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Gaza: Baschir blüht auf

Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Palästinensische Gebiete

Es ist früher Morgen. In einem Zelt in Deir al-Balah liegt der elfjährige Baschir auf einer dünnen Matratze. Sein Zuhause ist prekär: Bei Regen wird das Zelt nass, und das Wasser dringt bis zu seiner Matratze durch. Baschir kann nicht aufstehen, um nach draußen zu gehen. Seine Muskeln sind zu schwach. Aber seine Augen sind wach und voller Träume.

Ein Junge mit rotem Pulli sitzt in einem Rollstuhl.

Beim Lernen mit anderen Kindern blüht Baschir (11) aus Gaza wieder auf. | © HI

Baschir hat Muskeldystrophie. Die Krankheit wurde bereits im Alter von vier Jahren diagnostiziert und hat sich seitdem stetig verschlechtert. Heute kann der 11-Jährige gar nicht mehr laufen. Manchmal fällt ihm das Atmen schwer, denn seine Lunge ist ebenfalls stark von der Krankheit betroffen. Seit zwei Jahren ist es in Gaza fast unmöglich, die nötigen Medikamente für Baschir zu bekommen.

Der Krieg hat alles noch schlimmer gemacht

Zunächst floh seine Familie von Gaza-Stadt nach Rafah und dann weiter nach Deir al-Balah. Dabei verschlechterte sich sein Zustand stetig. Er entwickelte zusätzlich eine Wirbelsäulenverkrümmung und Druckgeschwüre. Für Kinder mit Behinderung ist ein Krieg besonders grausam. Baschir verlor nicht nur seine Mobilität, sondern auch lange das Gefühl, dazuzugehören. Viele Orte sind für ihn im Rollstuhl unzugänglich. Schließlich fand er einen Platz in einem Lernzentrum, das von Handicap International unterstützt wird.

Schule ist mehr als nur Lernen

In der Schule fühlt sich Baschir endlich wohl. Er lernt, lacht und hat Freunde. Durch inklusive Spiele, an denen auch er teilnehmen kann, gewinnt er Selbstvertrauen zurück. Beim Lernen zeigt er, was in ihm steckt. Manchmal verpasst er den Unterricht, weil niemand da ist, der seinen Rollstuhl schieben kann. Trotzdem ist er fest entschlossen, weiter zulernen.

30 September 2026
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