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Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Pakistan

Handicap International (HI) zieht eine erfolgreiche Bilanz bei der Durchführung von Entwicklungsprojekten in Pakistan, um afghanischen Geflüchteten zu helfen (ab Beginn der 1980er bis Ende der 1990er Jahre). HI unterstützte die Bevölkerung nach mehreren Naturkatastrophen (Erdbeben, Überschwemmungen) und führt Projekte durch, um die Auswirkungen von Naturkatastrophen auf die schutzbedürftigsten Bevölkerungsgruppen zu mildern. Wir helfen Flüchtlingen und Binnenvertriebenen und setzen uns für das Wohl von Kindern mit Behinderung in Flüchtlingslagern und die Inklusion von Frauen mit Behinderung in die Gesellschaft ein.

Inklusiver und geschützte Spielbereiche für vertriebene Kinder erlaubt ihnen über ihre Erlebnisse und Traumata zu sprechen.

Inklusiver und geschützte Spielbereiche für vertriebene Kinder erlaubt ihnen über ihre Erlebnisse und Traumata zu sprechen. | © L. Chancenotte / HI

Laufende Aktivitäten

Handicap International ist bereits seit mehr als 30 Jahren in Entwicklungsprojekten tätig. Aufbauend auf den Fähigkeiten und der Erfahrung hat HI 2016 einen Aktionsplan für die Arbeit in Pakistan über 5 Jahre entwickelt. Der Fokus lieg auf den folgenden fünf Säulen:

  1. Inklusive Bildung (das Bildungssystem für Jungen und Mädchen und junge Frauen mit Behinderung inklusiver gestalten) 
  2. Gesundheit und Prävention (Präventionsmaßnahmen, um Risiken und/oder Auswirkungen von Behinderungen effektiv zu reduzieren)
  3. Nothilfe und inklusives Katastrophenrisikomanagement
  4. Technische Hilfe für die pakistanische Regierung und internationale Organisationen, NGOs, Organisationen der Zivilgesellschaft usw., um die Berücksichtigung von Behinderung sicherzustellen
  5. Empowerment von Frauen und Gender-Thematiken

Neues aus den Projekten

Pakistan - Ein Land steht unter Wasser
©Abdul MAJEED / AFP
Nothilfe

Pakistan - Ein Land steht unter Wasser

Millionen Menschen leiden in Pakistan unter den Überflutungen. Rund eine Million Häuser wurde zerstört oder beschädigt, Felder sind überflutet, unzählige Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Brücken wurden verwüstet, tausende Kilometer Straßen überspült. Vor allem für Menschen mit Behinderung, Ältere und Schwangere ist es besonders schwierig, Nothilfe-Stationen zu erreichen. 

„Ich habe Angst, dass meine Kinder hungern müssen“
© HI
Nothilfe Vorsorge und Gesundheit

„Ich habe Angst, dass meine Kinder hungern müssen“

Abdul Baqi im afghanischen Flüchtlingscamp Jalala Afghan Mardan in Pakistan macht sich große Sorgen. Die Ausgangssperre trifft seine Familie hart. HI (Handicap International) unterstützt ihn und seine Kinder.

Ausgangssperren schlimm für Kinder mit Behinderung
© HI
Inklusion Rehabilitation und Orthopädie

Ausgangssperren schlimm für Kinder mit Behinderung

Darunter leiden besonders die Kinder mit Behinderung. So wie die siebenjährige Samina, die erst seit kurzem bei einer Kindergruppe mitmachen durfte und Reha-Maßnahmen erhielt. Die Eltern waren so glücklich über die ersten Fortschritte. Doch dann kam das Virus und seitdem muss Samina wieder zuhause bleiben. Das HI-Team verteilt nicht nur Hygiene-Kits, sondern auch Lebensmittel, da viele Familien in den Flüchtlingscamps bitter arm sind und es keine Gelegenheitsjobs mehr gibt.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes Pakistan

Pakistan wird immer häufiger und regelmäßig von Naturkatastrophen heimgesucht. Zusätzlich stellt der anhaltende Konflikt in den Grenzgebieten eine Herausforderung für die Sicherheit im Land dar, worunter besonders die lokale Zivilbevölkerung leidet. 

Trotz des jüngsten Wirtschaftswachstums ist Pakistan nach wie vor eines der Länder in Südasien, die bei Entwicklungsindikatoren am schlechtesten abschneiden. Pakistan hat mit einer hohen Inflationsrate und anderen Wirtschaftskrisen zu kämpfen. Der anhaltende Konflikt in den Grenzgebieten stellt eine sicherheitspolitische Herausforderung dar, die sich nachteilig auf die lokale Bevölkerung auswirkt. Besonders nach der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan sind die pakistanischen Grenzen unsicherer geworden. Auch die internationalen Beziehungen sind ein Dauerthema, insbesondere im Hinblick auf die angrenzenden Staaten Indien und Afghanistan, mit denen Pakistan ungelöste Grenzstreitigkeiten und gelegentlich militärische Zwischenfälle hat. 

Pakistan hat eine lange Tradition in der Aufnahme von Flüchtlingen: Etwa 1,4 Millionen registrierte afghanische Flüchtlinge leben in dem Land. Kurz nach dem Einmarsch der Taliban in Afghanistan, kamen etwa 5.000 weitere afghanische Flüchtlinge nach Pakistan, doch die pakistanische Regierung schloss alsbald die Grenzen. Pakistan wird auch regelmäßig von Naturkatastrophen heimgesucht: 2005 wurden durch ein Erdbeben drei Millionen Menschen vertrieben, und 2010 waren mehr als 20 Millionen Menschen von schweren Überschwemmungen betroffen.

Obwohl Pakistan das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung unterzeichnet hat (2008 unterzeichnet, 2011 ratifiziert), gibt es kaum zuverlässige Daten, um die Zahl von Menschen mit Behinderung zu bestimmen. Außerdem gibt es nur wenige Maßnahmen von der Regierung, um Menschen mit Behinderung zu helfen. 

Anzahl der HI-Mitarbeiter*innen: 49
Eröffnungsdatum des Programms: Anfang der 1980er Jahre

Einsatz weltweit: