden.

In den letzten Jahren haben Klimakrisen und Katastrophen wie Überschwemmungen und Erdrutsche Hunderttausende betroffen, insbesondere in den Anden- und Amazonasregionen. Diese Katastrophen zerstören Infrastruktur, Ernten und Wohnraum, führen zu Massenvertreibungen, verschärfen die Ernährungsunsicherheit und verschlechtern die Lebensbedingungen der verletzlichsten Bevölkerungsgruppen – darunter Menschen mit Behinderungen, die von Krisen und dem Zugang zu Grundversorgung oft überproportional betroffen sind.

Zudem beherbergt Peru seit 2017 eine große Zahl venezolanischer Geflüchteter und Migrant*innen. Ende 2024 lebten über 1,6 Millionen Venezolaner*innen in Peru, oft unter prekären Bedingungen. Die humanitären Bedürfnisse dieser Gruppen sowie der Aufnahmegemeinden bleiben beträchtlich, insbesondere in den Bereichen Schutz, Gesundheit und Bildung.

Obwohl Peru in den letzten Jahren ein moderates Wirtschaftswachstum verzeichnete, bestehen weiterhin starke Ungleichheiten und soziale Spannungen, insbesondere durch Kriminalität, regionale Ungleichheiten und prekäre öffentliche Dienstleistungen. Trotz einer gewissen wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit haben Katastrophen und Klimaschocks Armut und Ausgrenzung verschärft – besonders in ländlichen und indigenen Gemeinden.


 

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