HI begrüßt den Beitritt des Libanon zum Minenverbotsvertrag
Pressemitteilung, Berlin, 07.05.2026
Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis
Pressemitteilung, Berlin, 07.05.2026
Libanon wird als 162. Staat dem Minenverbotsvertrag beitreten. Seit Jahrzehnten, bis hin zum jüngsten Krieg, haben Landminen und explosive Kriegsreste Teile des Libanon verseucht und Todesfälle und Verletzungen verursacht. Die Hilfsorganisation Handicap International (HI), Co-Friedensnobelpreisträgerin, begrüßt diesen Schritt, der auch eine Verpflichtung zum Schutz der libanesischen Zivilbevölkerung bedeutet. Laut Landminen-Monitor 2025 stammen 90 % der registrierten Opfer von Landminen aus der Zivilbevölkerung.
„Der Beitritt des Libanon bedeutet nicht nur einen Schritt in Richtung einer minenfreien Zukunft, sondern auch ein starkes Signal dafür, dass internationale Regeln von Bedeutung sind“, sagt Dr. Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland. „In einer Zeit, in der fünf europäische Länder aus dem Minenverbotsvertrag ausgestiegen sind, sehen wir in diesem Beitritt eine eindringliche Mahnung, dass Antipersonen-Minen niemals eine Lösung sind“, sagt Fischer weiter. „Die Bevölkerung des Libanon hat die leidvolle Erfahrung gemacht. Diese Waffen töten und verstümmeln Zivilistinnen und Zivilisten noch Jahrzehnte nach Ende von Konflikten, mit verheerenden humanitären Folgen. Libanons Beitritt erinnert nun daran, dass Staaten auch in Zeiten von Unsicherheit und Konflikten die Entscheidung treffen können, wahllos wirkende Waffen abzulehnen, generationenübergreifendes Leid zu verhindern und die Menschenwürde zu schützen.“
Der sogenannte Ottawa-Vertrag ist wie andere Abrüstungsverträge in Friedens- und Kriegszeiten verbindlich. Nach seiner Ratifizierung hat er Gesetzeskraft und muss durchgesetzt werden. Während das Verbot des Einsatzes sich hauptsächlich in Kriegszeiten auswirkt, gelten die Verpflichtungen zur Vernichtung von Beständen, zum Verzicht auf die Produktion und den Transfer sowie die Unterstützung der Betroffenen auch in Friedenszeiten.
Handicap International räumt seit Jahren kontaminierte Gebiete im Libanon, klärt die Zivilbevölkerung über Minen und Blindgänger auf und versorgt Opfer und Überlebende. Zudem arbeitet HI dafür, dass Überlebende von Minenunfällen, von denen viele mit langfristigen Behinderungen leben, Zugang zu inklusiven und hochwertigen Dienstleistungen haben. Dazu zählen Rehabilitation, psychosoziale Unterstützung und sozioökonomische Inklusion.
Hier finden Sie das vollständige HI-Statement zum Beitritt des Libanon zum Minenverbotsvertrag.
Weitere Informationen zu Landminen und zum Minenverbotsvertrag finden Sie unter:
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