Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Weltflüchtlingstag: Menschen mit Behinderung besonders von Kürzungen in der humanitären Hilfe betroffen

Pressemitteilung, Berlin, 18.06.2026

Die gemeinnützige Hilfsorganisation Handicap International (HI) warnt anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni: Menschen mit Behinderung, die fliehen müssen und in einem Flüchtlingslager leben, sind besonders von den massiven Kürzungen in der humanitären Hilfe betroffen. Es fehlen Hilfsmittel, medizinische Versorgung oder barrierefreie Angebote.

Viele Geberländer haben ihre Beiträge zur humanitären Hilfe drastisch gekürzt, während der Bedarf weiter steigt. Internationale Hilfe ist für Menschen mit Behinderungen, die oft zu den ärmsten Bevölkerungsgruppen gehören, überlebenswichtig.

„Die Kürzung der Mittel für humanitäre Hilfe hat für Menschen mit Behinderungen, die in Flüchtlingslagern leben, eine Krise innerhalb der Krise ausgelöst. Gerade die Unterstützung, die sie benötigen, wie barrierefreie Transportmöglichkeiten oder orthopädische Versorgung, wurden gestrichen. Das Ausmaß dieser Kürzungen hat jahrelange Fortschritte bei der Inklusion zunichte gemacht. Ohne dringende Maßnahmen droht ihr Zugang zu grundlegenden Rechten irreversibel beeinträchtigt zu werden“, warnt Pauline Nadim-Ducos, Landesleiterin von Handicap International in Uganda.

Anai im Rollstuhl in ihrem Klassenraum mit einer Lehrerin und Schülern Anai im Rollstuhl in ihrem Klassenraum mit einer Lehrerin und Schülern Anai im Rollstuhl in ihrem Klassenraum mit einer Lehrerin und Schülern Anai im Rollstuhl in ihrem Klassenraum mit einer Lehrerin und Schülern
© A. Beaujolais / HI

Beispiel Uganda: Weniger Lebensmittel für Menschen mit Behinderung

Vor Ort sehen die Teams von Handicap International, dass Projekte mit Maßnahmen zur Unterstützung von Menschen mit Behinderungen eingestellt werden mussten. Viele Menschen mit Behinderungen wurden von den Listen für die Lebensmittelverteilung gestrichen. Doch gerade diese benötigen finanzielle Unterstützung, berufliche Bildung oder die Förderung von Arbeitsmöglichkeiten, um sich selbst versorgen zu können. Als direkte Folge der gekürzten Mittel bleibt ihnen nichts anderes übrig, als auf gefährliche Alternativen zurückzugreifen: Verzicht auf Mahlzeiten, Kinderarbeit, Betteln oder sogar Prostitution.