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Streubombenmonitor 2026 – Opferzahlen verdreifacht

Minen und andere Waffen
International

Der neue Streubomben-Monitor zeigt einen alarmierenden Anstieg der Opferzahlen durch Streumunition. Knapp 90 Prozent kommen aus der Zivilbevölkerung. Handicap International (HI), Mitherausgeberin des Monitors, fordert mehr finanzielle Unterstützung für die Opfer, Räumung und Gefahrenaufklärung. Damit Kinder, die Sprengkörper mit Spielzeug verwechseln, nicht mehr schwerverletzt werden – so wie Mahmoud aus Syrien.

Entminer in Laos bei der Arbeit

Entminer in Laos bei der Arbeit | © HI

„Jahr für Jahr stellen Zivilistinnen und Zivilisten die überwältigende Mehrheit der Opfer dar“, unterstreicht Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland. „Opfer gibt es durch aktuelle Angriffe, aber auch durch Blindgänger vergangener Konflikte. Insbesondere Kinder werden oft beim Spielen von den kleinen, glänzenden Sprengkörpern getötet oder verletzt.“

Einige Ergebnisse des Streubomben-Monitors 2026:

  • Von den insgesamt 1.063 Getöteten und Verletzten waren 87 % Zivilistinnen und Zivilisten.
  • Mindestens 927 Opfer durch Streumunition wurden allein in der Ukraine registriert (902 infolge von Angriffen, 25 durch Munitionsrückstände). Das entspricht mehr als dem Vierfachen der 208 Opfer im Jahr 2024.
  • Opfer durch Blindgänger wurden unter anderem in Syrien (68), der Ukraine (25), Laos (8) und Afghanistan (5) registriert.
  • Mindestens 29 Staaten/Gebiete sind nach wie vor mit Blindgängern kontaminiert.
  • Angriffe mit Streumunition wurden durch den Iran, Myanmar, Russland, Thailand und der Ukraine dokumentiert.

Mahmoud ist einer der vielen Verletzten in Syrien, die durch Streumunition verletzt wurden. Der Sechsjährige wollte neben seinem Haus in der Nähe von Deir ez-Zor nur spielen und berührte dabei einen Blindgänger. Die kleine Metallkugel explodierte, riss seine rechte Hand ab und zertrümmerte sein Bein.

Warum ist eine Streubombe so gefährlich?

Streubomben enthalten bis zu hunderte Minibomben, die sich bei Explosion über große Flächen verteilen. Streumunition trifft, verwundet und tötet wahllos. Besonders heimtückisch ist, dass bis zu 40 Prozent der Sprengkörper (auch Submunition genannt) beim Aufprall nicht zünden. Die geringste Berührung reicht dann, um sie noch nach Jahren explodieren zu lassen. Die im Boden lauernden Sprengsätze sind eine schreckliche Gefahr, ob für spielende Kinder oder Bauern bei der Feldarbeit. Die meisten Opfer stammen aus der Zivilbevölkerung.

Der Streubomben-Monitor wird von der Internationalen Koalition gegen Streumunition (CMC) herausgegeben. Handicap International ist Gründungsmitglied der CMC und Mitglied der Redaktion. Streumunition ist seit 2009 durch die sogenannte Oslo-Konvention verboten. 124 Staaten (Stand August 2026) haben sich dem Verbotsvertrag verpflichtet. Der neue Streubomben-Monitor 2026 umfasst den Berichtszeitraum 2025 und wird ergänzt durch Zahlen aus 2026, wenn verlässliche Daten vorliegen.

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8 September 2026
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