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Hilfe für die besonders Schutzbedürftigen in Kakuma

Nothilfe
Kenia

Handicap International hilft im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia Menschen mit Behinderung und anderen besonders schutzbedürftigen Menschen

Blick auf provisorische sanitäre Einrichtungen in Kakuma

Für Menschen mit Behinderung ist es oftmals sehr schwierig, die Verteilungsstellen für Lebensmittel oder Wasser, Gesundheitszentren und Schulen zu erreichen | © E.Cartuyvels/Handicap International

Mehr als 180.000 Flüchtlinge leben im Flüchtlingslager Kakuma im Nordosten Kenias. Da das Camp so dicht bevölkert ist, ist es für besonders schutzbedürftige Menschen oftmals sehr mühsam, Zugang zu humanitären Leistungen zu bekommen. Für Menschen mit Behinderung ist es ein ernstes Problem, Verteilungsstellen für Lebensmittel oder Wasser, Gesundheitszentren und Schulen zu erreichen. Hinzu kommt, dass in dem Flüchtlingslager mehr als die Hälfte der Menschen mit Behinderung bereits schwere Menschenrechtsverletzungen erfahren haben.

Kinder werden oft diskriminiert, erfahren verbale oder sexuelle Gewalt und sind dadurch besonders schutzbedürftig. Wir haben Kinder mit Behinderung in Häusern angekettet vorgefunden, damit sie nicht irgendwo alleine herumwandern und physisch oder verbal misshandelt werden. Um den Schutz und die Eigenständigkeit von Menschen mit Behinderung zu verbessern, haben wir Zehntausende Rehabilitationssitzungen für mehrere Tausend Menschen durchgeführt.

Zugang zu humanitärer Hilfe

Das Flüchtlingslager Kakuma im Nordwesten Kenias wurde 1992 eröffnet. Mehr als 150.000 Flüchtlinge aus knapp zwanzig Ländern leben in diesem Camp – die meisten stammen  aus dem Südsudan und aus Somalia. Als die Kämpfe im November 2013 im Südsudan ausbrachen, kamen 43.000 neue Menschen ins Camp. Angesichts der Überfüllung im Lager ist es für die Flüchtlinge schwer, humanitäre Leistungen wie Gesundheitsversorgung, Wasser, Nahrung, Bildung, Rehabilitation und psychologische Unterstützung zu erhalten.

Nach unserer Einschätzung leben ungefähr 18.000 Menschen mit Behinderung im Flüchtlingslager Kakuma, etwa ein Zehntel der Gesamtanzahl. Diese Menschen sind besonders schutzbedürftig und werden viel eher Opfer von physischer und verbaler Gewalt, werden ausgegrenzt und leiden unter Diskriminierung. Eines der wichtigsten Einsatzgebiete von Handicap International ist der Schutz dieser Menschen.

Umfassende Hilfe

Handicap International arbeitet seit April 2014 im Kakuma Flüchtlingslager. Auf der einen Seite machen wir die besonders Schutzbedürftigen ausfindig, beurteilen ihre Bedürfnisse (vor allem in der Rehabilitation) und fördern den Zugang zu den humanitären Basisleistungen. Unsere Teams führen auch Rehabilitationssitzungen durch, stellen Mobilitätshilfen zur Verfügung und passen Prothesen und Orthesen an.

Handicap International bildet außerdem die Teams der anderen humanitären Organisationen aus, um Menschen mit Behinderung in ihre Arbeit einzubeziehen (z.B. durch Tipps für die Rehabilitation und Kurse für Gebärdensprache). Außerdem werden Familien dazu angeleitet, selbst rehabilitative Versorgung durchzuführen.

Handicap International führt Maßnahmen zur Sensibilisierung und Advocacy durch, um Diskriminierung und Gewalt gegenüber Menschen mit Behinderung zu bekämpfen. Diese Maßnahmen verbessern deren Inklusion in der Gesellschaft und ihre Lebensbedingungen.

17 Dezember 2018
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