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© Tom Noise
Linz: Kunst gegen Bomben
Mural gegen Bombardierung der Zivilbevölkerung in Konflikten.
Neues „Stop Bombing Civilians“-Mural in Linz
Unter dem Motto „Keine Bomben auf Zivilist*innen” wurde am 21. September 2026, dem Weltfriedenstag, in der österreichischen Stadt Linz ein mahnendes Wandbild fertiggestellt.
Im Rahmen des Projekts gestaltete das Künstler*innen-Duo VIDEO.SCKRE eine großflächige Wand, um auf die schrecklichen Folgen von Bombenangriffen für die Zivilbevölkerung aufmerksam zu machen. Julia Heinisch, die Künstlerin des Duos, hatte bereits in Stuttgart ein beeindruckendes Mural für die Kampagne gestaltet.
© Stadt Linz
Dietmar Prammer, Bürgermeister: „Die Stadt Linz engagiert sich in ihrer Rolle als Friedensstadt seit 1986 aktiv für den Frieden. Die Friedenserklärung wird jährlich aktualisiert und im Gemeinderat beschlossen. Leider erinnern uns Nachrichten aus aller Welt täglich über die verheerenden Folgen von Kriegen für die Zivilbevölkerung. Ich halte dieses zeitgenössische Kunstwerk für sehr wichtig und gerade in Verbindung mit der bewussten Wahl des Ortes für absolut notwendig und gelungen.“
© Tom Noise
Künstler-Duo VIDEO.SCKRE (Julia Heinisch & Frederic Sontag): „Mit „Stop Bombing Civilians“ richtet sich die Arbeit gegen Gewalt an Zivilisten – bewusst ohne Bezug auf einen konkreten Konflikt, ein Land, eine Ethnie oder Religion. Die künstlerische Abstraktion schafft Raum für persönliche Identifikation und lädt dazu ein, die Verbindung zwischen Geschichte und Gegenwart selbst zu hinterfragen."
Mehr zur Entstehung:
© VIDEO:SCKRE
Statement für den Schutz der Zivilbevölkerung
"Wenn Bomben und Raketen in Wohngebieten eingesetzt werden, dann treffen sie aber immer auch die Zivilbevölkerung: Rund 90% der Opfer sind Zivilistinnen und Zivilisten! Das bedeutet: tote oder verletzte Kinder, Frauen und Männer mit lebenslangen Behinderungen, zerstörte Lebensräume und -träume, zerstörte Wasserleitungen oder Elektrizitätswerke, Fabriken, Schulen, Brücken. Es bedeutet Menschen, die in die Flucht getrieben werden.
Von solchen Schicksalen hören wir mittlerweile fast täglich – aus der Ukraine, aus dem Gazastreifen, aber auch aus anderen Ländern, aus denen die Medien inzwischen weniger berichten,: Z.B. im Jemen, im Sudan, in Myanmar oder immer noch – seit 15 Jahren – in Syrien." - Dr. Inez Kipfer-Didavi, Geschäftsführerin von Handicap International Deutschland
© Tom Noise
Wie eine Erzählung
Das Mural zeigt eine Komposition wie eine Erzählung: Sie entfaltet sich von links nach rechts: Zunächst wirken die Rehe wie erstarrt, dann setzen Flucht und Bewegung ein. Im Zentrum des Bildes kulminiert die Zerstörung. Verletzte und amputierte Rehe verweisen auf die Folgen von Bombardierungen, Minen und bewaffneten Konflikten. Sie stehen exemplarisch für die körperlichen und seelischen Verletzungen, die Kriege Zivilist*innen zufügen. Am rechten Bildrand erscheinen zahlreiche Rehkitze, eingefasst von einem Feld und umrankt von Blüten. Sie stehen für die nächste Generation und für Hoffnung trotz bleibender Verletzungen - eine Hoffnung, die das Leid nicht ausblendet, sondern Zukunft und Fürsorge trotz anhaltender Gewalt sichtbar macht.
Wir danken der Stadt Linz, Bürgermeister Dietmar Prammer, dem St.Barbara Friedhof, dem österreichischem Schwarzen Kreuz & dem Künstler*innen-Duo VIDEO.SCKRE
Über die Kampagne „Stop Bombing Civilians"
Einsätze von Bomben und Raketen in Wohngebieten haben verheerende Auswirkungen. Explosivwaffen töten oder verletzen jedes Jahr zehntausende Zivilist*innen weltweit, hinterlassen verwüstete Städte z.B. im Irak, in Afghanistan, Syrien, Jemen oder jüngst in der Ukraine, im Sudan und im Gazastreifen. Sie führen zu starken psychologischen Traumata, zu Vertreibung und Verarmung der Bevölkerung, zerstören lebensnotwendige Infrastrukturen und zerrütten das soziale und wirtschaftliche Gefüge. Wenn Explosivwaffen in bewohnten Gebieten eingesetzt werden, sind 90% der Opfer Zivilist*innen. Besonders die Flächenwirkung vieler Explosivwaffen macht ihren Einsatz in Wohngebieten verhängnisvoll. Deshalb setzt sich Handicap International (HI) mit der Kampagne „Stop Bombing Civilians“ seit vielen Jahren für den Schutz der Zivilbevölkerung vor dem Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten (EWIPA) ein.