Streubombenmonitor 2026 – Opferzahlen verdreifacht
Pressemitteilung, Berlin, 07.09.2026
Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis
Pressemitteilung, Berlin, 07.09.2026
Der am 8. September veröffentlichte Streubomben-Monitor 2026 zeigt einen alarmierenden Anstieg der Opferzahlen durch Streumunition im Jahr 2025. Von den insgesamt 1.063 Getöteten und Verletzten waren 87 % Zivilistinnen und Zivilisten. Angriffe mit Streumunition wurden durch den Iran, Myanmar, Russland, Thailand und die Ukraine dokumentiert. Die höchste Zahl an Opfern verzeichnete die Ukraine. Die gemeinnützige Hilfsorganisation Handicap International (HI), Mitherausgeberin des Monitors, fordert mehr finanzielle Unterstützung für die Opfer, Räumung und Gefahrenaufklärung.
„Jahr für Jahr stellen Zivilistinnen und Zivilisten die überwältigende Mehrheit der Opfer dar“, unterstreicht Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland. „Opfer gibt es durch aktuelle Angriffe, aber auch durch Blindgänger vergangener Konflikte. Insbesondere Kinder werden oft beim Spielen von den kleinen, glänzenden Sprengkörpern getötet oder verletzt.“
Einer der Opfer ist Mahmoud aus Syrien , sechs Jahre alt. Er war erst kürzlich mit seiner Familie nach Hause zurückgekehrt. Der Kleine nahm eine Metallkugel in die Hand: Der Ball, der keiner war.
Lesen Sie hier die Geschichte von Mahmoud aus Syrien, sechs Jahre alt: Der Ball, der keiner war.
© T. Nicholson / HI
Streubomben enthalten bis zu hunderte Minibomben, die sich bei Explosion über große Flächen verteilen. Streumunition trifft, verwundet und tötet wahllos. Besonders heimtückisch ist, dass bis zu 40 Prozent der Sprengkörper (auch Submunition genannt) beim Aufprall nicht zünden. Die geringste Berührung reicht dann, um sie noch nach Jahren explodieren zu lassen. Die im Boden lauernden Sprengsätze sind eine schreckliche Gefahr, ob für spielende Kinder oder Bauern bei der Feldarbeit. Die meisten Opfer stammen aus der Zivilbevölkerung.
Der Streubomben-Monitor wird von der Internationalen Koalition gegen Streumunition (CMC) herausgegeben. Handicap International ist Gründungsmitglied der CMC und Mitglied der Redaktion. Streumunition ist seit 2009 durch die sogenannte Oslo-Konvention verboten. 124 Staaten (Stand August 2026) haben sich dem Verbotsvertrag verpflichtet. Der neue Streubomben-Monitor 2026 umfasst den Berichtszeitraum 2025 und wird ergänzt durch Zahlen aus 2026, wenn verlässliche Daten vorliegen.
Handicap International / Humanity & Inclusion (HI) ist eine gemeinnützige Organisation für Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit, die in rund 60 Ländern aktiv ist. Wir setzen uns für eine solidarische und inklusive Welt ein. Wir verbessern langfristig die Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung und unterstützen diejenigen, die besonderen Schutz benötigen. Außerdem arbeiten wir für eine Welt ohne Minen und Streubomben sowie für den Schutz der Zivilbevölkerung im Krieg. HI ist Co-Preisträgerin des Friedensnobelpreises von 1997. Handicap International e.V. ist der deutsche Verein von HI.
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