Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Ecuador

In Ecuador führt Handicap International (HI) ein Projekt zur inklusiven Bildung durch, um allen Kindern den Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung zu ermöglichen.

Luftansicht auf einen Schulhof in Ecuador. Der Boden ist mit bunten Punkten bemalt, darauf spielen Kinder.

Luftansicht einer Schule in Quito, Ecuador | © J. Maitrias / HI

Laufende Aktivitäten

Handicap International führt in Quito in Zusammenarbeit mit lokalen Organisationen ein Projekt zur inklusiven Bildung durch. Dieses Projekt zielt darauf ab, den Zugang zu Bildung für alle zu verbessern, indem Schüler*innen unterstützt werden, insbesondere solche mit Behinderungen oder sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Organisation führt Workshops zu verschiedenen Themen wie Kunst, Natur und Musik sowie Fortbildungen für Lehrkräfte und pädagogisches Personal durch. Darüber hinaus werden Sensibilisierungsveranstaltungen zu den Rechten von Menschen mit Behinderungen für Eltern und Familien organisiert sowie Informationskampagnen für Gemeindemitglieder, um die Inklusion von Schüler*innen mit Behinderungen zu fördern.

Im Rahmen dieses Projekts arbeitet Handicap International gemeinsam mit ihren Partnern daran, zivilgesellschaftliche Organisationen zu stärken und die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Ziel ist es, Einfluss auf die öffentliche Politik zu nehmen und auf den im Projekt erprobten bewährten Praktiken aufzubauen, um diese in größerem Maßstab umzusetzen.

Als Reaktion auf die steigende Gewalt führt Handicap International in der Provinz Sucumbíos im Nordosten des Landes ein Schutzprogramm mit Fokus auf Geschlecht, Alter und Vielfalt durch. HI bietet inklusive humanitäre Hilfe, die unter anderem individuelle Fallbegleitung für Menschen mit Behinderungen und ihre Familien umfasst – inklusive Beratung, psychosoziale Unterstützung, Geldtransfers und, wo nötig, die direkte Bereitstellung von Hilfsgütern. Zudem stärkt HI die lokalen Kapazitäten.

  • Anzahl der HI-Mitarbeiter: 6 Personen
  • Anzahl der von HI im Jahr 2025 direkt unterstützten Begünstigten: 3.916 Personen
  • Anzahl der von HI im Jahr 2025 indirekt unterstützten Begünstigten: 9.926 Personen
  • Startdatum des Programms: 1986

Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Ecuador

Ecuador, ein südamerikanisches Land mit fast 18 Millionen Einwohnern, steht vor großen humanitären und sozioökonomischen Herausforderungen.

In den letzten Jahren verzeichnete das Land ein ungleichmäßiges Wirtschaftswachstum. Trotz einiger Fortschritte bei der Armutsbekämpfung im letzten Jahrzehnt sind große Teile der Bevölkerung weiterhin gefährdet, insbesondere in ländlichen Gebieten und unter indigenen Gemeinschaften.

Die Sicherheitslage im Land hat sich in den letzten Jahren aufgrund von Gewalt im Zusammenhang mit Drogenhandel und organisierter Kriminalität erheblich verschlechtert. Das Land verzeichnet einen deutlichen Anstieg von Tötungsdelikten und Gewalt, was sich direkt auf die Lebensbedingungen der Menschen auswirkt. Diese Entwicklungen verschärfen den Schutzbedarf, insbesondere für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen.

Ecuador ist nach wie vor ein wichtiges Aufnahmeland für Flüchtlinge und Migrant*innen, insbesondere für Menschen aus Venezuela, von denen derzeit mehrere Hunderttausend auf seinem Staatsgebiet leben. Viele leben unter prekären Bedingungen und haben nur begrenzten Zugang zu Beschäftigung, Gesundheitsversorgung und Bildung. Der humanitäre Bedarf betrifft die Ernährungssicherheit, den Schutz und den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Kinder und Frauen sind besonders anfällig für Gewalt, während Menschen mit Behinderungen aufgrund fehlender inklusiver Mechanismen beim Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und Hilfsangeboten auf Hindernisse stoßen.

Menschen mit Behinderungen, die oft von Notfallmaßnahmen ausgeschlossen sind, sind einem erhöhten Risiko der Marginalisierung und Gewalt ausgesetzt. Ihr Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Rehabilitationsangeboten ist nach wie vor eingeschränkt, obwohl sich Ecuador international zur Inklusion verpflichtet hat.

Das Land ist zudem in hohem Maße anfällig für klimabedingte Gefahren. Im Jahr 2024 waren Tausende von Menschen von einer historischen Dürre betroffen, die von Waldbränden und Stromengpässen begleitet war. Katastrophen in Verbindung mit den Auswirkungen des El-Niño-Phänomens verschärfen die Ernährungsunsicherheit und die Binnenvertreibung.

Vor diesem Hintergrund ist der humanitäre Bedarf nach wie vor erheblich, insbesondere in Bezug auf Schutz, Hilfe für Migrant*innen, Ernährungssicherheit und den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen.


 

 
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