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Sierra Leone: Der Kampf gegen Ebola geht weiter

Nothilfe Öffentlichkeitsarbeit Vorsorge und Gesundheit
Sierra Leone

Bruno Leclercq, Handicap International-Programmleiter in Sierra Leone und Liberia, berichtet von den Kämpfen, die noch gewonnen werden müssen und vom außergewöhnlichen Engagement der Menschen in Sierra Leone.

Eines unserer Teams bei einem Einsatz in einem Dorf in Sierra Leone

Eines unserer Teams bei einem Einsatz in einem Dorf in Sierra Leone | © J-B. Richardier / Handicap International

Experten haben uns gewarnt: Der starke Rückgang der Ebola-Epidemie im Januar bedeutet nicht, dass der Virus besiegt wurde. In Sierra Leone stagnierte die Anzahl der Fälle in den Monaten Februar und März sogar, besonders im Osten des Landes und in der Region Freetown. Hier verwaltet Handicap International auch die einzige Krankenwagenzentrale speziell für den Einsatz mit Menschen, die den Ebola-Virus tragen oder möglicherweise tragen. „Durch den Rückgang der Neuinfektionen konnten einige Organisationen damit beginnen,  ihre Aktivitäten in einigen Landesteilen zu verringern. Handicap International gehört nicht dazu.“ erklärt Bruno Leclercq, Programmleiter in Sierra Leone und Liberia. „Um der Epidemie wirklich ein Ende zu bereiten, muss unsere Krankenwagenzentrale bis zum Ende aktiv bleiben, das heißt, bis einige Wochen nach dem letzten Fall. Der Transport der Patientinnen und Patienten ist ein wesentlicher Bestandteil in der Bekämpfung des Virus, genauso wie die Prävention und Information der Bevölkerung. Wir müssen alle fortsetzen, bis dieser Kampf endlich gewonnen ist.“

Der Rückgang der Anzahl der Fälle sollte die Bevölkerung und die beteiligten Fachkräfte nicht dazu verleiten, im Kampf gegen den Virus weniger wachsam zu sein. Ganz im Gegenteil: Genau jetzt ist es nötig, die strikten Maßnahmen, mit denen der  Rückgang erreicht wurde, einzuhalten, um auf eine komplette Beseitigung der Epidemie hoffen zu können. Diese Aufgabe ist momentan besonders schwierig, da die Bevölkerung langsam beginnt, eine Rückkehr zur Normalität vorzubereiten. So werden beispielsweise nach und nach die Schulen wieder geöffnet.

„Die Freiwilligen in Sierra Leone stellen die überwiegende Mehrheit der Personen dar, die heute gegen den Virus kämpfen“

Die Bewohner von Sierra Leone sind immer noch mit einigen frustrierenden Einschränkungen konfrontiert. So wird beispielsweise das Verbot von Versammlungen noch weitgehend angewendet und Freizeiteinrichtungen schließen schon sehr früh. Dennoch haben die Bewohner angesichts dieser Krise ein bemerkenswertes Engagement bewiesen. „Die Eindämmung der Epidemie hat eine außergewöhnliche Organisation erfordert“, erinnert Bruno Leclercq. „Tausende Freiwillige engagierten sich. Sie stellten und stellen noch immer die absolute Mehrheit im Kampf gegen Ebola dar!“

Trotz des Risikos für ihr Leben und der starken Stigmatisierung haben sich sehr viele Menschen in der Krankenpflege, dem Krankentransport und der Dekontamination engagiert. Viele von ihnen sind normalerweise Zeitarbeiter, manche von ihnen stammen aus sozial prekären Situationen. Für diese Menschen waren die angebotenen Stellen im Kampf gegen Ebola eine besondere Möglichkeit, sich ein Gehalt zu sichern und gleichzeitig eine wichtige Rolle für ihr Land zu spielen.

„Mich persönlich hat die Begegnung mit einer Hebamme in einem Gesundheitszentrum sehr berührt. Trotz der Risiken und der starken Einschränkungen wegen der Epidemie half sie bei den Entbindungen. Bei schwüler Hitze arbeitete sie von Kopf bis Fuß in einer Kombination von Schutzkleidung und ohne direkten Kontakt mit der Mutter oder dem Baby.“

Die Epidemie ist noch nicht beendet. Wir müssen weiterhin über Ebola sprechen, wir müssen aktiv bleiben. Und wir dürfen nicht vergessen, dass Tausende Freiwillige den Kampf gegen Ebola noch weiterführen.

15 April 2015
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