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Jemen: Appell bekannter Persönlichkeiten an Emmanuel Macron, Theresa May und Donald Trump

Nothilfe

Seit 1.000 Tagen herrscht Krieg im Jemen, dem ärmsten Land des Nahen Ostens. Dieser Krieg hat die schwerste humanitäre Krise der Welt verursacht. Der Jemen steht aktuell am Rande einer historischen Hungersnot und wird von Krankheiten heimgesucht, die vermeidbar wären. Alle zehn Minuten stirbt ein Kind vor Hunger oder an einer Krankheit. Drei Viertel der Bevölkerung – 22 Millionen Menschen – sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben. 357 bekannte Persönlichkeiten appellieren an Staaten mit besonderer Verantwortung im Jemen sofort zu handeln, um die furchtbare Situation der Bevölkerung zu bessern.

Flüchlingsmädchen im Jemen durch Krieg schwer traumatisiert

Die 8-jährige Aidi im Krankenhaus CALP in Sana'a, Jemen: Sie ist durch psychologische Traumata wie gelähmt. | © Camille Gillardeau / Handicap International

Nach 1.000 Kriegstagen kann der Jemen nicht mehr länger warten!

Alle Konfliktparteien haben wiederholt völkerrechtwidrige Angriffe auf die Zivilbevölkerung begangen, ohne dafür bestraft zu werden. Durch die jüngste Blockade der Koalition, die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten angeführt wird, hat sich die bereits katastrophale Lage noch verschlimmert. Sie hat die Einfuhr von Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoffen verhindert, zur Schließung von Krankenhäusern geführt und ganze Städte von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten. Das Wiederaufflammen der Gewalt in Sana‘a und die Ermordung des ehemaligen Präsidenten Saleh durch die Huthi führen dazu, dass die Gefahren für die zivile Bevölkerung weiter steigen.

Angesichts dieser von Menschen verursachten Katastrophe hat die internationale Gemeinschaft gezeigt, wie handlungsunfähig sie ist. Millionen von jemenitischen Frauen, Männern und Kindern fühlen sich von den Führungskräften der Welt im Stich gelassen, die ihre Profite und ihre Politik über Menschenleben zu stellen scheinen. Seit 1.000 Tagen hat die stille Diplomatie darin versagt, die wiederholten Angriffe aller Konfliktparteien auf unschuldige Zivilistinnen und Zivilisten einzudämmen.

Aufruf an die Frankreich, USA und das Vereinigte Königreich

Frankreich, die USA und das Vereinigte Königreich tragen eine besondere Verantwortung, sowohl als Mitglieder des UN-Sicherheitsrats als auch als Hauptwaffenlieferanten für Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Es ist ihre Aufgabe, alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen und ihre Partner in der Region dazu zu zwingen, die Krise zu beenden. Anstatt die Flammen eines Krieges weiter zu schüren, der die gesamte Bevölkerung erdrückt und die ganze Region zu destabilisieren droht, könnten sie die Stifter des Friedens sein.

Nach 1.000 Tagen Krieg stehen wir an einem Wendepunkt. Um weitere Katastrophen zu verhindern, braucht der Jemen einen sofortigen Waffenstillstand, die Aufhebung aller Blockaden zur Anlieferung von Lebensmitteln, Treibstoff und Medikamente und einen neuen inklusiven Friedensprozess, an dem Frauen, junge Menschen und die Zivilgesellschaft in all ihrer Vielfalt aktiv beteiligt sind. Wir rufen Emmanuel Macron, Theresa May und Donald Trump dazu auf, die dringend notwendigen Maßnahmen im UN-Sicherheitsrat dahingehend zu ergreifen.

Unsere Nachricht an die französischen, britischen und amerikanischen Führungskräfte ist einfach: Wenn Sie nicht den Tod weiterer tausender jemenitischer Kinder auf dem Gewissen haben wollen, dann ist es jetzt Zeit zu handeln. Der Jemen kann nicht länger warten.

22 Dezember 2017
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