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© Igor Kamens
Kassel: Kunst gegen Bomben
Mural gegen Bombardierung der Zivilbevölkerung in Konflikten.
Neues „Stop Bombing Civilians“-Mural in Kassel
Unter dem Motto „Keine Bomben auf Zivilist*innen” wurde am 22. Oktober 2026, 83 Jahre nach der verheerenden Bombardierung der Altstadt von Kassel, ein mahnendes Wandbild fertiggestellt.
Im Rahmen des Projekts gestaltete der Street-Art-Künstler Stefan Gebhardt von KolorCubes e.V.eine großflächige Wand, um auf die schrecklichen Folgen von Bombenangriffen für die Zivilbevölkerung aufmerksam zu machen.
© Igor Kamens
Martin Bach, Leiter des Kulturamts Kassel: „Die Bombennacht vom 22. Oktober 1943 hat Kassel tief und sichtbar geprägt. Dass sich ein Kunstwerk an einem Ort wie der Treppenstraße mit diesem Thema auseinandersetzt, verbindet die historische Erfahrung Kassels mit einer mahnenden Frage, die auch für heutige Generationen von Bedeutung ist: Was bedeutet es, wenn Krieg das Leben und die Lebensgrundlagen der Zivilbevölkerung zerstört?“
© Igor Kamens
Künstler Stefan Gebhardt (KolorCubes): „Wie beschreibt man einen Zustand, den man selbst nicht greifen kann? Ausgangspunkt der Arbeit war Picassos Guernica, dessen Bildsprache aufgegriffen und in unsere Zeit übertragen wird. Die kubistischen Formen entwickeln sich zu einer fast digitalen, traumartig schwebenden Komposition. Mich beschäftigt dabei die Vorstellung eines Zustands, in dem Vergangenheit und Zukunft in den Hintergrund treten und nur noch der gegenwärtige Moment zählt. Die Arbeit ist eine künstlerische Annäherung an etwas, das sich der eigenen Erfahrung entzieht.“
Mehr zur Entstehung:
© Igor Kamens
Für den Schutz der Zivilbevölkerung
„Die Auswirkungen von Explosivwaffen in Wohngebieten sind verheerend. 90% der Opfer stammen aus der Zivilbevölkerung. Wir wollen mit unserer Kampagne 'Stop Bombing Civilians' appellieren, dass menschenverachtende Bombardierungen der Zivilbevölkerung beendet werden müssen. Außerdem ist es dringend geboten, dass sich die internationale Staatengemeinschaft mehr für die Opfer und für die Räumung von Blindgängern in bombardierten Gebieten einsetzt.“ - Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland
© Igor Kamens
Arbeit in luftiger Höhe
Hoch über dem Boden arbeitete Künstler Stefan Gebhardt von einer Hebebühne aus an dem großformatigen Mural. Die mobile Plattform ermöglichte es ihm, jeden Abschnitt der Fassade präzise zu gestalten und die großflächige Wand in ein eindrucksvolles Kunstwerk zu verwandeln.
Wir danken der Stadt Kassel, den Künstlern Dustin Schenk & Stefan Gebhardt von KolorCubes und der VIVA Stiftung.
Über die Kampagne „Stop Bombing Civilians"
Einsätze von Bomben und Raketen in Wohngebieten haben verheerende Auswirkungen. Explosivwaffen töten oder verletzen jedes Jahr zehntausende Zivilist*innen weltweit, hinterlassen verwüstete Städte z.B. im Irak, in Afghanistan, Syrien, Jemen oder jüngst in der Ukraine, im Sudan und im Gazastreifen. Sie führen zu starken psychologischen Traumata, zu Vertreibung und Verarmung der Bevölkerung, zerstören lebensnotwendige Infrastrukturen und zerrütten das soziale und wirtschaftliche Gefüge. Wenn Explosivwaffen in bewohnten Gebieten eingesetzt werden, sind 90% der Opfer Zivilist*innen. Besonders die Flächenwirkung vieler Explosivwaffen macht ihren Einsatz in Wohngebieten verhängnisvoll. Deshalb setzt sich Handicap International (HI) mit der Kampagne „Stop Bombing Civilians“ seit vielen Jahren für den Schutz der Zivilbevölkerung vor dem Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten (EWIPA) ein.