Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Pakistan

In Pakistan unterstützt Handicap International (HI) Geflüchtete, Rückkehrende und von Krisen betroffene Aufnahmegemeinden, wobei der Schwerpunkt insbesondere auf Erwachsenen und Kindern mit Behinderungen liegt.

Kinder in Pakistan blicken in die Kamera

In Pakistan schafft HI sichere Spielbereiche für geflüchtete Kinder, Kinder ohne Behinderung und Kinder mit Behinderung. | © L. Chancenotte / HI

Laufende Aktivitäten

In Pakistan unterstützt Handicap International von Krisen betroffene Bevölkerungsgruppen, darunter afghanische Geflüchtete, Rückkehrende, Binnenvertriebene sowie besonders schutzbedürftige Aufnahmegemeinschaften. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Menschen mit Behinderungen und anderen gefährdeten Bevölkerungsgruppen.

Die Teams von Handicap International sind in den Provinzen Khyber Pakhtunkhwa und Sindh in den Bereichen Gesundheitsversorgung, psychosoziale Unterstützung, Bildung, Schutz und Rehabilitation tätig.

In Khyber Pakhtunkhwa helfen die Teams afghanischen Geflüchteten und den Aufnahmegemeinden, wobei der Fokus auf inklusiver Bildung, psychischer Gesundheit, Rehabilitation und Schutz liegt. Diese Maßnahmen richten sich insbesondere an Kinder – vor allem an Kinder mit Behinderungen – und umfassen sichere Lernräume, Bildungsangebote sowie psychosoziale Unterstützung.

Darüber hinaus baut Handicap International gemeindenahe psychosoziale Unterstützungsangebote und mobile und inklusive Hilfsmaßnahmen für Menschen mit Behinderungen weiter aus. Dazu gehören unter anderem Rehabilitationsleistungen und die Bereitstellung von Hilfsmitteln.

Als Reaktion auf die Monsunüberschwemmungen im Jahr 2025 setzten die Teams Nothilfemaßnahmen in Swat (Khyber Pakhtunkhwa) und Sujawal (Sindh) um. Dazu gehörten psychosoziale Unterstützung, Rehabilitation, inklusive Hygieneangebote sowie die Versorgung mit Hilfen zur Deckung grundlegender Bedürfnisse.

In Gilgit-Baltistan (Distrikt Ghizer) leistete Handicap International während extremer Kältewellen gezielte Winterhilfe für besonders schutzbedürftige Haushalte. Diese umfasste Bargeldhilfen, Ausrüstung zum Schutz vor Kälte, Hygiene-Kits sowie Nahrungsmittel.

  • Anzahl der Mitarbeitenden von Handicap International: 59
  • Anzahl der von Handicap International im Jahr 2025 unterstützten Begünstigten: 73.307 Menschen, darunter 935 Menschen mit Behinderungen
  • Programmstart: 1984

Hintergrund

Map of HI's interventions in Afghanistan Pakistan

Pakistan hat mit sich gegenseitig verstärkenden humanitären und entwicklungspolitischen Problemen zu kämpfen. Dazu zählen die Folgen des Klimawandels, wirtschaftliche Instabilität sowie langanhaltende Vertreibung.

Die verheerenden Überschwemmungen von 2022, bei denen ein Drittel des Landes überflutet wurde, prägen den Wiederaufbaubedarf bis heute – insbesondere in besonders gefährdeten und von Naturkatastrophen betroffenen Regionen. Gleichzeitig verschärfen klimatische Extreme wie Überschwemmungen und Kältewellen weiterhin die Risiken für ohnehin marginalisierte Bevölkerungsgruppen.

Eine neue Politik der pakistanischen Behörden hat die massive Rückkehr afghanischer Staatsangehöriger ausgelöst. Dies führt zu erneuter Vertreibung, dem Verlust von Lebensgrundlagen, einer Überlastung städtischer Gebiete sowie einem eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. Besonders betroffen sind Frauen, Kinder und Menschen mit Behinderungen.

Darüber hinaus steht Pakistan vor erheblichen Herausforderungen im Bereich der humanitären Entwicklung. Anhaltende Defizite im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie in der sozialen Sicherung erschweren die Lebensbedingungen vieler Menschen. Menschen mit Behinderungen sind trotz der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention durch Pakistan weiterhin überproportional von Ausgrenzung betroffen. Ursachen sind strukturelle Barrieren, eine unzureichende Datenlage sowie gesellschaftliche Stigmatisierung.


 

 

Neues aus den Projekten

Pakistan - Ein Land steht unter Wasser
© Development Tales Media / HI
Nothilfe

Pakistan - Ein Land steht unter Wasser

Millionen Menschen leiden in Pakistan unter den Überflutungen. Rund eine Million Häuser wurde zerstört oder beschädigt, Felder sind überflutet, unzählige Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Brücken wurden verwüstet, tausende Kilometer Straßen überspült. Vor allem für Menschen mit Behinderung, Ältere und Schwangere ist es besonders schwierig, Nothilfe-Stationen zu erreichen. 

„Ich habe Angst, dass meine Kinder hungern müssen“
© HI
Nothilfe Vorsorge und Gesundheit

„Ich habe Angst, dass meine Kinder hungern müssen“

Abdul Baqi im afghanischen Flüchtlingscamp Jalala Afghan Mardan in Pakistan macht sich große Sorgen. Die Ausgangssperre trifft seine Familie hart. HI (Handicap International) unterstützt ihn und seine Kinder.

Ausgangssperren schlimm für Kinder mit Behinderung
© HI
Inklusion Rehabilitation und Orthopädie

Ausgangssperren schlimm für Kinder mit Behinderung

Darunter leiden besonders die Kinder mit Behinderung. So wie die siebenjährige Samina, die erst seit kurzem bei einer Kindergruppe mitmachen durfte und Reha-Maßnahmen erhielt. Die Eltern waren so glücklich über die ersten Fortschritte. Doch dann kam das Virus und seitdem muss Samina wieder zuhause bleiben. Das HI-Team verteilt nicht nur Hygiene-Kits, sondern auch Lebensmittel, da viele Familien in den Flüchtlingscamps bitter arm sind und es keine Gelegenheitsjobs mehr gibt.

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