Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

 

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Eine kleine Gruppe Schulkinder steht links und schaut ernst. Rechts neben ihnen steht ein Schild, das mit Totenkopf-Symbol vor Minen warnt. Eine kleine Gruppe Schulkinder steht links und schaut ernst. Rechts neben ihnen steht ein Schild, das mit Totenkopf-Symbol vor Minen warnt. Eine kleine Gruppe Schulkinder steht links und schaut ernst. Rechts neben ihnen steht ein Schild, das mit Totenkopf-Symbol vor Minen warnt. Eine kleine Gruppe Schulkinder steht links und schaut ernst. Rechts neben ihnen steht ein Schild, das mit Totenkopf-Symbol vor Minen warnt.

© P.J. Hay/HI

 

Landminen-Verbot

 

1992 rief Handicap International gemeinsam mit fünf anderen Organisationen die Internationale Kampagne für ein Verbot von Landminen (ICBL) ins Leben. 1997 wurden Antipersonen-Minen völkerrechtlich verboten. Für ihr politisches Engagement erhielt die ICBL den Friedensnobelpreis.

 
 

Vertrag zum Verbot von Landminen

Das „Übereinkommen über das Verbot des Einsatzes, der Lagerung, Herstellung und Weitergabe von Antipersonen-Minen und über ihre Vernichtung“ wurde am 3.12.1997 in Ottawa verabschiedet. Die sogenannte Ottawa-Konvention verpflichtet die Vertragsstaaten zudem zu Entminung und Opferhilfe. Bis heute haben 164 Staaten das Abkommen unterzeichnet, das sind mehr als 80 Prozent aller Länder weltweit

Über 84% der Opfer von Landminen sind Zivilistinnen und Zivilisten. Der Einsatz dieser Waffen gefährdet nicht nur während eines Konflikts Leben, sondern auch noch Jahrzehnte danach und behindert den Wiederaufbau, die sichere Rückkehr vertriebener Menschen und die langfristige Friedenssicherung.

Die Kampagne - wie alles begann

Thun Channareth aus Kambodscha überlebte 1982 einen schweren Unfall mit einer Antipersonen-Mine, bei dem er beide Beine verlor. Damals war es für den jungen Familienvater unvorstellbar, wie er – im Rollstuhl – weiterleben sollte. Doch dann fasste er neuen Mut und schloss sich in seiner Heimat sechs internationalen Organisationen an, die dort die Internationale Kampagne gegen Landminen (ICBL=International Campaign to Ban Landmines) gründeten. 

Handicap International ist eine der sechs Gründungsorganisationen. Inzwischen ist die ICBL ein Netzwerk von über 120 Nichtregierungsorganisationen aus ca. 60 Ländern.   

Das Engagement von Thun, Handicap International und der ICBL führte 1997 zum Verbotsvertrag. Im Dezember nahm Thun stellvertretend und voller Stolz den Friedensnobelpreis für die Internationale Kampagne entgegen. 

 

Thun Channareth aus Kambodscha hält stellvertretend für die ICBL den Friedensnobelpreis in der Hand. Thun Channareth aus Kambodscha hält stellvertretend für die ICBL den Friedensnobelpreis in der Hand. Thun Channareth aus Kambodscha hält stellvertretend für die ICBL den Friedensnobelpreis in der Hand. Thun Channareth aus Kambodscha hält stellvertretend für die ICBL den Friedensnobelpreis in der Hand.

© Paul James Hay/HI

Thun Channareth, selbst Opfer einer Landmine, ruft in seiner Heimat Kambodscha eine Kampagne gegen Landminen ins Leben. Stellvertretend für alle Opfer präsentiert er den Friedensnobelpreis von 1997.

Wichtige Fakten zum Ottawa-Vertrag

  • Die Zahl der Opfer ist stark zurückgegangen – von über 22.000 im Jahr 1999 auf 5.757 im Jahr 2023. 
  • Lagerbestände: Offiziell wurden bisher weltweit mehr als 55 Millionen Antipersonen-Minen zerstört. Fast alle Vertragsstaaten haben ihre Bestände zerstört und behalten nur noch wenige Exemplare für Testzwecke. 
  • Produktion: Die meisten früheren Hersteller produzieren keine Antipersonen-Minen mehr. Heute werden aber immer noch 12 Länder als Hersteller gelistet, darunter Russland, Myanmar, Indien, Iran und Pakistan.  
  • Räumung von Minenfeldern: Mehr als 30 Länder und Gebiete wurden als landminenfrei erklärt. Allerdings liegen noch in 58 Ländern weiterhin Minen.
  • Nach der Minenräumung können die Menschen in ihre Häuser zurückkehren, ihre Felder wieder bestellen, sich ohne Angst bewegen und so ihr Überleben sichern.
  • Stigmatisierung: Staatliche Armeen setzen Antipersonen-Minen fast nicht mehr ein, das Minenverbot hat auch für die Nicht-Unterzeichner-Staaten eine abschreckende Wirkung.
  • Aktuelle Zahlen finden Sie im Faktenblatt zu weltweiten Landminen-Situation.
Eine Gruppe lächelnder Menschen gruppiert um das Nobelpreis-Logo Eine Gruppe lächelnder Menschen gruppiert um das Nobelpreis-Logo Eine Gruppe lächelnder Menschen gruppiert um das Nobelpreis-Logo Eine Gruppe lächelnder Menschen gruppiert um das Nobelpreis-Logo

© ICBL

Der Friedensnobelpreis für unser Engagement gegen Landminen wird 1997 in Oslo überreicht.

Aktuelle Entwicklung

Im Ukraine-Konflikt wurden insbesondere von der russischen Seite massiv Antipersonen-Minen eingesetzt. Angesichts des russischen Krieges in der Ukraine haben inzwischen sechs Staaten ihren Rückzug aus dem Verbotsvertrag angekündigt oder vollzogen: Ukraine, Finnland, Polen, Estland, Lettland und Litauen. Handicap International warnt vor dieser Entwicklung, da die Aushöhlung dieser hart erkämpften internationalen Norm unzählige Menschenleben gefährdet.

Die USA haben den Verbots-Vertrag nicht unterzeichnet, doch haben sie sich in der Vergangenheit weitgehend an die Normen gehalten. Im November 2023 kündigten die Vereinigten Staaten jedoch die Lieferung von Antipersonen-Minen an die Ukraine an. Zudem hat das US-Außenministerium Anfang 2025 die sofortige Einstellung seiner weltweiten Minenräumprogramme angeordnet. Diese Entscheidung betrifft Entminungsprogramme in Konfliktregionen wie der Ukraine, dem Irak, Kolumbien und Südostasien, wo Minen und Blindgänger eine ernsthafte Gefahr für das Leben der Zivilbevölkerung darstellen.

Handicap International führt Räumungs- und Risikoaufklärungsprogramme durch und unterstützt Opfer in 20 Ländern. Allein in der Ukraine und im Gazastreifen erreichten die Teams von HI mehr als 600.000 Menschen, um sie vor Minen zu warnen.

Nur mit Ihrer Hilfe können wir uns weiter gegen Landminen einsetzen. 

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Landminen sind geduldige und hinterhältige Waffen – weltweit soll es über 600 verschiedene Arten geben. Für unseren Kampf dagegen wurden wir ausgezeichnet.
Handicap International verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz – von der Risikoaufklärung über die langfristige Unterstützung von Minenopfern bis zur humanitären Entminung.
Minen gefährden vor allem die Zivilbevölkerung. Sie töten, verstümmeln oder führen zu Erblindung. Wir stehen den Opfern bei.