Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Kundgebung in Genf gegen US-Entscheidung für Minen

Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit
International

Anlässlich des 23. Internationalen Treffens der Leiter nationaler Minenaktionsprogramme im Palais des Nations in Genf appelierten Handicap International und HI-Botschafterin und Minenopfer Gnep Smoeun am 13.02.2020 an die Bevölkerung. Unter dem Broken Chair, dem symbolischen Denkmal für die Opfer von Landminen in Genf, riefen wir die Unterzeichnerstaaten des Ottawa-Vertrags auf, geschlossen eine Rücknahme der Entscheidung der US-Regierung zur Wiedereinführung von Landminen zu fordern. 

Leute versammeln sich um ein rotes Banner gegen Minen auf dem Boden vor dem Denkmal 'Broken Chair' in Genf vor dem Palais des Nations

Kundgebung am 'Broken Chair' in Genf vor dem Palais des Nations | © B. Barbey /HI

„Ich war zehn Jahre alt, als ich in Kambodscha auf eine Antipersonenmine trat. Diese Mine hat mir alles genommen: mein Bein, meine Kindheitsträume. […] Im Namen aller Minenopfer auf der Welt fordere ich einen Aufschrei der internationalen Gemeinschaft, um auf die Trump-Regierung einzuwirken und sie zur Abkehr von dieser Politik zu bewegen, die Tod und Leid bringen wird.“ - Gnep Smoeun, HI-Sprecherin für die Kampagne gegen Landminen

Gnep Smeoun wurde Opfer einer Landmine und hält ein Schild mit der Aufschrift "Danger Mines"

Mögliche Rückkehr zu einer international geächteten Waffe

Auch wenn Landminen heute von der Trump-Regierung als „wichtiges Werkzeug“ betitelt werden, so sind sie in Wirklichkeit international geächtet. 1997 wurde der Vertrag von Ottawa als wahrhafter Sieg gegen diese barbarischen Waffen gefeiert. Er verbietet den 164 Mitgliedsstaaten den Erwerb, die Herstellung, die Lagerung und den Einsatz von Antipersonenminen. Die jährliche Zahl der registrierten Opfer hat sich daraufhin innerhalb von 15 Jahren um 90% reduziert. Seit Inkrafttreten des Vertrags wurden mindestens 2.200 qm2 verminten Landes geräumt und 54 Millionen gelagerte Landminen zerstört. 60 Staaten und Gebiete sind heute noch mit Minen und explosiven Kriegsresten verseucht.

Die Entscheidung der US-Regierung, die – obwohl  sie dem Ottawa-Vertrag nie beigetreten ist – fast 30 Jahre lang auf die Verwendung oder Vermarktung von Landminen verzichtet hat, trifft die tausenden Opfer und hunderte Nichtregierungsorganisationen, die für ein Verbot dieser Waffe gekämpft haben, wie ein Donnerschlag. 

Gefahr der Wiederbelebung des Handels mit Landminen

Nur ein Bruchteil der jährlichen Landminenopfer fallen sogenannten konventionellen Landminen zum Opfer. Der Großteil wurde durch selbstgebaute Minen verletzt oder getötet. Der endlich versiegte Minen-Markt könnte durch die unverantwortliche Entscheidung der Trump-Regierung wieder in Gang gebracht werden und neue Opfer fordern, so Emmanuel Sauvage, HI-Beauftragter für die Reduzierung bewaffneter Gewalt.

 

Petition an US-Regierung!

Unterzeichnen Sie unsere Petition an die US-Regierung gegen Landminen!

14 Februar 2020
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